Heute Abend zu Gast in Bad Schwartau

ASV-Coach Rothenpieler: "Wir werden benutzt!"

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Möglichst oft jubeln möchte Kay Rothenpieler auch in den verbleibenden Saisonspielen mit seiner Mannschaft. Der 43-Jährige Trainer-Manager des ASV Hamm-Westfalen will mit dem Team den „größtmöglichen Erfolg“ erzielen.

HAMM - Heute endet die WM-Pause: Mit dem Gastspiel beim VfL Bad Schwartau (20 Uhr, Hansehalle Lübeck) startet Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen in die Rest-Saison. Begleitet wird der Auftakt von einigen unschönen Nebengeräuschen.

Die Bad Schwartauer stellten die Hammer öffentlich an den Pranger, weil der ASV dem Wunsch des verletzungsgeplagten VfL nach einer kurzfristigen Verlegung der Begegnung nicht nachkam (WA berichtete). Zu diesem Aspekt äußerte sich Trainer-Manager Kay Rothenpieler in einem Gespräch mit Frank Heidenreich.

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Herr Rothenpieler, erwarten Sie eine besonders hitzige Atmosphäre in Lübeck angesichts der Vorgeschichte der Partie?

In eigener Sache

Kay Rothenpieler hat sich auch zu den Zielen für die weitere Spielzeit 2014/15 geäußert. Das komplette Interview finden Sie am Donnerstag in der Print-Ausgabe des Westfälischen Anzeiger.

Rothenpieler: Generell ja – was ichaber nicht so richtig verstehen kann. Und ich finde es auch unfair, dass da mehr oder weniger eine Hetzjagd auf uns gemacht wird. Das ist eigentlich viel eher unsportlich.

Man muss das Ganze mal sachlich betrachten. Ich spiele schon 30 Jahre Handball, und ich habe es noch nie mitbekommen, dass ein Spiel wegen Verletzungen verschoben oder abgesagt worden ist. Es gab eine Anfrage, und wir haben gesagt: Okay, wenn das so extrem ist, sollen die Bad Schwartauer diese Anfrage bei der Handball Bundesliga stellen, damit diese entscheiden kann.

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Denn die Frage ist doch: Wo setzt man die Grenze? Hätten wir jetzt zugestimmt und später bei der Anfrage eines anderen Vereins nicht, dann wäre das doch unfair gegenüber der anderen Mannschaft gewesen. Deshalb sollte die HBL entscheiden. Wenn die auf Verlegung entschieden hätte, dann wäre das okay gewesen. Wenn nicht, wird gespielt. Verletzte haben wir auch immer gehabt, auch mehrere. Das gehört zum Profisport dazu.

Unser Geschäftsführer Franz Dressel hat sich in dieser Sache ja ebenfalls klar positioniert. Im Endeffekt ist es schade, dass da jetzt so ein bitterer Beigeschmack bei ist. Wir freuen uns eigentlich, dass es wieder losgeht.

Gab es anschließend nochmal Kontakt zum VfL?

Rothenpieler: Nein, gar nicht. Ich muss auch mal ganz ehrlich sagen: Ich habe im Vorfeld keinen Anruf von meinem Trainerkollegen bekommen. Das wäre ja vielleicht auch ein Schritt gewesen, um überhaupt mal zu hören, wie genau die Situation ist. Das wäre das Mindeste gewesen. Doch das ist alles auf anderer Ebene gelaufen. Und nun ist es halt so.

Kay Rothenpieler: „Die ganze Emotionalität gehört da nicht hin.“

Jetzt werden wir ein bisschen benutzt, damit die Halle voll wird. Wir werden auf diese Situation eingehen und mit der Mannschaft sprechen. Aber ich finde, diese ganze Emotionalität gehört da nicht hin. Und wenn ich das sachlich betrachte, dann muss man sich ja auch vielleicht mal eher fragen, warum so viele Verletzte da sind.

Oder man hätte beim VfL vielleicht vorher darauf reagieren können. Denn es sind ja einige Langzeitverletzte dabei. Aber es ist nicht unsere Situation. Wir haben uns auf den 5. Februar vorbereitet. Und wir hatten schon einmal für Schwartau das Spiel verlegt.

Inwiefern?

Rothenpieler: Am 28. Dezember wäre der Spieltag gewesen. Und die Schwartauer wollten verlegen, weil sie keine Halle hatten. Dem haben wir zugestimmt. Dann hatten sie den 31. Januar ins Spiel gebracht. Da haben wir gesagt, dass das nicht geht, weil die Nationalspieler wegen der WM nicht da sind. So sind wir auf den 5. Februar gekommen.

Und das muss man auch mal sagen: Als kurz vor dem Hinspiel ein Schwartauer Betreuer gestorben ist, hatten wir ihnen auch einen Tag vor dem Spiel frei gestellt, die Partie zu verlegen. Uns da jetzt sportliche Unfairness zu unterstellen, finde ich wirklich schon ein bisschen dreist.

Und noch einmal: Wir haben auch immer Verletzte gehabt, wir mussten im Dezember mit Doppelspielrecht arbeiten oder hatten den einen oder anderen aus der Zweiten dabei. Diese Situation hat doch jeder Verein mal.

Ich kenne es auch aus anderen Sportarten nicht, dass ein Spiel aufgrund von Verletzungen verlegt worden ist. Wenn das jetzt ein Virus wäre und die ganze Mannschaft flach liegt – alles okay. Das wäre ein außerordentlicher Umstand. Dafür gibt es ja Regeln. Aber eine solche gibt es im Fall von vielen Verletzungen eben nicht.

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