Der SKG Herringen ist bereit für den ganz großen Wurf

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Freut sich auf das erneute Duell mit Viana: Liam Hages.

HAMM - Die Erinnerungen sind noch frisch. Schließlich liegt dieses außergewöhnliche Erlebnis auch noch nicht so lange zurück. Gerade einmal knapp zweieinhalb Wochen ist es her, dass der SK Germania Herringen erstmals in der Vereinsgeschichte einen Punkt auf der ganz großen europäischen Rollhockey-Bühne holte. Ass Juventude de Viana musste sich mit einem 8:8 in der Glückauf-Halle begnügen. Und geht es nach Liam Hages, sollen die portugiesischen Profis am Samstagabend (22.30 Uhr) beim Rückspiel in der European League sogar das Nachsehen haben.

„Wir“, sagt der SKG-Akteur, „spielen auf Sieg.“ Sollte das klappen, wäre es ein dickes Ausrufezeichen. Und natürlich ebenfalls eine Premiere in der Klubchronik.

Die ist in jüngster Zeit durch einige Triumphe ergänzt worden, zuletzt durch den Gewinn des Doubles im Sommer. Nach dem bisherigen Saisonverlauf deutet vieles darauf hin, dass die Germanen fleißig am nächsten Kapitel in der Erfolgsgeschichte schreiben. Mit 25 Zählern aus neun Partien thront der Meister unangefochten an der Spitze der Bundesliga. „Der Punkteabstand wundert mich auch ein bisschen“, sagt Hages, der nicht damit gerechnet hat, dass sich die Titelaspiranten Cronenberg und Iserlohn so viele Fehltritte leisten. Letzterer hatte beim 3:3 gegen die Herringer sein Potenzial unterstrichen. Weshalb Hages sich auch in Vorsicht übt. „Im Moment sieht das alles souverän aus. Aber ob es das auch am Ende ist, muss man abwarten.“

Immerhin: Die bisherige Spielzeit inklusive des ungefährdeten 10:3-Erfolges am Samstag gegen Verfolger Calenberg geben dem Team reichlich Rückenwind für die „Dienstreise“ nach Nordportugal, die für den aus Spielern, Verantwortlichen und Fans bestehenden 26-köpfigen Tross am frühen Freitagmorgen mit dem Flug ab Frankfurt-Hahn beginnt, wobei Torhüter Timo Tegethoff am Samstag berufsbedingt nachreisen muss. Doch nicht nur die Erlebnisse in der Liga haben das Selbstvertrauen noch gesteigert, auch die „Erfahrung“, die das Team mittlerweile in Europa gesammelt hat. „Wir haben schon neun sehr gute Spiele in der Champions League gemacht“, sagt Hages. „Jetzt ist es einfach soweit, dass wir auch mal gewinnen.“ Zumal die Herringer beim ersten Duell gesehen haben, dass Viana – schon nach der Auslosung der Gruppe C vom SKG als vermeintlich schwächster Konkurrent ausgemacht – schlagbar ist. Doch dafür „müssen wir einen richtig guten Tag haben“, so Hages. Und die Germanen müssen „die richtigen Lehren“ ziehen, vor allem „Zorro“ in den Griff bekommen. Juventudes Luis Viana hatte im Hinspiel „bei uns in der Verteidigung alle bekloppt gemacht“, sagt Hages lächelnd. „Ihn müssen wir eng und konzentriert nehmen, wir dürfen ihm keinen Raum lassen.“

Zudem wollen sich die Herringer auf die eigenen Stärken besinnen. „Wir sind eine sehr gute Kontermannschaft“, weiß Hages um die große Qualität des SKG, wobei Trainer „Alfredo“ Meier derzeit daran arbeitet, diese leicht zu modifizieren, um die Herringer noch flexibler, noch unausrechenbarer zu machen. „Er möchte, dass wir nicht immer Hauruck spielen, dass wir den Gegner auch beobachten und uns auf ihn einstellen, dass wir mit Geduld und Kopf agieren“, erklärt Hages. „Das heißt aber nicht, dass er alles umstellen will.“ Stattdessen hat Meier auch daran gearbeitet, dass die Germanen in punkto Kraft und Kondition zugelegt haben. Denn die zusätzlichen Spiele und der Reiseaufwand gepaart mit dem Bundesliga-Alltag und, nicht zu vergessen, den beruflichen Anforderungen kosten Energie. Zwar hilft dem Team stets, dass „wir alle einfach unheimlich gerne Rollhockey spielen. Das ist unsere Leidenschaft. Und noch dazu sind wir die besten Freunde“, sagt Hages. Doch er weiß auch, dass die „Basics“, die Meier vermittelt, „uns im weiteren Saisonverlauf zugute kommen“. Vielleicht schon am kommenden Samstag. - fh

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