Der Fußball- und Leichtathletikverband warnt vor dem Auftakt

Saisonstart nicht in Gefahr, aber: "Wir stehen unter Beobachtung"

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Spender mit Desinfektionsmitteln, so wie hier am SportCentrum in Kaiserau, gehören inzwischen auf vielen Sportplätzen zum gewohnten Bild.

Kontaktdatenerfassung der Zuschauer, Bereitstellung von Desinfektionsmitteln, Anbringen von Hinweisschildern zur Maskenpflicht: Etliche Fußballvereine haben Hygienekonzepte erstellt und oft  auch tadellos umgesetzt, damit der Ball unter Einhaltung der Corona-Schutzverordnung wieder rollen kann.

Hamm – Das Zuschauerinteresse an den Test- oder Pokalspielen in den vergangenen Wochen war zum Teil bemerkenswert groß. Problem: Obwohl maximal 300 Zuschauer zugelassen waren und damit rund um die Spielflächen eigentlich ausreichend Platz war, um den Mindestabstand von 1,5 Meter einzuhalten, wurden die Vorgaben auf einigen – längst nicht auf allen – Plätzen von den Besuchern missachtet. Insbesondere vor den Vereinsheimen oder Getränkeständen sah es bei der einen oder anderen Partie in der Region – und wohl auch in ganz Westfalen – zuletzt so aus wie vor der Corona-Pandemie. 

Das bereitet nicht nur den Vereinsfunktionären Sorge, sondern auch den Funktionären beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW). „Wir sind froh und dankbar, dass wir unter den derzeit gegebenen Möglichkeiten Fußball spielen können. Klar ist aber auch: Wir stehen unter Beobachtung. Vereine und Zuschauer haben es selbst in der Hand, die Hygienemaßnahmen umzusetzen und einzuhalten. Wir als Verband versuchen dabei so gut es geht zu unterstützen. In letzter Konsequenz entscheidet aber die Politik. Und wir alle durch unser eigenes Verhalten“, sagt Manfred Schnieders, FLVW-Vizepräsident Amateurfußball.

"Gesamtgesellschaftliche Sorglosigkeit" 

Nach Angaben des Verbandes spiegele sich die „gesamtgesellschaftliche Sorglosigkeit vieler Menschen im Umgang mit der Infektionsgefahr – die durch die wieder steigenden Zahlen von Neuinfektionen belegt wird – auch auf den Sportplätzen. Wichtig ist es aber zu betonen, dass es sehr viele positive Beispiele von Vereinen in Westfalen gibt, die die notwendigen Maßnahmen vorbildlich umsetzen“, heißt es aus der Verbandszentrale in Kaiserau auf Nachfrage unserer Zeitung. In einem offenen Brief informierte FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski am Mittwoch unter anderem über die neue Corona-Hotline sowie weitere Kontaktmöglichkeiten und Meldeketten bei Verdachtsfällen. Außerdem hat der FLVW Dateien bereitgestellt, die sich die Amateurvereine herunterladen, ausdrucken und auf der Platzanlage aushängen können. Zudem hat der FLVW einen Mustertext für eine Stadiondurchsage zur Verfügung gestellt. 

Viele Vereine bitten Verband um Rat

„Viele Vereine haben uns angerufen und uns ihre Sorge mitgeteilt, die Coronaschutzverordnung bei den Zuschauern nicht oder nur unter großen Schwierigkeiten umsetzen zu können. Uns ist bewusst, dass es eine große Herausforderung ist, gerade die Zuschauer immer wieder an den Abstand und an die Mund-Nasen-Bedeckung zu erinnern. Der Sportplatz als Treffpunkt, als Austausch-ort ist wichtiger Bestandteil unserer Fußballkultur. Aber auch hier müssen wir alle umdenken. Deshalb haben wir einen Vorschlag für eine Stadiondurchsage und einen Vordruck für ein Plakat, das jeder Verein zum Beispiel an den Eingang oder – falls vorhanden – an die Tribünen oder den Kiosk hängen kann. Darauf haben wir noch einmal wichtige Verhaltensregeln für den Besuch eines Spiels zusammengefasst“, schreibt Gundolf Walaschewski in seinem offenen Brief. 

Letzte Konsequenz: Verweis von der Anlage

Welche Konsequenzen aber könnten drohen, wenn die Abstandsregel auf den Sportplätzen dennoch nicht eingehalten wird? Der FLVW, so heißt es auf Nachfrage, sei keine Kontrollinstanz für die Einhaltung der Hygieneregeln. Dies obliege einzig und allein den zuständigen Behörden, bei denen auch das jeweilige Hygienekonzept der Vereine vorzulegen ist. Mögliche Sanktionsmaßnahmen könnten ebenfalls nur die zuständigen Behörden aussprechen. Anders sehe das im Spielbetrieb aus. „Dort haben wir die Schiedsrichter angewiesen, Spiele, in denen insgesamt mehr als achtmal gewechselt wird, abzubrechen. Schließlich verstößt dies gegen die Corona-Auflagen“, so Manfred Schnieders. Die Vereine sind nach Angaben des FLVW angehalten, die jeweiligen Zuschauer bei Verstößen gegen die Abstandsregel anzusprechen. In letzter Konsequenz könne jeder Verein von seinem Hausrecht Gebrauch machen und uneinsichtige Personen der Platzanlage verweisen.

Schutzverordnung für Sport geringfügig verändert 

Ist der Saisonstart – am 6. September soll wieder um Punkte gekickt werden – tatsächlich ernsthaft in Gefahr? Aktuell nicht. In der aktuellen NRW-Coronaschutzverordnung, gültig bis zum 15. September, ändert sich für Veranstaltungen bis zu 500 Besuchern (geplant sind 300) bei den Hygiene- und Abstiegsregeln erst einmal nichts. Bei 500 und mehr Besuchern müssen den Gesundheitsämtern ein An- und Abreisekonzept zur Genehmigung vorgelegt werden. Ab 1000 Besucher – dies wäre in Hamm beim Oberliga-Derby am Donnerstag, 1. Oktober, denkbar – entscheidet das Gesundheitsministerium.

FLVW-Hotline Die Corona-Hotline des FLVW (02307/371102) ist montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr erreichbar. Außerdem besteht die Möglichkeit, den FLVW per E-Mail (corona@flvw.de) oder per Formular (www.flvw.de/corona) zu kontaktieren.

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