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Salvatore Gambino tritt als Trainer des TuS Wiescherhöfen zurück

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Von: Patrick Droste

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Salvatore Gambino hat sein Amt als Trainer des Fußball-Landesligisten TuS Wiescherhöfen niedergelegt. 
Salvatore Gambino hat sein Amt als Trainer des Fußball-Landesligisten TuS Wiescherhöfen niedergelegt.  © Reiner Mroß / Digitalfoto

Salvatore Gambino hat sein Amt als Trainer des Fußball-Landesligisten TuS Wiescherhöfen niedergelegt. Die Spieler und die Offiziellen von der Wielandstraße zeigen sich enttäuscht über die Entscheidung des früheren Bundesliga-Profis.

Hamm – Es war eine vielsagende Aussage, die Salvatore Gambino vor wenigen Tagen getätigt hatte. „Stand jetzt bleibe ich Trainer des TuS Wiescherhöfen“, hatte der Coach des Landesligisten gesagt, nachdem das abgeschlagene Schlusslicht vom Spielbetrieb abgemeldet worden war. Jetzt aber hat sich der Stand geändert.

Denn am Dienstagabend informierte der Ex-Bundesliga-Profi seine Spieler und auch die Verantwortlichen von der Wielandstraße in einer kurzfristig einberufenen Sitzung darüber, dass er dem TuS in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung stehen wird. „Nachdem wir keine Spiele mehr haben, hatte ich ein bisschen mehr Zeit, um nachzudenken. Und da ist dann die Entscheidung in mir gereift“, sagt Gambino.

Erst in der Winterpause hatte er in Wiescherhöfen die Nachfolge von Thorsten Heinze angetreten, der in der Hinserie mit dem TuS lediglich einen Zähler ergattert hatte. Da zu diesem Zeitpunkt aber bereits abzusehen war, dass der Abstieg nicht zu vermeiden ist, sollte Gambino zusammen mit seinem Co-Trainer Thomas Rickert die Rückserie vernünftig zu Ende bringen und gleichzeitig die Zeit nutzen, um eine neue Mannschaft für die Bezirksliga zusammenzustellen. Doch dazu wird es nun nicht mehr kommen. „Ich kann nichts Schlechtes über den Verein sagen. Ich wusste auch, dass mich da eine schwere Aufgabe erwartet. Aber ich hatte einfach mit einer anderen Trainingsbeteiligung gerechnet“, erklärt Gambino. „Mein Co-Trainer und ich haben so viel Zeit investiert, haben einen großen Aufwand betrieben.“ Und dennoch reichte dies letztlich nicht, um jeden Sonntag eine spielfähige Mannschaft auf den Platz zu bringen. Die Partien gegen den TuS Altenberge und die IG Bönen musste der TuS absagen, ehe danach das Team komplett vom Spielbetrieb abgemeldet worden ist.

Dennoch fiel es Gambino nach eigener Aussage nicht leicht, seine Entscheidung der Mannschaft mitzuteilen. „Als ich vor den Jungs stand, musste ich ein paar Mal schon schlucken“, betont er. „Aber ich will im Fußball weiter kommen. Und in Wiescherhöfen hatte ich nicht das Gefühl, dass mir das dort gelingen kann. Wenn die Jungs nicht mitziehen, dann hat man als Trainer leider keine Chance.“

Bei den Offiziellen und auch bei den Spielern sorgte der Entschluss von Gambino für große Verwunderung und auch für viel Frust. „Bei mir ist eine Menge Enttäuschung da. Aber ich bin auch überrascht, denn damit hatten wir nicht gerechnet“, sagt Jamal Abbi, der Sportliche Leiter des TuS. „Wir hatten fest mit Salva geplant. Jetzt müssen wir uns erst einmal neu sortieren und schauen, wie es weiter geht. Noch haben wir keinen Plan und natürlich auch keinen neuen Trainer.“

Ob jetzt eventuell auch Spieler absagen, die bereits zugesagt hatten, weil sie gerne unter Gambino trainiert hätten, weiß Abbi noch nicht. „Das kann ich nicht einschätzen. Ich muss mich erst mal bei den Spielern melden und nachfragen“, erklärt er und fügt angesichts der Tatsache, dass der TuS zuletzt neben der ersten auch die vierte Mannschaft abmelden musste, genervt hinzu: „Es wird einfach nicht besser. Wenn man das Gefühl hat, es kann nicht schlimmer kommen, dann wird man alle 14 Tage eines Besseren belehrt.“

Auch die Spieler zeigten sich geknickt ob der Entscheidung ihres Trainers. Ein Akteur, der sich am Dienstagabend in der WA-Sportredaktion meldete, aber anonym bleiben und seinen Namen nicht öffentlich nennen wollte, sagte: „Charakterlich finden ich und ein Großteil der Mannschaft das sehr schwach von Salva. Das ist nicht in Ordnung von ihm. Die Mannschaft kann nichts dafür. Wir hatten gedacht, dass wir zusammen etwas Neues aufbauen. Wir sind schon arg enttäuscht von ihm.“

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