Rostock als schwere Hürde für ASV Hamm-Westfalen

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Joscha Ritterbach

HAMM - Wie ein angeschlagener Boxer taumelt der HC Empor Rostock derzeit durch die 2. Handball-Bundesliga fünf Niederlagen aus den vergangenen sechs Spielen sind eine magere Bilanz und haben die Hansestädter tief in den Abstiegskampf gezogen. Eine Situation, die die Auswärtsaufgabe für die Spieler des ASV Hamm-Westfalen am Sonntag (16.30 Uhr/Stadthalle Rostock) allerdings nicht leichter macht.

Von Günter Thomas

„Wir haben sicher sehr viel Respekt vor diesem Gegner“, sagt Kay Rothenpieler. „Und es ist immer schwer, in Rostock. Aber wir haben dort in den vergangenen Jahren auch immer gut ausgesehen.“

Große Angst, dass sich seine Mannschaft von der zuletzt schwachen Bilanz des Tabellen-14. blenden lässt oder gar Motivationsprobleme haben könnte, hat der ASV-Coach ohnehin nicht. Denn nach der Niederlage im Hinspiel, in dem die Hammer eine 16:8-Führung kurz vor der Pause (28.) noch verspielten und mit 27:29 unterlagen, ist der Wille der ASV-Spieler, diese mehr als überflüssige Pleite wettzumachen, enorm groß. „Das war schon ein Warnschuss“, sagt Rothenpieler. „Da haben wir gesehen, was man gegen Rostock nicht machen darf – nämlich in Hektik verfallen.“

Das taten die Hammer, nachdem die Gäste ihre Abwehr nach der Pause auf 4:2 umgestellt hatten. „Das ist das Gefährliche, das Rostock ausmacht. Dass sie sehr variabel spielen und den Gegner immer wieder vor neue Aufgaben stellen können. Das konnten wir in dem Moment nicht lösen“, erinnert sich der Coach. „Aber jetzt treten wir mit viel mehr Selbstvertrauen dort an. Wir sind weiter als im Hinspiel, wissen, dass wir bestimmte Dinge auf die Platte bringen müssen, wenn wir gewinnen wollen.“

So soll den Gastgebern mit einer „seriösen und konzentrierten“ Vorgehensweise auf dem Feld begegnet werden. „Außerdem müssen wir ein hohes Tempo gehen, wenn wir gewinnen wollen.“

Die nötige Kraft dazu hat die Mannschaft nach dem knappen 32:30-Erfolg gegen die HG Saarlouis sammeln können. Drei freie Tage sollten dabei helfen, die Akkus der Spieler wieder aufzuladen und ihnen den Spaß am Handball zurückzubringen. „Das war wichtig, denn wir haben sehr harte Wochen hinter uns“, sagt der Trainer. „Die Mannschaft war nicht überspielt, aber einigen fehlte die nötige Lockerheit. Jetzt gehen wir wieder mit Begeisterung in die nächsten Spiele.“ Was angesichts der starken Serie von 23:3 Punkten aus den vergangenen 13 Begegnungen nicht so schwer fallen dürfte.

Während seine Akteure das Training in der vergangenen Woche komplett absolviert haben, musste der Coach passen. Mit einem grippalen Infekt verabschiedete sich Rothenpieler in die Horizontale, überließ Torsten „Fichte“ Friedrich die Trainingsarbeit und versuchte, sich mit heißen Bädern und Tee fit für Rostock zu machen. „Ich habe mich von der Mannschaft ferngehalten, weil ich keinen anstecken wollte“, sagt Rothenpieler. „Aber ich werde alles versuchen, um am Sonntag beim Spiel dabei zu sein.“ Entsprechend will der Coach jetzt noch nicht sagen, welcher Akteur mit dem Platz auf der Tribüne Vorlieb nehmen muss. Gegen Saarlouis erwischte es Kreisläufer Martin Doldan, „aber wen es jetzt trifft, das hängt auch von taktischen Dingen ab. Das entscheiden wir erst kurz vor dem Spiel“, so Rothenpieler.

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