Schornberg muss ins Duell um letzten WM-Platz

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Jasmin Schornberg verpasste in Markkleeberg die direkte WM-Qualifikation.

HAMM -  Die Winzigkeit von 22 Hundertstel Sekunden kam Jasmin Schornberg am Sonntag im letzten Lauf der nationalen Ausscheidung im Kanu-Slalom in Markkleeberg zu spät ins Ziel. Dieser Rückstand von der Dauer zweier Wimpernschläge beschert der Weltklasse-Athletin vom KR Hamm nun eine Verlängerung im Kampf um den Start bei der Weltmeisterschaft.

Die gebürtige Lippstädterin muss als Gesamtdritte ins Duell mit der zurzeit verletzten Leipzigerin Cindy Pöschel um den letzten Platz im WM-Kader. Schornberg kennt diese Situation – und mag sie nicht. Auch im vergangenen Jahr musste die 28-Jährige in die Nachqualifikation.

Als Zweite der nationalen Ausscheidung hätte sich Schornberg für die Welttitelkämpfe vom 17. bis 21. September in Deep Creek, Maryland (USA) qualifiziert, doch um diesen Platz zu erreichen, hätte sie das letzte Rennen im Kanal von Markkleeberg gewinnen müssen – was ihr mit 22 Hundertstel Sekunden Rückstand auf Siegerin Katja Frauenrath nicht gelang. Am Montag entschied der Trainerrat des deutschen Kanuverbandes DKV, dass Schornberg nachsitzen muss – wieder einmal. Am Sonntag noch hatte die 28-Jährige freudig „WM-Quali geschafft“ auf ihrer Facebook-Seite gepostet und damit für Verwirrung gesorgt. „Mich hat von den Trainern niemand informiert, wie es weiter geht und ob es eine Nachquali gibt. Daher gehe ich davon aus, dass ich mit zur WM darf“, sagte sie vor der DKV-Entscheidung.

Umso größer waren Enttäuschung und Ärger, als sie erfuhr, dass sie zwar EM- und Weltcup-Starts sicher hatte, nicht aber den begehrten Trip in die Vereinigten Staaten. Und das, obwohl sie im vergangenen Jahr die einzige deutsche WM-Einzelmedaille geholt hatte. „Ich finde es wirklich unprofessionell, dass wieder erst im Nachhinein entschieden wird, wie die Nachqualifikation aussehen soll. Eine Nachquali ist einfacher als sich durch die vier nationalen Wettkämpfe zu kämpfen. Man bekommt scheinbar einfach Weltcups geschenkt.“

Ob Cindy Pöschel, mit der Schornberg im vergangenen Jahr in Prag WM-Silber mit der Mannschaft holte, antritt, ist zurzeit ungewiss. Die Hürden für die 24-jährige Leipzigerin, die seit Wochen an einer Schleimbeutel-Entzündung in der Schulter laboriert, sind hoch. Zunächst muss sie die Freigabe vom Verbandsarzt für einen Start beim ersten Weltcuprennen Anfang Juni in London erhalten. Dort muss sie als Leistungsnachweis den Endlauf erreichen. Nur wenn ihr das gelingt, erhält sie eine WM-Chance gegen Schornberg bei den Weltcups in Tacen und Prag. Die Sportlerin, die nach diesen zwei Rennen mehr Weltcup-Punkte hat, erhält das Ticket in die USA.

Heimtrainer Jürgen Schubert vom Kanu-Ring Hamm ist davon überzeugt, dass Schornberg – wie im vergangenen Jahr gegen Melanie Pfeifer – das direkte Duell gewinnt, zumal unklar ist, in welcher körperlichen Verfassung Pöschel antritt, denn seit März kann sie wegen ihrer Verletzung nur eingeschränkt trainieren. „Jasmin sollte das schaffen. Sie muss sich nur auf sich selbst konzentrieren und nicht auf Nebenkriegsschauplätze. Es kann jedem passieren, dass man verletzt ist. Es ist bitter, dass sie zweimal in Folge in die Nachquali muss, aber das ist Leistungssport. Kurz ärgern und weitermachen“, sagte Schubert, der von der Form seiner Athletin angetan war: „Sie ist bei der nationalen Ausscheidung im Vergleich zum vergangenen Jahre solide, konstant und stark gefahren.“ - –pad–/sst

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