SKG Herringen freut sich über Herbstmeisterschaft

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Lob von Trainer Hans-Werner Meier gab es für Torhüter Timo Tegethoff.

Hamm – Nein, die Meisterfeier haben sie natürlich noch nicht geplant. Doch dass sie zur Saison-Mitte auf Platz eins der Rollhockey-Bundesliga stehen, freut Trainer und Spieler des SK Germania Herringen gleichermaßen. Schließlich hatte damit im SKG-Lager nach den Hiobsbotschaften, die der Verein vor Saisonbeginn zu verkraften hatte, nicht jeder gerechnet.

Die Schulter-Operation bei Liam Hages, die dafür sorgte, dass der Stammspieler bis mindestens Februar zum Zusehen verurteilt ist, und die Doping-Sperre für Torhüter Maurice Michler hatten dafür gesorgt, dass der Vorsitzende Michael Brandt nur zu vorsichtigen Prognosen bereit war und prophezeit hatte, dass „wir es etwas ruhiger angehen lassen müssen in der Hinrunde“. Nun, nach dem 13:5-Erfolg beim RHC Recklinghausen am letzten Spieltag der Hinserie winkt die Truppe bereits wieder von der Tabellenspitze. „Wir sind ja nicht optimal gestartet“, erinnert Trainer Hans-Werner Meier daran, dass es durchaus Probleme in der Hinrunde zu bewältigen gab. „Zum Beispiel beim 0:0 in Iserlohn, wo wir zusätzlich auf Stephan Gürtler und Marcel Stork verzichten mussten. Aber die Mannschaft war gut drauf. Ich weiß nicht, was mit den anderen Mannschaften los war – auf jeden Fall lief alles gut für uns.“

Was für den Hammer Coach allerdings kein Freifahrtschein für die Rückserie ist. „Wie die aussehen wird, wird sich zeigen. Ich habe ja gesagt, dass sich einige Mannschaften erst einspielen müssen und sicher noch kommen werden – wie Walsum, wo es genauso gekommen ist. Oder Iserlohn und Darmstadt.“

An der Leistung der eigenen Mannschaft gab es für Meier nicht viel zu meckern. Das Team spielte konstant, gab neben dem 0:0 in Iserlohn, nur beim 4:7 gegen Bison Calenberg Punkte ab. „Das Spiel haben wir zunächst im Kopf verloren – und dann erst auf dem Feld“, ist sich Meier sicher. „Alle anderen sind gut gelaufen. Das Team hat sich reingehängt. Von daher ist es verdient, dass wir da oben stehen.“

Auch das Aus im europäischen Cers-Cup beim favorisierten Follonica Hockey weiß Meier richtig einzuschätzen. „Vom reinen Ergebnis her war das vielleicht eine Klatsche“, sagt er. „Aber dem war nicht so. Wir haben sicherlich ein paar dumme Fehler gemacht, und die hohe Quote bei den Abspielfehlern war erschreckend – aber international wird eben noch schneller gespielt.“

Als positive Überraschung der Hinrunde sieht Meier die Entwicklung von Torhüter Timo Tegethoff. „Es ist bemerkenswert, wie Timo aufgeblüht ist. Man merkt ihm an, dass er weiß, er ist jetzt die Nummer eins. Er hat auf konstantem Niveau super gehalten.“ Das sei zuvor neben Maurice Michler nicht immer so gewesen, der sehr kaltschnäuzig und abgebrüht agiert hat, während Tegethoff der Typ sei, der „sehr viel nachdenkt.“

Auch durch die Ergänzung des Kaders mit dem Portugiesen Joka Ferreira sieht der Trainer sein Team gut aufgestellt. „Er hat in Follonica eine super Leistung abgerufen“, lobt Meier und glaubt nicht, dass die erneute Konkurrenzsituation für negativen Druck bei Tegethoff sorgen wird. „Timo hat ja bewiesen, dass er es kann. Da dürfte nichts passieren.“

Eine positive Entwicklung sieht Meier auch bei den Feldspielern – vor allem bei denen, die nicht zur Startformation gehören. „In Iserlohn war ich überrascht, wie Philipp Michler und Justin Klein sich da reingehängt haben. Auch Marcel Stork hat einen Schritt nach vorne gemacht. Leider war das noch nicht konstant so. Sie dürfen einfach nicht aufhören, sich im Training zu zeigen und Druck auf die anderen auszuüben.“

Für die Rückrunde hat sich der Trainer fest vorgenommen, nicht nachzulassen. Denn: „Wer zufrieden ist, hat schon den ersten Schritt zurück gemacht. Wir wollen so viele Punkte wie möglich holen und möglichst als Erster in die Playoffs gehen“, sagt Meier und macht klar, dass „wir Meister und Pokalsieger werden wollen. Den Anspruch haben wir. Denn mit allem anderen wäre die Mannschaft unterfordert. Ob wir es am Ende schaffen, ist eine andere Frage.“ Sollte es klappen, dürfte einer spontanen Meisterfeier nichts mehr im Wege stehen.

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