Schwarzer Tag für Rhynern – 0:4 gegen Rheine

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In Rheine beharkten sich die Teams ordentlich, wie hier Jannis Meyer und Rhynerns Jannick Kastner (rechts).

RHEINE - Zwei Rote Karten, zwei Foulelfmeter, eine klare 0:4 (0:2)-Niederlage: Die Rhyneraner Erfolgsserie endete nach zwei eindrucksvollen Siegen auf spektakuläre Weise beim FC Eintracht Rheine.

Dabei war den Rhyneranern das Selbstbewusstsein nach den deutlichen Erfolgen bei Roland Beckum und gegen die U 23 von Arminia Bielefeld zunächst deutlich anzumerken. In der Rheiner Obi-Arena bestimmte die Mannschaft von Trainer Björn Mehnert zunächst das Geschehen, auch wenn die drei spielstarken Offensivkräfte Philipp Hanke, Jannick Kastner und Lennard Kleine nicht das richtige Zusammenspiel für einen erfolgreichen Abschluss fanden. Nach einer guten Viertelstunde fand Rheine erstmals den Weg vor das Gäste-Tor. Markus Maier fand keinen Zugriff auf Stürmer Timo Scherping und foulte ihn im Strafraum. Den fälligen Elfmeter setzte Manuel Dieckmann oben rechts ins Tor (17.).

Von diesem Gegentreffer ließ sich Rhynern nicht irritieren. Wohl aber von dem, was in der 37. Minute geschah. Thorben Menne und Julius Hölscher knallten im Mittelfeld gegeneinander. Von Rheiner Seite wurde lautstark eine „Karte“ gefordert. Als alle damit rechneten, dass Schiedsrichter Bernd Westbeld aus Harsewinkel die gelbe Karte zücken würde, griff der Unparteiische zur Gesäßtasche und zeigte dem verdutzten Menne Rot. Das genaue Vergehen teilte Westbeld Menne nicht mit. „Hut ab vor Julius Hölscher. Der ist zum Schiedsrichter gegangen und hat gesagt, dass es keine Rote Karte war“, sagte der sichtlich angesäuerte Björn Mehnert nach dem Spiel. Die Leistung des Gespanns verleitete den Rhyneraner Trainer zu folgender Aussage: „Fußball ist ein Spiel elf gegen elf, das war es heute von vornherein nicht.“

Auch der zweite Treffer für die Nordmünsterländer fiel durch einen Elfmeter. In der Nachspielzeit der turbulenten ersten Hälfte legte Rhynerns Torwart Christoph Hunnewinkel Scherping. Dieckmann schoss den folgenden Strafstoß – dieses Mal ins linke Eck (45.+3).

Drei Minuten nach dem Seitenwechsel ließ Scherping sich den Abschluss nicht nehmen und sorgte mit dem einzigen Treffer aus dem Spiel heraus für das 3:0. Damit nicht genug des Frustes für die Gäste: Tan-Thanh Tran, gegen Beckum und Bielefeld Torschütze, hatte nach genau einer Stunde Spielzeit bei einem Zweikampf ordentlich hingelangt und sah die zweite Rote Karte des Nachmittags. „Ein Frustfoul war es aus meiner Sicht nicht. Wir hatten uns schon vorher beharkt“, sagte der Offensiv-Akteur der Westfalia.

Mit nur neun Mann schlugen sich die Rhyneraner dann aber tapfer. Doch bei dem direkten Freistoß aus spitzem Winkel von Nils Woltering in der 67. Minute war Hunnewinkel machtlos. Danach passierte nicht mehr viel Aufregendes in einer Partie, die ansonsten für sehr viele Spannungen gesorgt hatte. Auf Rheiner Seite atmeten die Verantwortlichen durch und freuten sich über den Sieg, nachdem die Eintracht in der Vorwoche in Erkenschwick eine 2:0-Führung abgegeben und beim Heimspiel davor das Derby gegen Neuenkirchen verloren hatte. „Wir haben gegen einen starken Gegner gut Fußball gespielt“, sagte Rheines Trainer Uwe Laurenz gut gelaunt. Eine Gemütslage, die Mehnert nicht teilte. - ps

Im Video die Pressekonferenz aus Rheine:

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