Handball

Rumpfteam des ASV Hamm-Westfalen verkauft sich in Essen teuer

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Fehlte: Marian Orlowski.

Mit einem Rumpfkader verkaufte sich Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen im Testspiel beim Erstligisten Tusem Essen teuer. Am Ende ging das Team, das auf fünf Spieler verzichten musste, mit einer 25:29 (11:15)-Niederlage aus der Halle. 

SEssen – Den Sonntag nutzte Michael Lerscht erst einmal zur Entspannung mit der Familie. Auf der gemütlichen Radtour am Nachmittag hatte der Coach des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen die nötige Zeit, um das sportliche Wochenende mit seiner Mannschaft Revue passieren zu lassen. Dass auf den 24:23-Erfolg im Heimspiel am Freitag gegen Drittligist Eintracht Hildesheim einen Tag später eine 25:29 (11:15)-Niederlage bei Erstliga-Aufsteiger Tusem Essen folgte, änderte nichts am positiven Eindruck, der sich nach einer arbeitsintensiven Woche beim Trainer festsetzte. „Trotz des Ergebnisses in Essen sind wir zufrieden aus dem Wochenende gegangen“, sagte Lerscht. „Wir wissen, woran wir noch arbeiten können und müssen.“

Der Eindruck, dass die Aufgabe gegen den voll und prominent besetzten Tusem-Kader nicht leicht werden würde, festigte sich bereits am Samstagmorgen beim Abschlusstraining in der Halle. Denn nach den ohnehin verletzungsbedingt nicht in Frage kommenden Sören Südmeier (Schulterblessur), Markus Fuchs (Knieprobleme), Marten Franke (Ellbogenblessur) und Linksaußen Fabian Huesmann (Oberschenkel) erhöhte Marian Orlowski die Ausfallliste auf fünf Spieler. Der Rückraumlinke klagte schon seit längerer Zeit über Rückenprobleme. „Gegen Hildesheim ist der Schmerz dann so stark reingezogen, dass er am Samstag nicht spielen konnte“, ärgerte sich Lerscht. „Die Jungs haben es dann aber sehr gut gemacht und Zähne gezeigt, waren bereit, aus den vorhandenen Möglichkeiten alles rauszuholen.“

Leidenschaftliche Vorstellung

Im Essener Trainingszentrum boten die Gäste entsprechend eine „für ein Freundschaftsspiel sehr leidenschaftliche“ Vorstellung“, freute sich der Coach, der zudem eine Hammer Mannschaft sah, die ähnlich auftrat wie am Tag zuvor gegen Hildesheim. „Wir haben sehr gut verteidigt – in beiden Formationen“, sagte Lerscht. „Aber im Ballbesitz müssen wir besser werden. Die eine eine oder andere Gegenstoßoption haben wir den Essenern noch zu viel gegeben.“

Tusem ging zu Beginn mit 4:2 in Führung – gegen einen ASV, bei dem Felix Storbeck mit Ausnahme eines Siebenmeters über die komplette Spielzeit zwischen den Pfosten stand, „einfach, weil er seine Sache sehr gut gemacht hat“, lobte der Trainer. „Es hat mir Spaß gemacht, ihn mit so viel Spielfreude agieren zu sehen.“

Ansonsten stellte sich das Hammer Team fast von selbst auf. Alex Rubino und Jan Pretzewofsky starteten auf den Außenpositionen, David Spiekermann, Merten Krings und Jo Gerrit Genz, der sich mit Jan von Boenigk abwechselte, bekleideten den Rückraum und Jan Brosch startete am Kreis. In der Deckung musste zudem Jakob Schwabe durchspielen.

Aufholjagd nach der Pause nicht belohnt

Als Essen nach einem Zwischenspurt auf 7:12 wegzog, hatten die Gäste eine schwierige Phase zu überstehen, hielten den Rückstand bis zum 11:15-Pausenstand aber in Grenzen.

Nach dem Wechsel folgte die stärkste Phase des Hammer Rumpfkaders, bei dem auch Moritz Eigenbrodt aus dem Drittliga-Kader zu Einsatzzeiten auf Linksaußen kam. Aus einem sicheren Abwehrverbund heraus – Lerscht ließ sowohl die 6:0- als auch die 5:1-Variante spielen – verkürzte der ASV Treffer um Treffer und war beim 16:16 wieder auf Augenhöhe. Bis zum 20:20 war die Partie danach offen, dann leisteten sich die Hammer gleich mehrere Fehler im Angriff, verloren den Ball leichtfertig, weil im Kombinationsspiel die falschen Entscheidungenn getroffen wurden. Die Quittung: Fünf Tore des gegenstoßstarken Gastgebers in Folge zum 25:20 sorgten für die vorzeitige Entscheidung in der Partie. „Dennoch hat unsere Positionsabwehr über das ganze Spiel hinweg sehr gut funktioniert“, sagte Lerscht. „Die Jungs verteidigen erstaunlich flexibel in beiden Systemen. Wir können dem Gegner damit immer wieder andere Aufgaben stellen. Ab Montag werden wir uns dann auch mit dem Angriff beschäftigen.“

ASV: Storbeck (1. bis 60.), Wesemann (1 Siebenmeter) – Rubino, Eigenbrodt, Spiekermann (4), Krings (6), von Boenigk (4), Genz (8/2), Pretzewofsky (2), Schwabe, Brosch (1)

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