Schornberg verpasst Olympia in Rio hauchdünn

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Jasmin Schornberg

Markkleeberg -  Jasmin Schornberg und Sebastian Schubert haben das große Ziel verpasst. Die Olympischen Spiele im Sommer in Rio de Janeiro finden ohne die beiden Kanuslalom-Fahrer des Kanu-Rings (KR) Hamm statt. „Wir haben verloren, aber wir haben es spannend wie noch nie gemacht“, sagte KR-Trainer Jürgen Schubert nach den entscheidenden Rennen in Markkleeberg. „Das war unfassbar, so etwas ist noch nie passiert, das war der Wahnsinn.“

Besonders bitter endeten die Qualifikationsrennen im Kanupark in der Nähe von Leipzig für Schornberg. Am Samstag hatte die gebürtige Lippstädterin den dritten der insgesamt vier Läufen gewonnen und sich damit nach dem eher dürftigen Abschneiden in der Vorwoche in Augsburg alle Chancen offen gehalten. „Das Ergebnis ist natürlich super, aber ich bin eigentlich überhaupt nicht zufrieden“, meinte Schornberg am Samstag und versprach: „Auf jeden Fall wird morgen angegriffen.“ Und sie hielt Wort, setzte alles auf eine Karte, schaffte erneut die Bestzeit und war damit mit Melanie Pfeifer punktgleich. Damit hatten beide Fahrerinnen vier Zähler auf dem Konto. Doch die Augsburgerin bekam laut Reglement einen WM-Bonuspunkt gut geschrieben und sicherte sich damit das Olympiaticket vor der KR-Fahrerin. Schornberg, die vor vier Jahren in London die Farben des Deutschen Kanu Verbandes vertreten hatte, war zwar enttäuscht, meinte aber auch: „Wir haben alles richtig gemacht.“ Und schickte gleich noch ein dickes Lob an die Adresse von Jürgen Schubert: „Für das Coachen kann ich mich nur bedanken.“

Als Zweite durfte sie sich damit trösten, souverän wieder den Sprung in das Nationalteam geschafft zu haben, so dass sie bei den Weltcups, bei der Europameisterschaft und auch beim vorolympischen Traininglager in Rio Ende Mai dabei sein wird.

Ein versöhnliches Ende hatte es auch für Sebastian Schubert gegeben, auch wenn es für ihn ebenfalls nicht zum Sprung zu den Olympischen Spielen gereicht hatte. Denn der gebürtige Heessener gewann in Markkleeberg genauso wie Schornberg beide Rennen und zeigte sich damit überaus zufrieden. „Enttäuscht war ich am Wochenende zuvor in Augsburg, als ich durch meine Torstangenfehler die Qualifikation für Rio schon verspielt hatte“, sagte Schubert. „Aber jetzt gehe ich mit einem positiven Gefühl aus der Quali heraus.“

Am Samstag war er zeitgleich mit dem Augsburger Hannes Aigner, der sich damit vorzeitig nach seinem Start in London 2012 auch die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro gesichert hatte, ins Ziel gekommen. Bei beiden Fahrern blieb die Uhr bei 97,11 Sekunden stehen. Am Sonntag war Schubert erneut nicht zu schlagen. Mit 100,3 Sekunden belegte er den ersten Platz vor Paul Böckelmann (Leipziger KC) und Aigner, der am Abend zuvor seinen Olympia-Start ausgiebig gefeiert hatte. Aber auch Schubert war nach seinem Doppeltriumph alles andere als enttäuscht. „Ich bin Gesamtzweiter, bin damit das Ersatzboot für Rio. Und damit kann ich Ende Mai beim Trainingslager in Brasilien dabei sein.“

Sein Vater Jürgen meinte derweil: „Das hat es noch nie gegeben. Da gewinnen unsere Fahrer zwei Rennen – und sind trotzdem nicht bei Olympia dabei. Bei Jasmin war es hauchdünn. Und bei Sebastian auch, letztlich war es die eine Torstabberührung aus dem ersten Rennen in Augsburg, die ihn den Start in Rio gekostet hatte. Olympia ist zwar für beide weg. Aber wie sie sich hier präsentiert haben, sich ins Nationalteam reingefahren haben, das war grandios.“

Ähnlich gut liefen die Rennen für die beiden KR-Nachwuchsfahrer. Lukas Stahl gewann in Markkleeberg ebenfalls beide Rennen und schaffte damit problemlos als erstes Boot den Sprung in das Junioren-Nationalteam. Stefan Hengst qualifizierte sich als Zweiter für die Juniorennationalmannschaft.

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