Hammer SpVg stolpert weiter Richtung Winterpause

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Einen Punkt brachte die Hammer SpVg, hier Damir Kurtovic, aus Herne mit.

HERNE - Kurz nach dem Abpfiff standen die Fußballer der Hammer SpVg im Dämmerlicht und machten nicht den Eindruck, als wüssten sie genau, was sie von den vorangegangenen 90 Minuten am Schloss Strünkede halten sollten.

Bis kurz vor Schluss hatte es nach einem höchst schmeichelhaften 2:1-Auswärtssieg beim Schlusslicht SC Westfalia Herne ausgesehen. Am Ende einer schwachen Oberliga-Partie hieß es 2:2 (1:1) – auch damit durfte die HSV nicht unzufrieden sein. Allerdings hilft das Remis keinem der beiden Teams. Die kriselnden Hammer stolpern weiter Richtung Winterpause, Herne bleibt daheim sieglos.

„Am Ende ist das Ergebnis immer berechtigt. Das 2:2 geht in Ordnung“, sagte HSV-Trainer Goran Barjaktarevic in der Pressekonferenz und stieß mit dieser Einschätzung bei Hernes Coach Holger Wortmann auf Widerstand: „Ich bin stolz, dass meine Mannschaft zweimal nach einem Rückstand zurückgekommen ist. Ich glaube, dass sie wesentlich mehr investiert hat als der Gegner. Ich bin der Meinung, dass sie den Sieg verdient gehabt hätte“, sagte der 47-jährige Hammer, der zuvor einen schmerzlichen Verlust hatte hinnehmen müssen: Hernes Schlüsselspieler Manuel Bölstler musste verletzt vom Platz.

Viel Erwärmendes bekamen die Zuschauer bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt nicht zu sehen. Tempo und Einsatz stimmten vor allem bei den Gastgebern, doch zusammenhängende Aktionen und Strafraumszenen gab es auf dem tiefen Rasenplatz kaum. Nach kurzer Kopfball-Abwehr von Damir Kurtovic war Hernes Onur Özbicerler zu überrascht; sein Schuss zischte über die Latte (18.). Auf der Gegenseite scheiterte Serafettin Sarisoy an Keeper Michael Strzys (21.). Eine Einzelaktion von Semih Yigit brachte der HSV die Führung. Er setzte sich auf der linken Seite durch und legte zurück auf Serafettin Sarisoy, der den Ball zum 0:1 ins lange Eck beförderte (27.). Bis zur Pause hielt das Ergebnis allerdings nicht. Ein Missverständnis zwischen Dennis Jungk und Niklas Rieker führte zum Ballverlust und zum Ausgleich. Ahmet Inal ließ sich die Chance nach Pass von Jean-Pierre Schilling nicht nehmen – 1:1 (43.). Ein „geschenktes Tor“, wie Barjaktarevic kritisierte.

Nach der Pause war Herne dem 2:1 näher als die Gäste dem 1:2. Die ganz großen Torchancen hatten die Gastgeber zwar nicht, doch drängten sie – angeführt von Bölstler – die offensiv zunächst kaum in Erscheinung tretenden Hammer in die eigene Hälfte. Sebastian Mützel fand in dieser Phase seinen Meister in HSV-Keeper Manuel Lenz (48.), Inal schoss aus guter Position daneben (54.). Auf der Gegenseite zwang Seyit Ersoy (67.) Strzys mit einem Schuss aus dem Nichts zu einer Parade (67.). In der Schlussviertelstunde rückten zwei andere Akteure in den Mittelpunkt des Geschehens: Schiedsrichter Martin Pier und Faysel Khmiri. Pier entschied nach einem Foul am HSV-Kapitän auf Elfmeter, den Semih Yigit zum 1:2 verwandelte (74.). Vier Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit war es Khmiri, der im eigenen 16er Ersan Kusakci von den Beinen holte. Der Gefoulte trat selbst an und traf zum 2:2 (86.). Der eingewechselte Jannik Prinz und Rieker hatten noch Chancen, doch es blieb beim Remis. - sst

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