Fußball und Corona

Saisonabbruch wegen Corona? Das sagen Hammer A-Liga-Fußballer

Zwei A-Liga-Spieltage in Folge - hier das Duell zwischen BV 09 Hamm und VfL Mark - sind zuletzt abgesagt worden.
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Zwei A-Liga-Spieltage in Folge - hier das Duell zwischen BV 09 Hamm und VfL Mark - sind zuletzt abgesagt worden.

Das Kontaktsportverbot im Kreis Unna hat den heimischen Fußballkreis veranlasst, die vergangenen zwei Spieltage komplett abzusagen. Am kommenden Wochenende droht aufgrund der weiterhin hohen Infektionszahlen der dritte Totalausfall für den Fußball auf Kreisebene.

Auch einige Hammer Teams befanden sich bereits in Quarantäne. Spieler der A-Liga-Teams bewerten die aktuelle Lage.

Kevin Lehner (VfL Mark): „Aus meiner Sicht befinden wir uns schon sehr früh in einer schwierigen Situation. Nach der zuletzt abgebrochenen Saison und der langen Pause im Sommer war jeder froh, wieder seinem Hobby nachgehen zu können. Durch die bereits jetzt schon ausstehenden Nachholspiele, kommen einige Vereine aber schon in große Schwierigkeiten. Da viele Faktoren eine entscheidende Rolle spielen, ist es für mich sehr schwierig zu sagen, ob eine Fortführung sinnvoll wäre. Geprägt durch meinen Beruf im Gesundheitswesen würde ich es aktuell aber nicht als sinnvoll betrachten, weiterzuspielen. So sehr ich den Fußball auch liebe, ist es letztendlich nur ein Hobby. Beim Sport hat es niemand komplett selbst in der Hand, sich vor einer Infektion zu schützen.“

Mike Wessel (TuS Uentrop): „Die aktuelle Situation tut dem Fußball natürlich nicht gut. Wir alle sind nach dem damaligen Abbruch hochmotiviert in diese Saison gestartet. Dadurch, dass jetzt immer wieder Spieltage abgesagt werden müssen, wird einem der Spaß am Hobby genommen. Wenn es irgendwie möglich ist, sollte der Spielbetrieb fortgeführt werden. Gerade für die Zuschauer ist es eine schöne Angelegenheit, sich durch den Lokalsport von der aktuellen Situation abzulenken. Dadurch wird auch nochmal deutlich, was ein Sportverein für ein Dorf ausmacht.“

Eduard Lorengel (SVF Herringen): „Die aktuelle Situation ist auch für den Fußball nicht zufriedenstellend. Jedoch stellt der Sport in diesem Zusammenhang nur einen Teilbereich dar. Es gilt die Aspekte des öffentlichen Lebens und die Bekämpfung der Corona-Krise zu berücksichtigen. Fußball ist eine schöne Nebensache und an den Zuschauerzahlen im Sommer war zu erkennen, wie groß die Freude der Menschen am lokalen Sport ist. Trotzdem steht momentan die Gesundheit aller Menschen im Vordergrund. Daher macht es aktuell wenig Sinn, weiterzuspielen. Dafür ist die Verantwortung außerhalb des Sportplatzes gegenüber Familie sowie Arbeitgeber viel zu hoch.“

Matthias Gebauer (TuS Uentrop II): „Ich denke, dass die aktuelle Saison immer wieder unterbrochen werden müsste. Ob wir überhaupt einen normalen Saisonverlauf hinbekommen würden, bleibt abzuwarten. Es lässt sich daher darüber streiten, ob es sinnvoll ist weiterzuspielen. Allerdings finde ich es wichtig, dass das Training in den Mannschaftsverbunden möglich bleibt, da der Sport eine Abwechslung zum Arbeitsalltag darstellt.“

