Schubert und Schornberg nehmen in Markkleeberg das Podest ins Visier

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Der Heessener Sebastian Schubert hat kaum noch Chancen, sich für Rio zu qualifizieren.

Markkleeberg -   Rechnerisch ist zwar noch alles möglich, doch mit der Theorie halten sich die Slalomkanuten Jasmin Schornberg und Sebastian Schubert gar nicht lange auf. Sie haben vor dem zweiten Teil der nationalen Olympia-Qualifikation am Samstag und Sonntag im sächsischen Markkleeberg nur noch minimale Chancen auf den ersten Platz in der Gesamtwertung. Und nur der führt bei Damen wie Herren nach Rio.

„Ich habe das abgehakt. Ich versuche, jetzt noch zwei schöne Rennen zu fahren“, sagt Schornberg, die wie Schubert am vergangenen Wochenende mit zwei vierten Plätzen hinter den eigenen Erwartungen blieb.

Doch auch wenn die Olympischen Spiele in weite Ferne gerückt sind: Es geht in Markkleeberg noch um etwas. Der vierte Platz in der Gesamtwertung sichert die Starts in den Weltcup-Rennen, der dritte überdies die Teilnahme an der Europameisterschaft im slowakischen Liptovsky Mikulas. Und der Zweite wird erster Nachrücker, falls sich der Sieger der Olympia-Qualifikation verletzen sollte. „Ich habe mir kein neues Ziel gesteckt, aber es wäre blöd, wenn man die Chance auf Platz zwei herschenkt“, sagt Schubert, der nach den ersten beiden Läufen auf seinem Heimkanal in Augsburg nur auf Rang fünf der Gesamtwertung liegt. Der Rückstand auf den Platz hinter dem führenden Hannes Aigner ist allerdings nicht groß. Dass er sogar den Zweifach-Sieger des vergangenen Wochenendes mit zwei Erfolgen noch einmal gefährden kann, glaubt er indes nicht: „Für Olympia wird es nicht mehr reichen.“

Trotz der großen Enttäuschung ändert sich nichts an seinem sportlichen Ehrgeiz: „Ich will in Markkleeberg zwei gute Rennen fahren, um mir selbst zu zeigen, dass ich es kann“, sagt der 27-jährige Heessener, der am Dienstag zum Austragungsort vor den Toren von Leipzig reiste. Das Tempo stimmte bereits im engen Kanal von Augsburg, nur leistete sich der sonst so zuverlässige Weltcup-Gesamtsieger der Jahre 2014 und 2015 für seine Verhältnisse viele Torstabberührungen. In Markkleeberg hofft er nun auf weniger Strafsekunden, zumal ihm die Strecke liegt. „Da kann ich meine Technik besser ausspielen“, glaubt Schubert. Die Halbfinals der Herren sind an beiden Tagen für 10.05 Uhr angesetzt. Die Finals werden jeweils um 12.40 Uhr gestartet.

Auf bessere Resultate hofft auch Jasmin Schornberg. „Ich versuche, erstmal auf das zu achten, was ich in Augsburg vernachlässigt habe. Da habe ich ein bisschen zu sehr an meinem Plan festgehalten und zu wenig auf das Wasser geachtet“, sagt die 30-jährige Lippstädterin. Auch Schornberg, die im Gegensatz zu Schubert bereits einmal an den Olympischen Spielen teilnahm (London 2012), will in Sachsen beweisen, dass sie besser ist als ihr aktueller vierter Rang im Gesamtklassement. „Ich bin eigentlich total fit. Ich werde mein Bestes geben und schauen, wohin es mich führt. Mehr kann ich nicht machen.“ Sie startet am Samstag zunächst um 14.05 Uhr im Halbfinale. Die besten zehn Boote fahren um 16.52 Uhr um den Sieg.

Der Kanu-Ring Hamm hat in den Nachwuchsklassen zwei heiße Eisen im Feuer: Für U 23-Starter Stefan Hengst und Junioren-Fahrer Lukas Stahl geht es in Markkleeberg um die Qualifikation für die Nachwuchs-WM und -EM. Die Schützlinge von Trainer Jürgen Schubert sind nach starken Auftritten in Augsburg bereits fast am Ziel. Hengst benötigt im Grunde nur noch eine weitere Finalteilnahme. Am vergangenen Wochenende schaffte er das zweimal souverän: In den Halbfinals gegen die versammelte nationale Herren-Elite wurde er Dritter und Fünfter. Stahl braucht im Juniorenrennen wohl nur noch einen Podestplatz, um sich zu qualifizieren. - sst

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