Fußball-Oberliga

Das sagt Michael Kaminski zum Cheftrainer-Job in Rhynern

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Michael Kaminski (rechts) könnte im Sommer Torsten Garbe beerben.

Im vergangenen Sommer war Michael Kaminski von der Hammer SpVg zum SV Westfalia Rhynern gewechselt. Beim Fußball-Oberligisten winkt dem 35-Jährigen jetzt eine Beförderung. Ob er sich den Cheftrainer-Job zutraut, verrät er im Interview.

Herr Kaminski, ein Wechsel von einem Verein, bei dem man jahrelang als Spieler und Trainer tätig war, zu einem anderen, der der große Rivale ist, geht meist nicht ohne Störgeräusche vonstatten. Wie waren in Ihrem Umfeld die Reaktionen im vergangenen Sommer?

Von meiner Familie, von meiner Freundin, von meinem Zwillingsbruder Marco, der auch Ahnung von Fußball hat, und von vielen ehemaligen Weggefährten bin ich zu diesem Schritt beglückwünscht worden. Alle haben gesagt, dass ich mir diesen Wechsel durch meine Art und meine Arbeit verdient hätte. Und ich habe mich auch gefreut, als die Anfrage von Andreas Kersting, dem Sportlichen Leiter aus Rhynern, kam. Bei der HSV hatte ich nach oben zur Ersten wahrscheinlich keine Chance. Daher war der Wechsel nach Rhynern für mich der nächste Schritt.

Und in Rhynern hatten Sie keine Anpassungsprobleme?

Überhaupt nicht. Ich bin da super aufgenommen worden im Verein, was sicher keine Selbstverständlichkeit ist, wenn man so wie ich zehn Jahre lang für den Konkurrenten gespielt hat.

Was macht den Unterschied zwischen den Vereinen aus?

Es ist familiärer, alles eine Nummer kleiner. Es ist auch die ganze Art, man ist offen und geht ehrlich miteinander um. Und Andreas Kersting kennt viele Talente, holt immer junge Leute nach Rhynern, damit sie dort ausgebildet werden. Das ist ein Weg, hinter dem ich voll stehe.

Was hat Sie am meisten beeindruckt, seitdem Sie in Rhynern sind?

Der Zusammenhalt, der ist in Rhynern zu 100 Prozent gegeben. Damit kann man im Amateurbereich eine Menge bewegen. Aber in Rhynern passt auch die Mischung aus Eigengewächsen, die schon seit der F-Jugend für den Verein spielen, und externen Leuten, die sowohl sportlich als auch charakterlich genau in die Mannschaft passen.

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Bei der U23 der HSV haben Sie als Chefcoach gearbeitet, jetzt sind Sie unter Torsten Garbe Co-Trainer. War dies für Sie ein schwere Umstellung?

Bei der Hammer SpVg hatte ich das letzte Wort und war verantwortlich. In Rhynern steht jetzt Torsten in der Verantwortung, und er hält auch die Ansprachen an die Mannschaft. Ich sehe mich als Co-Trainer eher als ein Bindeglied. Ich nehme auch mal einen Spieler in den Arm, tröste ihn und erkläre ihm, warum er nicht spielt. Oder ich zeige den Jungs, was sie besser machen müssen, um ihre Chancen auf einen Einsatz zu erhöhen. So etwas wollen die ja wissen, damit sie sich verbessern können. Der Aufwand, den ich betreibe, ist dabei ungefähr gleich. Ich bin beim Training und bei den Spielen dabei. Und beobachte manchmal auch den nächsten Gegner. So wie am Mittwoch, als ich beim Spiel von RW Ahlen gegen ASC 09 Dortmund war.

Im Sommer trennen sich bekanntermaßen die Wege des SV Westfalia Rhynern und von Torsten Garbe. Bedauern Sie dies?

Vor rund sechs Wochen hatte ich ein Gespräch mit Andreas Kersting, wo es darum ging, ob ich als Co-Trainer weitermachen werde. Da habe ich zugesagt. Denn wir beide sind ein gutes Team, die Chemie passt zwischen uns.

Jetzt aber gelten Sie als heißer Kandidat auf den Posten des Cheftrainers. Stehen Sie dafür auch bereit?

Ich traue mir das auf jeden Fall zu. Ich habe mich in Rhynern gut eingelebt, und wenn es so kommen sollte, werde ich alles versuchen, um die erfolgreiche Arbeit hier fortzuführen. Aber es gibt auch noch andere Kandidaten, die sich auf den Trainerposten beworben haben. Daher müssen wir mal abwarten.

Mit Lucas Arenz und Hakan Sezer stehen die Abgänge von zwei wichtigen Stammspielern bereits fest. Weitere könnten noch folgen. Was würde das für Sie bedeuten?

Ich hätte Lust, ein neues Team aufzubauen. Auch ohne große finanzielle Mittel hat Rhynern seit vielen Jahren bewiesen, immer eine schlagkräftige Truppe ins Rennen zu schicken. Man kann Talente auch mit anderen Dingen als mit Geld davon überzeugen, am Papenloh aufzulaufen. Meine Aufgabe wäre es dann, diese jungen Spieler weiterzuentwickeln.

Was haben Sie dem SV Westfalia Rhynern jetzt schon geben können während Ihrer Zeit als Co-Trainer?

Wie gesagt, ich sehe mich als Bindeglied, als Kommunikator. Ich habe immer ein offenes Ohr für die Jungs und versuche auch denen, die öfter auf der Bank sitzen, das Gefühl zu geben, dass sie dazu gehören und dass sie wichtig sind.

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