Sinan Karadag (TSC Hamm): „Wie schon bekannt, befand sich unsere Mannschaft aufgrund zwei positiv getesteter Mitspieler für zwei Wochen in Quarantäne. Danach durften wir dann wieder mit dem Training beginnen. Ich hoffe sehr, dass es für uns die letzte Pause war. Meinen Verein möchte ich für die Sicherheitsmaßnahmen und für das vorbildliche Vorgehen loben. Aber der Fußball leidet natürlich sehr unter der aktuellen Situation. Dennoch sollten wir versuchen, halbwegs normal unter den Vorschriften weiterzumachen.“

Christoph Bittner (Hammer SC 08): „Wir wünschen uns natürlich alle, dass die Saison weitergeht, allerdings sehe ich wenig Hoffnung auf einen Verlauf ohne weitere Spielabsagen. Wir haben beispielsweise schon jetzt drei Nachholspiele und der Winter kommt erst noch. Daher rechne ich mit einem Saisonabbruch. Ich persönlich musste durch den Fußball noch nicht in Quarantäne, weiß aber, dass es einen jederzeit treffen kann und das kann auch Probleme mit dem Arbeitgeber geben. Deswegen verstehe ich jeden Spieler, für den der Beruf vorgeht und der dieses Risiko somit nicht mehr eingeht.“

Lukas Schmersträter (1. FC Pelkum): „Aufgrund der unsicheren Situation verfolge ich den Gedanken, den Fußball zunächst ruhen zu lassen und den weiteren Verlauf der Pandemie zu verfolgen. Auch ein Abbruch erscheint für mich wahrscheinlich, da auch in den kommenden Wochen immer wieder Spielabsetzungen folgen werden. Auch wir mussten als Mannschaft schon in Quarantäne, da ein Spieler von Weddinghofen positiv getestet wurde. Wenn dies nochmal passieren würde, ist es ganz klar, dass es der Arbeitgeber nicht mehr gutheißen würde.“

Michael Schaefers (SV Westfalia Rhynern II): „Alles scheint sehr undurchsichtig und es fehlt eine klare einheitliche Linie, da momentan jeder Fußballkreis komplett anders vorgeht. Zudem empfinde ich es aufgrund der aktuell hohen Inzidenz als nicht sinnvoll weiterzuspielen, während andere Bereiche im öffentlichen Leben starke Einschnitte erfahren.“

Anton Czarnotta (BV 09 Hamm): „Die Hygienevorschriften stellen alle Vereine vor eine große Herausforderung da die Einhaltung im Bezug auf Planung sowie Umsetzung sehr zeitintensiv ist. Auch wenn es momentan nur stockend weitergeht, ist es positiv zu erwähnen, dass der Trainingsbetrieb fortgeführt werden kann, sodass es zu keinem kompletten Stillstand kommt. Die Frage über einen möglichen Abbruch müssen andere Personen beantworten. Ich als Fußballer bin froh, auf dem Platz stehen zu dürfen. Jeder Einzelne steht in der Verantwortung, sich an die Hygienevorschriften zu halten und diese bestmöglich umzusetzen.“

Timo Schröer (TuS Lohauserholz II): „Mit den niedrigen Zahlen in den letzten Monaten war alles vertretbar. Wenn die Fälle nun aber wieder steigen und viele Spiele oder gar Spieltage ausfallen, dann macht es natürlich irgendwann keinen Sinn mehr. Es wird wohl wieder zu stärkeren Einschränkungen kommen, sodass der Fußball aus meiner Sicht einen absoluten Luxus darstellt. Ein möglicher Abbruch ist daher völlig nachvollziehbar.“

Florian Kahlert (TuS Wiescherhöfen II): „Ich bin nach dem Spiel gegen Stockum positiv auf das Virus getestet worden und musste zweieinhalb Wochen in Quarantäne verbringen. Nicht nur ich, auch viele andere können es sich nicht erlauben, alle paar Wochen in Quarantäne zu verharren. Daher macht die Fortsetzung der Saison für mich keinen Sinn.“

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