Dahlhaus verlässt ASV Hamm-Westfalen – Possehl kommt

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Tim Dahlhaus

HAMM -  Egal, wohin die Auswärtsreisen die Zweitliga-Handballer des ASV Hamm-Westfalen derzeit führen, die Aufgaben, die auf die Spieler des Tabellenachten warten, sind nicht leicht zu lösen. Da macht die Partie am Samstag beim EHV Aue (17 Uhr/Erzgebirgshalle) keine Ausnahme.

„Das wird ein schweres Spiel für uns“, sagt ASV-Trainer Kay Rothenpieler. „Aue ist momentan gut drauf. Aber wir haben auch schon sehr ordentliche Ergebnisse erzielt und zuletzt in Bietigheim nach einer langen Anfahrt gut gespielt – ich hoffe, dass wir da anknüpfen und eine gewisse Begeisterung an den Tag legen.“

Vor dem wichtigen Duell beim Tabellennachbarn haben allerdings zwei Personalien die volle Aufmerksamkeit des Hammer Trainer-Managers gefordert. Denn während Tim Dahlhaus die Fahrt nach Aue schon nicht mehr antreten und mit sofortiger Wirkung für den Ligakonkurrenten SG BBM Bietigheim auflaufen wird, verpflichteten die Hammer am Freitag Nachmittag als Ersatz Julian Possehl vom Erstligisten TBV Lemgo. „Zunächst einmal mit Zweitspielrecht“, sagt Rothenpieler. „Aber die Tendenz geht dahin, dass wir ihn auch für die kommende Saison unter Vertrag nehmen werden. Da müssen jedoch noch einige Details geklärt werden.“

Der 22-jährige Possehl kennt die ASV-Halle bereits, spielte mit dem TBV zuletzt im Januar beim Vorbereitungsturnier in der Westpress-Arena, wo er insgesamt vier Tore erzielte. In der Bundesliga bringt es der Rückraumrechte bislang auf 20 Treffer in 22 Einsätzen, kommt aber hinter dem langjährigen Nationalspieler Rolf Hermann nur wenig zum Zug. „Wir hatten uns generell schon Gedanken über Julian gemacht“, sagt Rothenpieler. „Und als Tim gesagt hat, dass er uns verlassen will, haben wir uns relativ schnell entschieden, in Lemgo anzufragen, ob Interesse besteht, was man dort auch interessant fand. Julian hat sehr viel Talent und Potenzial – er braucht nur noch mehr Spielpraxis.“ Dass der 1,91 Meter große gebürtige Osnabrücker schon heute in Aue auflaufen wird, hält Rothenpieler allerdings für „eher unwahrscheinlich“.

Dahlhaus, der nach langer Verletzungspause gerade erst wieder genesen war und Anschluss zum Team gefunden hatte, könnte dagegen schon heute für Bietigheim auflaufen. „Tims Berater ist an uns herangetreten und hat gesagt, dass es eine Anfrage gibt, weil sich dort Hannes Lindt einen Kreuzbandriss zugezogen hat“, bestätigt Rothenpieler. „Da wir bereits signalisiert hatten, dass wir für die kommende Saison nicht mehr mit Tim planen werden, wollten wir ihm die Chance nicht verbauen, denn er hat so die Möglichkeit, sich dort für einen Anschlussvertrag zu empfehlen.“

Die Zeit in Hamm war für Dahlhaus, der zu Beginn der vergangenen Saison vom HSV Hamburg zum ASV gewechselt war, nicht gerade eine glückliche. „Tim war aus den verschiedensten Gründen nicht oft da, war viel verletzt oder mit der Nationalmannschaft unterwegs“, sagt Rothenpieler. „Darum ist er bei uns nie so richtig reingekommen.“ Nun hofft der 21-Jährige beim Tabellendritten auf einen gelungenen Neuanfang. Und die Hammer dürfen sich über eine kleine Ablösesumme freuen – ein „positiver Nebeneffekt“, findet der Coach.

Ungeachtet dieser überraschenden Personalentscheidungen will Rothenpieler alle Konzentration auf das Aue-Spiel legen. „Das ist für uns jetzt viel wichtiger. Wir wissen, dass wir gut dastehen“, sagt er. „Und wir haben die Möglichkeit, oben dranzubleiben, auch wenn der EHV in eigener Halle sicherlich favorisiert ist.“

In Aue steht bis auf den langzeitverletzten Alexander Auerbach der komplette Kader zur Verfügung, wobei Marian Orlowski sich zwar warmmachen, aber noch nicht zum Einsatz kommen soll. Und einen weiteren Überraschungscoup dürfte es auch nicht mehr geben – denn das Transferfenster schließt sich heute für die laufende Saison. - güna

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