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SC Rote Erde hat mit Titus Fogler ein großes Talent in seinen Reihen

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Von: Peter Schwennecker

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Im Wasserball gehört der erst 14-jährige Hammer Titus Fogler schon zu den herausragenden deutschen Spielern seiner Altersklasse.
Im Wasserball gehört der erst 14-jährige Hammer Titus Fogler schon zu den herausragenden deutschen Spielern seiner Altersklasse. © Privat/Fogler

Irgendwann stehen alle Talente im Sport in ihrem Leben vor einer schweren Entscheidung. Soll es in Sachen Leistung weiter bergauf gehen, müsste ein wichtiger, oft den Alltag enorm verändernder Schritt folgen. In dieser Situation befindet sich derzeit Titus Fogler.

Hamm - Fogler ist erst 14 Jahre alt und ein hoch veranlagter Wasserball-Nachwuchsspieler des SC Rote Erde im TuS 1859 Hamm. Der Schüler vom Stein-Gymnasium wurde vor kurzem auf Grund seiner starken Leistungen im Verein in seiner Altersklasse in den Nachwuchskader NK2 des Deutschen Schwimm-Verbandes berufen.

Im Visier der großen deutschen Klubs

Im Mai stehen für ihn die ersten Lehrgänge der Nationalmannschaft seiner Altersklasse an. Und schon befindet sich Fogler im Visier der großen Klubs in Deutschland. Für ihn ergeben sich ganz neue Möglichkeiten. Doch der Hammer zögert. Zu wohl fühlt er sich aktuell im gewohnten Umfeld mit Familie, Verein, Trainern und Mannschaftskameraden. „Wir haben hier bei Rote Erde ein richtig gutes Team. Dort habe ich meine Freunde, und erstklassige Trainer“, sagt Fogler und macht damit deutlich, dass ihm ein Abschied aus Hamm nicht leicht fallen würde.

Unterstützung durch das Stein-Gymnasium

Die White Sharks aus Hannover, das Nachwuchs-Reservoir des Bundesligisten und Champions-League-Teilnehmers Waspo Hannover, bieten Fogler die Möglichkeit, im Sommer in die niedersächsische Landeshauptstadt zu wechseln. Dort könnte der Hammer ein Internat besuchen. Die Eliteschule des Sports gehört zum Humboldt-Gymnasium in Hannover-Linden. Dort werden die Unterrichtsstunden dem täglichen Trainingsplan der einzelnen Sportler angepasst. „Das Stein-Gymnasium ist uns bisher aber auch immer sehr entgegengekommen, wenn Titus Lehrgänge im Landesverband besucht hat oder Turniere spielen musste“, berichtet Mutter Nora Fogler von sehr verständnisvollen Lehrern in Hamm. Der Unterrichtsstoff musste dann anschließend in der Freizeit nachgeholt werden.

Seepferdchen schon mit vier Jahren

Seit seinem vierten Lebensjahr ist Titus, der mit seinen Eltern in Westtünnen lebt, dem Wasser sehr verbunden. „Schon mit vier Jahren hat er das Seepferdchen geschafft“, berichtet die Mama. „Das Schwimmen hat ihm immer schon sehr viel Spaß gemacht.“ Doch wie alle Kinder hat sich der Filius in jungen Jahren auch in anderen Sportarten versucht. Weil sein Vater Dominic ein begeisterter Fußballer war, es in Hamm u.a. in den Trikots der Hammer SpVg, SV Herringen, TuS Uentrop oder Westfalia Rhynern bis in die Bezirksliga schaffte, versuchte sich auch Titus einst bei den Minikickern des Hammer SC 08. „Ich war aber nicht so gut“, gesteht er ein. Einige Schnupper-Stunden unternahm er zudem beim Judo oder Kickboxen sowie auf dem Eis bei den Hammer Eisbären, doch richtige Leidenschaft wurde in ihm erst beim Wasserball geweckt. Und das schon mit sechs Jahren.

„Freddy Blank war der beste Freund von meinem Opa. Und der bekam mit, dass ich schon früh ein guter Schwimmer war und sagte, dass ich mal zum SC Rote Erde gehen sollte.“ Blanks Tipp hatte durchschlagenden Erfolg, denn Titus Fogler fand Gefallen am Wasserball und mauserte sich in den Jahren zum großen Talent. Schon 2016 schaffte er den Sprung in die Bezirksauswahl Südwestfalen, seit 2017 gehört er dem Landeskader an.

Terminplan ist bis zum Rand voll

Sein Aufwand ist enorm. Gleich sechs Trainingseinheiten absolviert er aktuell mit seinem Teamkameraden der U16 des SC Rote Erde. Dreimal wird dabei Wasserball gespielt, einmal die Woche gibt es ein spezielles Schwimmtraining, hinzu kommt freitags von 6 bis 7 Uhr vor der Schule eine Früheinheit im Maximare. Zudem geht es einmal zum Krafttraining in ein Fitnessstudio.

Mit dem Hammer Nachwuchs feierte er bereits große Erfolge. Mit der U12 wurde er 2019 NRW-Meister, mit der U14 2021. Die U12 wurde 2019 zudem deutscher Vizemeister. Von seinen Mitspielern wie von seinen Trainern spricht er mit Hochachtung. Das gilt sowohl für Carsten Berg und Mathias Brinkmann, die ihn bis zur U14 betreuten, als auch für Kolja Funk und Vitor Pavicic-Capucho, die ihn aktuell in der U16 fördern.

WM und Olympische Spiele die Ziele

Deswegen ist er derzeit hin- und hergerissen, wenn er über das Angebot aus Hannover nachdenkt. Im Februar hat er die Möglichkeit, praktisch eine Woche zur Probe im Internat zu wohnen. „Ich werde mir das alles erst einmal genau ansehen, anschließend in Ruhe überlegen und gemeinsam mit meinen Eltern beraten und entscheiden, wie mein weiterer Weg aussehen wird.“ Sein Ehrgeiz ist aber groß. „Natürlich möchte ich einmal den Sprung in die A-Nationalmannschaft schaffen, an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teilnehmen“, beteuert der Schüler. Doch wichtig ist ihm auch, das Abitur zu meistern. Anschließend würde er gerne zu einer Sportförderkompanie der Bundeswehr gehen, um zu studieren. Fogler weiß, wovon er redet, denn er hat sogar schon ein Schülerpraktikum bei der Bundeswehr absolviert.

Doch zunächst steht er im Sommer vor einer sehr wichtigen Entscheidung. Bleibt er beim SC Rote Erde oder wechselt er nach Hannover? Keine leichte Wahl für einen Jugendlichen, der im Sommer erst 15 Jahre alt wird.

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