Schubert und Schornberg vor dem Aus in der Olympia-Qualifikation

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War es das? Sebastian Schubert steht nach zwei vierten Plätzen vor dem Aus in der Olympia-Qualifikation.

Augsburg - Die Olympischen Spiele sind für Sebastian Schubert und Jasmin Schornberg in weite Ferne gerückt. Das Duo des KR Hamm belegte beim ersten Teil der nationalen Kanuslalom-Ausscheidung in Augsburg jeweils zwei vierte Plätze und braucht nun ein Wunder, um sich noch für Rio zu qualifizieren. „Mein primäres Ziel war Olympia, und das habe ich verpasst“, sagte Schubert enttäuscht.

Besonders bitter für den 27-Jährigen: Seine Form stimmte eigentlich. „Er war definitiv gut drauf“, bestätigte sein Vater und Heimtrainer Jürgen Schubert. Der sah zu, wie sein Sohn am Samstag im Finale die beste Zeit fuhr, sich aber zwei Torstabberührungen leistete. Die fälligen vier Strafsekunden ließen Sebastian auf den vierten Platz hinter die deutlich langsameren, aber fehlerfreien Hannes Aigner (Augsburg), Paul Böckelmann (Leipzig) und Tim Maxeiner (Wiesbaden) zurückfallen.

Er ließ sich von dem Resultat nicht herunterziehen. Im Gegenteil: Am Sonntag unterstrich er seine Ambitionen durch einen Sieg im Halbfinale. Im Kampf der besten zehn Boote ging er damit als Letzter auf die Strecke – und mit dem Wissen, dass sein Hauptkonkurrent Aigner eine sehr gute Zeit vorgelegt hatte. „Ich bin volles Risiko gegangen – und wurde wieder Vierter.“ Das gegen die Strömung zu befahrende Tor 18 wurde ihm zum Verhängnis. Er berührte einen der Stäbe und kassierte zwei Extra-Sekunden. Nach reiner Fahrzeit wäre er Zweiter gewesen.

„Theoretisch ist es noch möglich, den Platz für Rio zu holen, aber das wird jetzt extrem schwer“, sagte Schubert geknickt. Er müsste am kommenden Wochenende in Markkleeberg beide Rennen gewinnen und zugleich auf einen Einbruch des zweifachen Augsburg-Siegers Aigner hoffen. Dass das möglich ist, zeigte vor vier Jahren ausgerechnet Aigner: Er qualifizierte sich mit zwei Erfolgen und einem vierten Platz für die Spiele 2012 in London. Doch daran glaubte Schubert im ersten Moment der Enttäuschung nicht. Er peilt nun Gesamtplatz drei an, mit dem er in den Nationalmannschaftskader rückt und das Startrecht für die Weltcup-Rennen erhält. „Ich muss versuchen, den Kopf frei zu bekommen und mir irgendwo Motivation herzuholen“, sagte Schubert: „Was ziemlich schwierig wird.“

Nicht minder enttäuscht war Jasmin Schornberg. Die Favoritin Ricarda Funk zeigte am Wochenende Schwächen, doch die Lippstädterin wusste das nicht auszunutzen. Zwar fuhr sie an beiden Tagen in den Halbfinals mit guten Vorstellungen auf Rang zwei. Doch in den entscheidenden Rennen reichte es nicht mehr für den Sprung unter die besten drei. Bitter war das vor allem am Sonntag: Gleich am zweiten Tor handelte sich die 30-Jährige zwei Strafsekunden ein und verlor später zudem wertvolle Zeit in einer Querwalze.

„Jasmin und Sebastian müssen in Markkleeberg zweimal siegen, wenn sie es noch nach Rio schaffen wollen“, sagte Jürgen Schubert. „Mehr Druck könnte es nicht geben. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Bei den Frauen haben mit je einem ersten und zweiten Rang Lisa Fritsche (Halle/Saale) und Melanie Pfeifer (Augsburg) die besten Karten.

Im Schatten der beiden KR-Topstarter zeigten U 23-Fahrer Stefan Hengst und Junior Lukas Stahl starke Leistungen. Hengst fuhr zweimal souverän ins Finale und belegte dort den siebten bzw. zehnten Platz und liegt damit aussichtsreich im Kampf um einen der drei deutschen U 23-Startplätze für die WM in Krakau und die EM in Solkan. Dorthin wird wohl auch Stahl fahren. Er feierte bei den Junioren einen Sieg und einen dritten Rang.

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