Saisonstart in Unterzahl für Handball Hamm

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Jacqueline Andrä

Hamm - Den Auftakt hatten sie sich anders vorgestellt: Die Saison hatte noch gar nicht angefangen, da spielten die Verbandsliga-Frauen des Handball Hamm bereits in Unterzahl. Verletzungen, berufliche Gründe und ein Auslandssemester sorgten dafür, dass der Saisonstart mit der 26:35-Niederlage beim TVE Netphen für Ernüchterung sorgte.

„Wir haben derzeit einfach eine große Verletzungsproblematik“, sagt Trainer Helmut Fahn. „Gleich drei verletzte Spielerinnen fallen über einen längeren Zeitraum aus, dazu ist noch eine im Urlaub und eine weitere zu einem Semester in Kanada.“ Wenn dann noch, wie bei der Auftaktpartie in Netphen geschehen, drei Spielerinnen im Stau stecken, wird es schwierig, mit einem Erfolgserlebnis aus der Halle zu gehen. Beim TVE musste das ohnehin dezimierte HH-Team zunächst ohne Gina Miegel, Joyce Wicke und Katharina Helm auskommen und aufgrund der dünnen Personaldecke zu sechst beginnen. „Der Gegner hat uns nur fünf Minuten Wartezeit zugestanden“, sagte Fahn. „Und auch der Schiedsrichter ließ nicht mit sich handeln. Wir hätten gerne zehn Minuten gehabt, aber so mussten wir bis zur achten Minute in Unterzahl spielen. Die sechs auf der Platte waren aber sehr motiviert, haben Schadensbegrenzung betrieben und das Ergebnis in Grenzen gehalten.“

Dass am Ende doch noch eine deutliche 26:35-Klatsche auf dem Papier stand, war dem zunehmenden Kräfteverschleiß im zweiten Durchgang geschuldet und wird im Hammer Lager daher realistisch eingeschätzt. „Wir werden am Samstag im ersten Heimspiel gegen den ETSV Witten wahrscheinlich mit neun Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen im kader beginnen“, sagt Manfred Neugebauer, Sportlicher Leiter des Teams. „Dann sieht das schon ganz anders aus.“

Denn am Saisonziel, im oberen Tabellendrittel mitzuspielen, hat die Auftaktniederlage genauso wenig geändert wie die Tatsache, dass auch die kommenden Wochen aus personeller Sicht schwierig bleiben. Denn die für die Spielmacherposition verpflichtete Birte Krause vom DJK Westfalia Hörde hat zwar einen Teil der Vorbereitung absolviert, befindet sich derzeit aber aus Studiengründen in Kanada und wird erst am 14. Oktober zurück erwartet. „Und dann muss sie sich auch erst einmal ins Team finden“, weiß Neugebauer. „Auch das wird seine Zeit brauchen.“ Nicht zuletzt deshalb ist er froh, dass sich Maren Schulenberg, die „qualitativ eine Bereicherung ist“, hat überreden lassen, noch einmal im Team auszuhelfen, obwohl sie ursprünglich zum Ende der vergangenen Saison ihren Abschied erklärt hat. „Ich hoffe, dass sie uns zumindest bis Oktober erhalten bleibt, damit wir die Zeit gut überbrücken können“, so Neugebauer.

Nicht kalkuliert waren die verletzungsbedingten Ausfälle von Sina Winter (gebrochener Zeh), Greta Brodowski (Knieprobleme) und Jacqueline Andrä (Schulter). „Bei Sina wird es sicher noch bis Ende Oktober dauern, und bei Jacquline steht noch eine Untersuchung in Münster aus“, sagt Neugebauer. „Das sind keine guten Vorzeichen.“

Trotzdem bleibt das Saisonziel bestehen. „Wir haben uns vorgenommen, oben mitzuspielen“, versichert Fahn. „Ob es klappt, hängt davon ab, wie wir jetzt mit der Situation umgehen. Um eine erfolgreiche Serie spielen zu können, kommen viele Parameter zusammen.“

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