Schwerer Sturz von Sebastian Bursig mit 190 Sachen

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Stürzte mit 190 Sachen: Sebastian Bursig.

Hamm -  Es war ein Augenblick, den Sebastian Bursig nicht noch einmal erleben möchte. Bei Tempo 190 war der Hammer Motorrad-Rennfahrer beim ersten Langstrecken-Lauf des Jahres in Hockenheim schlimm gestürzt, hatte einen bösen Abflug über den Lenker gemacht und sich dabei zuerst einen komplizierten Bruch des Schlüsselbeins an der linken Schulter und anschließend noch eine Thrombose im linken Arm zugezogen. „Das war ein heftiger Sturz und ein total ätzendes Gefühl“, berichtet der 39 Jahre alte Motorrad-Händler.

Bursig ist ein überaus erfahrener Rennfahrer. So gewann er zum Beispiel im Jahr 2014 die Meisterschaft in der Super Duke Battle. Im vergangenen Jahr hatte er dann in Bezug auf Wettkämpfe eine kleine Pause eingelegt, nutzte diese Zeit aber, um sich und sein Motorrad auf eine neue Herausforderung vorzubereiten. Denn während es bei der Super Duke Battle in Sprintrennen um Siege ging, wollte der Hammer nun sein Glück bei Langstreckenrennen versuchen. „Bei diesen Rennen gehört man zu einer Mannschaft mit drei Fahrern. Man teilt sich ein Motorrad und muss dabei Strecken von bis zu 1000 km bewältigen. Daher sind diese Rennen bei den Motorradfahrern sehr hoch angesehen, denn es muss einfach alles passen: man selbst muss in Form sein, das Motorrad und natürlich auch das Team müssen funktionieren“, sagt Bursig.

Ein dreiviertel Jahr hatte er sich mit seinen beiden Mitstreitern auf den ersten Lauf des Deutschen Langstrecken Cups (DLC) in der Klasse 4 in Hockenheim vorbereitet, hatte diesem Rennen voller Ungeduld und Vorfreude entgegengefiebert – und dann nahm seine Premiere dieses böse Ende. Bursig war als erster Fahrer seines Teams auf die Strecke gegangen, hatte an der KTM 1290 Super Duke alle Hebel nach seinen persönlichen Wünschen eingestellt und war von Rang 34 auf Platz 22 vorgefahren, ehe er nach 50 Minuten zum ersten Fahrerwechsel die Boxengasse ansteuerte. Nachdem dann seine beiden Teamkollegen unterwegs gewesen waren, nahm Bursig zum zweiten Mal das Rennen auf – und merkte an der ersten Kurve, dass der Bremshebel anders eingestellt war, als er es gewohnt war. „Unser dritter Fahrer hatte den Bremshebel nah an den Griff gezogen, weil er immer mit der ganzen Hand bremst. Ich benutze immer nur zwei Finger. Und als ich dann vor der Kurve Tempo rausnehmen wollte, war das so ein Gefühl, als sei da keine Bremse“, erinnert er sich an Schreckmoment. „Ich habe dann zweimal gepumpt. Das Motorrad hat dann geschlagen wie ein wildes Pferd, und ich bin bei 190 Sachen über den Lenker abgegangen.“ Seine Airbag-Weste, die sich beim Sturz vom Motorrad sofort aufblies, bewahrte ihn vor schlimmeren Verletzungen, so dass er sich lediglich das Schlüsselbein brach. Dieser Bruch war zwar etwas komplizierter, so dass er operiert werden musste. Dennoch hatte er schnell das nächste Rennen Mitte Mai im Visier. „Mit der Platte in der Schulter hätte ich da fahren können“, sagt Bursig. Doch die Thrombose machte diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung, bis Mitte Juni geht wegen des Blutverdünners, den er nun einnehmen muss, in sportlicher Hinsicht nichts mehr.

An das Aus für die gesamte Saison verschwendet er aber keinen Gedanken und hat sein Comeback bereits fest im Blick: Vom 26. bis 28. August will er als Gaststarter im Rahmen des Weltmeisterschaftslaufs in Oschersleben wieder zurück auf der Piste sein. Und dann wird er auch daran denken, den Bremshebel am neuen Renngerät besser einzustellen. Denn das alte Motorrad war laut Aussage des Hammers „Kernschrott. Da war komplett alles kaputt.“

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