HSV rutscht nach 1:4-Heimpleite gegen Sprockhövel ab

Serdar Yigit (2. von rechts) brachte die Hammer SpVg gegen die TSG Sprockhövel in Führung. Zum Sieg reichte es nicht. - Fotos: Mroß

Hamm - Die Anzeigetafel in der Evora Arena zeigte erst die 89. Minute an, als Schiedsrichter Philip Holzenkämpfer der Oberliga-Partie mit seinem Pfiff ein Ende setzte. Protest erhob sich nicht, von niemandem, denn das Spiel zwischen der Hammer SpVg und der TSG Sprockhövel war zu diesem Zeitpunkt längst entschieden. Zwei, drei Minuten mehr hätten der HSV nicht gereicht. Mit 1:4 (1:2) unterlag sie dem Überraschungsspitzenreiter aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, der seinen fünften Erfolg in Serie feierte. Und das auch in der Höhe verdient.

„Der Sieg für Sprockhövel geht in Ordnung. Daran gibt es keinen Zweifel“, lobte Hamms Trainer Oliver Gottwald nach der zweiten Heimpleite in Folge den Gegner. Seine eigenen Akteure werden in den kommenden Tagen wohl weniger Angenehmes von ihm zu hören bekommen. Vor allem die Routiniers unter ihnen. „Ich bin gerade von den erfahrenen Spielern enttäuscht. Da muss man anders in die Partie gehen. So dürfen wir uns insgesamt nicht präsentieren“, sagte der Wittener.

Er hatte seine Start-Elf noch mehr umbauen müssen als gedacht, denn zu den vielen Ausfällen gesellte sich auch noch Innenverteidiger Damir Kurtovic, der verletzt aussetzte. Die blutjungen Sprockhöveler rissen die Partie mit dem Selbstbewusstsein eines Seriensiegers wie selbstverständlich an sich, entwickelten aus dem Spiel heraus zunächst jedoch wenig Gefahr.

Das war bei der HSV, für die Marcel Ramsey im 4-4-2-System überraschend als zweiter Stürmer neben Jochen Höfler zum Einsatz kam, anders. Mit langen Bällen verschaffte sie sich einigen Respekt. Ein erster Versuch Höflers zischte am Pfosten vorbei (10.). Nur zwei Minuten später hatten die Gastgeber Glück, dass ein Schuss von Maximilian Claus gegen die Latte prallte (12.). Kurz darauf ging die HSV in Führung. TSG-Torwart Robin Benz hechtete an einer Flanke von Tayfun Cakiroglu vorbei, Serdar Yigit hielt seinen Fuß hin – 1:0 (17.).

Fußball Oberliga: Hammer SpVg - TSG Sprockhövel 1:4

Die Partie blieb unterhaltsam, auch wenn es bis zur 38. Minute dauerte, ehe die Zuschauer die nächste Torchance zu sehen bekamen. Und was für eine: Nach einem Freistoßtrick über drei Stationen staubte Sprockhövels Innenverteidiger Leroy Kwadwo zum 1:1 ab (38.). Die HSVer schauten sich verdutzt an. „Ich habe es angesprochen, dass die TSG diese Varianten nutzt, ich habe es aufgezeichnet. Und dann schalten im Spiel alle ab“, ärgerte sich Gottwald nach der Partie. Mindestens so sehr wie über das, was er in der Nachspielzeit der ersten 45 Minuten mit ansehen musste: Adrian Wasilewski trat eine weite Freistoßflanke in den HSV-Strafraum, in dem viele hoch gewachsene Hammer standen – und Maximilian Claus, der fast unbedrängt das 1:2 köpfte.

Dieser Treffer änderte die Statik des Spiels. Die Gastgeber mussten nun kommen. Doch das ließen die Sprockhöveler nicht zu. Sehr früh attackierten sie Yakup Köse, auf dessen Schultern die Last des Spielaufbaus lag. Nur einmal bekamen die Hammer die Chance, der Partie eine neuerliche Wendung zu geben. Doch nach einer schnellen Kombination über den eingewechselten Dennis Mooy und Serdar Yigit schloss Höfler zu schwach ab. TSG-Keeper Benz leitete sofort den Gegenangriff ein, den Tim Dudda gegen eine entblößte HSV-Defensive mit einem Schuss unter die Latte zum 1:3 veredelte (66.). Sechs Minuten später beseitigte Emre Karaca die letzten Zweifel am Sieg der nun in fast allen Belangen überlegenen Gäste. Er ließ Hamms Torwart Manuel Lenz mit einem platzierten Schuss keine Chance – 1:4 (72.).

„Im Moment ist es schwierig, das Ganze in Worte zu fassen. Das war wieder ein unglaubliches Spiel unserer Mannschaft. Es macht Spaß, sich das von außen anzugucken“, sagte Sprockhövels unaufgeregter Trainer Andrius Balaika. Der Litauer hätte nichts dagegen einzuwenden gehabt, wenn ihm Schiedsrichter Philip Holzenkämpfer noch ein paar Minuten mehr von dieser Partie geschenkt hätte.

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