SK Germania Herringen

Schock für das Rollhockey-Oberhaus: Iserlohn zieht sich zurück

Duelle mit dem langjährigen Titelkonkurrenten ERG Iserlohn wird es für Rollhockey-Bundesligist SK Germania Herringen um Kapitän Lucas Karschau (Mitte) in Zukunft nicht mehr geben.
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Duelle mit dem langjährigen Titelkonkurrenten ERG Iserlohn wird es für Rollhockey-Bundesligist SK Germania Herringen um Kapitän Lucas Karschau (Mitte) in Zukunft nicht mehr geben.

Da waren es nur noch acht: Mit der Nachricht, dass der Verein seine erste Herrenmannschaft mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb der Bundesliga zurückziehen wird, hat Traditionsklub ERG Iserlohn das Rollhockey-Oberhaus ordentlich durcheinander gewirbelt.

Hamm - „Das ist schon ein Schock für die gesamte Liga“, sagt Michael Brandt, Vorsitzender des SK Germania Herringen, auch wenn der Rückzug des Tabellenfünften der vergangenen vorzeitig beendeten Saison für ihn nicht mehr ganz überraschend kam. „Ich habe mit dem Vorsitzenden der Iserlohner im Vorfeld das eine oder andere Gespräch gehabt. Und da hat es sich bereits abgezeichnet, auch wenn wir gehofft haben, dass es mit dem Traditionsverein weitergeht.“

Nach dem freiwilligen Abstieg der SG Blue Lions und dem Aufstieg des SC Bison Calenberg, der den Bundesliga-Startplatz als Spielgemeinschaft mit dem Valkenswaardse RC wahrnehmen wird, schrumpft die erste Liga damit auf acht Teams zusammen.

Mit dem neunmaligen Deutschen Meister aus Iserlohn verliert der amtierende Titelträger aus Herringen einen seiner härtesten Kontrahenten der vergangenen Dekade. Iserlohn, der RSC Cronenberg und der SKG machten in dieser Zeit den Titelträger stets unter sich aus. Fünfmal hieß der Meister Herringen, dreimal Iserlohn und zweimal Cronenberg.

Kommt Sergio Pereira nach Herringen?

Dass mit dem Rückzug aus der Bundesliga auch einige interessante Spieler der ERG einen neuen Klub suchen könnten, ist nur bedingt der Fall. „Wir haben da auch bereits Kontakt aufgenommen, denn unser Kader ist ja auch sehr eng“, bestätigt Brandt, der sich durchaus vorstellen kann, für den abgewanderten Milan Brandt einen weiteren Akteur zu verpflichten. „Allerdings gibt es nur zwei Akteure, die für uns infrage kommen.“ Einer davon ist Sergio Pereira. Den Portugiesen, der auch über einen deutschen Pass verfügt und schon für die deutsche Nationalmannschaft aufgelaufen ist, könnte sich Brandt gut im Germanen-Dress vorstellen. „Aber er hat sich Bedenkzeit erbeten.“

Dass der Rückzug der Iserlohner eine Kettenreaktion in der Bundesliga auslösen könnte, sieht Brandt indes nicht. „Ich glaube, dass die anderen Vereine nicht so abhängig von Sponsoren sind“, sagt er. „Iserlohn ist mit seinen ausländischen Spielern immer ein hohes Risiko gegangen, war sehr von seinen Sponsoren abhängig. Deswegen hoffe ich, dass wir mit den acht verbliebenen Mannschaften die Liga planen können und sauber durch die Saison kommen.“

Der Bundesligaspielplan wird neu erstellt

Nach Rücksprache mit dem Deutschen Rollsport- und Inlineverband (DRIV) wurde nun beschlossen, dass der Bundesligaspielplan neu erstellt wird. „Der Verband wollte den Plan zunächst so bestehen lassen, aber dann wären nur wenige Mannschaften an den Wochenenden aktiv gewesen“, sagt Brandt. „Jetzt fangen wir erst später mit der Saison an.“ Das Tableau soll laut Zusage des Staffelleiters bis Ende dieser Woche vorliegen – sicher ist, dass der Saisonstart von Mitte auf Ende September verschoben wird. Der Modus soll im Vergleich zur Vorsaison nicht verändert werden. Nach der Vorrunde werden entsprechend die vier erstplatzierten der Tabelle den Meister ausspielen, die anderen vier kämpfen gegen den Abstieg.

Mit Einschränkungen für Europa gemeldet

Auch die Teilnahme des SK Germania Herringen an der European League, für die sich der Klub als Deutscher Meister qualifiziert hat, ist noch offen. Der SKG hat zwar für den Wettbewerb gemeldet, macht seinen Start aber davon abhängig, ob die Begegnungen vor Zuschauern stattfinden können. Corona-bedingt wird der Spielplan voraussichtlich erst Ende August erstellt. Bis dahin haben die Herringer auch noch die Gelegenheit, von ihrem Startrecht zurückzutreten. „Wir haben nur mit Einschränkungen gemeldet. Das ist so erst mal akzeptiert worden“, sagt Brandt.

Zudem wird derzeit international besprochen, den Modus des Wettbewerbs aufgrund der Pandemie zu ändern. Eine Variante, die diskutiert wird: Die Gruppenphase an einem Wochenende und einem festen Ort als K.o.-Turnier auszutragen, bei dem sich die jeweiligen Sieger für die Endrunde qualifizieren würden. „Diese Turniere würden dann in Portugal und Spanien bei Klubs wie Porto, Lissabon oder Barcelona stattfinden, die das über Fernsehgelder finanzieren könnten“, sagt Brandt, der diese Variante sportlich interessant findet, sie sich wirtschaftlich für seinen Verein aber nur vorstellen könnte, wenn es entsprechende finanzielle Unterstützung geben würde. „Für uns hat aber ganz klar eine European League mit Heimspielen und Zuschauern Priorität. Wenn es da ganz schlecht kommt, kann es daher sein, dass wir nur in der Liga spielen werden“, erklärt der Vorsitzende des SK Germania Herringen.

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