Kay Rothenpieler wieder Trainer beim ASV Hamm-Westfalen

HAMM - Manager Kay Rothenpieler übernimmt wieder offiziell das Traineramt beim Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen. Maik Machulla konzentriert sich wieder zu 100 Prozent auf seine Rolle als Spieler. Mehr im Interview:

Nicht nur die Platzierung, auch die Art und Weise wie die Mannschaft in die Saison gestartet ist, kann die Verantwortlichen nicht zufriedenstellen. Wie bewertet der Manager des ASV die Situation?

Kay Rothenpieler: „Wir sind natürlich aktuell alles andere als zufrieden. Weder mit der Platzierung noch mit der Art und Weise, wie wir manche Punkte liegen gelassen haben. Zwar trennen uns nur sechs Punkte von Platz vier, das darf uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir etwas ändern müssen.“

Geschäftsführer Franz Dressel hat vergangene Woche bereits öffentlich erklärt, dass es wirtschaftlich momentan keine Möglichkeiten für Nachverpflichtungen gibt, was ja in einer solchen Situation oft eine Maßnahme ist. Welche Möglichkeiten gibt es stattdessen?

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Kay Rothenpieler: „Wirtschaftlich bedingt haben wir in dieser Saison nicht viele Möglichkeiten. Fest steht, dass das Budget momentan keine Verpflichtungen hergibt, auch wenn Franz Dressel in guten Gesprächen mit Sponsoren für diesen konkreten Zweck steht, zum Beispiel für eine Verpflichtung etwa von Chen Pomeranz. Jetzt gilt es aber erst einmal, dass unsere Spieler alle ihr volle Leistung bringen. Nicht erst seit der Niederlage in Düsseldorf, schon seit zwei oder drei Wochen überlegen wir, was wir ändern können. Wir wussten von vorneherein, dass es mit der dünnen Spielerdecke schwierig wird. Auch die Spielertrainerrolle für Maik war ein Wagnis. Aber genau wie Spielerverpflichtungen war und ist uns auch keine Trainerverpflichtung möglich. Wir haben im Stab gemeinsam mit Rob de Pijper, Maik und mir überlegt, wie wir das lösen können. Eine Überlegung war, Maik nur als Trainer einzusetzen. Aber dafür ist er für uns als Spieler viel zu wichtig, wie die zurückliegenden Wochen ja deutlich gezeigt haben.“

Welche konkreten Maßnahmen gibt es also?

Maik Machulla: „Die Konsequenz aus unseren Überlegungen ist, dass ich mich künftig zu einhundert Prozent als Spieler einbringe. Kay wird zusammen mit Rob de Pijper das Team führen. Die Mannschaft ist bereits darüber informiert und trägt diese Entscheidung voll mit. Einer der Spieler hat es im Grunde ganz treffend gesagt: Wir können ja froh sein, dass wir einen Manager haben, der auch Trainer sein kann. Und das Duo Rothenpieler/de Pijper ist ja schon seit Jahren eingespielt. Ich kann mich jetzt voll auf das Spiel konzentrieren.“

Kay Rothenpieler: „An der Stelle ist zu ergänzen, dass Maik einen guten Job gemacht hat. Aber eben auf Kosten seiner Rolle als Spieler. Die Planungen waren vor der Saison auch so ausgelegt, dass er eben nicht fast 60 Minuten pro Partie spielen muss. Unsere jungen Spieler sind aber noch nicht so weit, dass sie ihn entsprechend entlasten können. Bei Zdenek Polasek dauert die Integration einfach etwas länger als erhofft. Und Sebastian Paul hat sich wirklich sehr gut entwickelt, der Sprung ist da in dieser starken zweiten Liga aber noch etwas zu groß.“

Wie hat die Mannschaft die Entscheidung aufgenommen?

Kay Rothenpieler: „Sehr positiv. Es ist jetzt auch für alle wichtig, dass es klare Rollenverteilungen gibt. Es hat auch eine ganz klare Ansage gegeben: Alle müssen zu einhundert Prozent mitziehen. Uns fehlen die überragenden Einzelkönner, wir sind als Kollektiv gefordert. Wenn wir dann unsere Leistung bringen, sind auch die zehn Prozent da, die im Moment vielleicht noch fehlen.“

Und dann könnte mit einer Serie auch eine Aufholjagd gestartet werden? Schließlich ist das vordere Drittel ja noch gar nicht weit weg.

Maik Machulla: „Aber genau daran dürfen wir uns jetzt nicht orientieren. Wir müssen für jeden Punkt hart arbeiten und einfach von Spiel zu Spiel schauen. Diese eingleisige zweite Liga ist eben doch viel härter und stärker, als die vorigen zweiten Ligen. Das kann man nicht mehr vergleichen, wie man ja Woche für Woche an den sehr ausgeglichenen Ergebnissen sieht.“

Manager Kay Rothenpieler in einer Doppelfunktion - verträgt sich das mit den vielen Dingen, die in den zurückliegenden Monaten im Umfeld angestoßen wurden?

Kay Rothenpieler: „Sicher ist für mich diese Doppelbelastung eher zu bewältigen, als für einen Spieler und Trainer. Erst Recht, da wir im Grunde in nächster Zeit die täglichen Aufgaben als Trio wahrnehmen werden. Denn wenn ich einen Sponsorentermin wahrnehm muss, können Rob und Maik auch eine Trainingseinheit durchführen. Und im Bereich des Marketings sind wir ja auch besser aufgestellt als zuletzt. So ist hier ja auch Johannes Balz mittlerweile in die Organisation eingebunden und leistet wichtige Hilfe. Gerade vor dem Hintergrund der erforderlichen Wirtschaftlichkeit ist dieses aus jeder Sicht bestimmt die beste Lösung.“

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