Hammer drehen 2:3

HSV schafft doch noch das Unentschieden

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Jochen Höfle traf drei Mal für die Hammer.

HAMM - Fünf mal drei Meter misst die Anzeigetafel, die seit Samstag ihren Dienst in der Nordost-Ecke der Evora Arena verrichtet. Sie hatte bei ihrem ersten Einsatz viel zu tun. Sechs Tore sowie acht gelbe und zwei gelb-rote Karten hatte sie beim Spiel der Hammer SpVg gegen den VfB Hüls zu verarbeiten.

Zu verarbeiten hatten auch Beteiligte und Zuschauer einiges nach dem 3:3 in einem kuriosen Spiel, in dem Torjäger Jochen Höfler die HSV mit einem Dreierpack vor der Blamage bewahrte. Was auch immer sich die beiden Trainer Goran Barjaktarevic (Hamm) und Martin Schmidt (Hüls) vor der Partie für eine Taktik zurecht gelegt hatten - nach nur 21 Minuten war sie komplett über den Haufen geworfen. 

 "0:3" flimmerte in gelben Buchstaben auf der Anzeigetafel, die ihren Weg vom Hoeschwerk in Hattingen über Preußen Münster und von dort in den Hammer Osten gefunden hatte. 0:3 gegen den seit 13 Partien sieglosen Tabellendrittletzten, da verstummten kurzzeitig sogar die Trommeln der HSV-Fans. 

Tayfun Cakiroglu (7.) und Patrick Goecke (10.) hatten die Gastgeber mit ihrem Doppelschlag zum 0:2 geschockt. Als Sahnehäubchen obendrauf kam noch der erste von gleich mehreren großen Auftritten des Schiedsrichters Kai-Marek Hintenberg. 

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Fußball Oberliga: Hammer SpVg - VFB Hüls 3:3 nach 0:3 Rückstand

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Der zeigte nach einer sauberen Rettungsaktion von Dennis Jungk gegen Elvis Salja auf den Elfmeterpunkt. Cakiroglu traf zum 0:3 (21.). Barjaktarevic quittierte das dritte Gegentor äußerlich ungerührt. In seinem Inneren brodelte es jedoch. "In den ersten 20 Minuten hatten wir das Spiel schon gewonnen. Die Frage war nur, wie hoch", kommentierte er süffisant die Einstellung und das blamable Auftreten seiner Akteure, in deren Spiel kein Fluss, keine Sruktur und keine Bewegung zu erkennen gewesen war. 

Daran änderte sich nicht viel -- und doch stand es beim Halbzeitpfiff nur noch 2:3. Zunächst hatte Höfler aus nächster Nähe den Arm von VfB-Innenverteidiger Tolgahan Capakli getroffen und dafür einen Elfmeter bekommen, den er selbst verwandelte (28.). Sechs Minuten vor dem Seitenwechsel verkürzte der Torjäger nach einem feinen Trick auf 2:3 (39.). 

Kurz zuvor hatte er ebenso wie Emre Demir (36., 38.) eine große Kopfball-Chance vergeben. In der zweiten Halbzeit geschah in beiden Strafräumen nur noch wenig. Stattdessen trieb der Schiedsrichter den Unterhaltungswert der Partie in luftige Höhen. In der 56. Minute schickte er den Marler Linksverteidiger Dominik Grams unter allgemeinem Kopfschütteln vom Platz, weil er angeblich den Ball weggeschlagen hatte. 

VfB-Trainer Schmidt beließ es nicht beim Kopfschütteln -- und musste nach seiner Kritik die Partie fortan von der Tribüne aus betrachten. Was er von dort aus sah, war viel Krampf und wenig Spiel. Die HSV tat sich auf tiefem Platz schwer gegen Hüls, das sich in der eigenen Hälfte verschanzte und auf Konterchancen lauerte. 

Die beste hatte Andre Koch (66.), dem einzig verbliebenen Spieler aus dem letztjährigen Regionalliga-Kader des VfB. Hamm gelang aus dem Spiel heraus wenig. Dursun Akdag schaffte es in der 73. Minute einmal mit dem Ball am Fuß in den Gäste-Strafraum und wurde von Robin Klaas zu Fall gebracht. Hintenberg pfiff seinen dritten Elfmeter des Tages, und Höfler verwandelte ihn zu seinem dritten Tor. 

Fünf Minuten später machte sich der Schiedsrichter vollends zum Buhmann der Gäste, als er Salja nach einem Getümmel im Mittelfeld (nach rüdem Foul an Höfler) Gelb-Rot zeigte (78.). Kapital wussten die Gastgeber aus ihrer Überzahl weiterhin nicht zu schlagen. Sie brachten den Ball in der hektischen Schlussphase nicht gefährlich vor das Gäste-Tor.

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