SKG Herringen verliert in Follonica mit 3:7

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Malzeit: Das Essen schmeckte nach der 3:7-Niederlage in Follonica bereits wieder.

Follonica - Sie hatten sich viel vorgenommen – am Ende gingen die Spieler des SK Germania Herringen im Erstrunden-Rückspiel um den europäischen Cers-Cup bei Follonica Hockey zwar mit fliegenden Fahnen unter, dafür aber erhobenen Hauptes vom Feld.

Mit 3:7 (2:2) unterlag die Mannschaft von Trainer Hans-Werner Meier nach der 3:4-Hinspielniederlage in eigener Halle auch beim Tabellenfünften der ersten italienischen Rollhockey-Liga. Doch zumindest in den ersten 25 Minuten hatten die Germanen die Sensation auf dem Schläger und lieferten den Gastgebern einen Schlagabtausch auf Augenhöhe.

Zweimal gelang es den Herringern im Laufe der Partie, in Führung zu gehen – doch am Ende sorgten ein paar Abwehr-Patzer im ersten Durchgang und die mutige „Alles-oder-nichts-Spielweise“ im zweiten dafür, dass der Mitfavorit auf den Cupsieg letztlich ungefährdet in die zweite Runde des Wettbewerbs einzog. „Gerade in der ersten Halbzeit haben wir es fast schon verspielt, denn da hätten wir eigentlich mit zwei Treffern vorn liegen müssen“, sagte Kapitän Lucas Karschau. „Da haben wir ärgerliche Tore kassiert. Und wenn wir mit einem 4:2 in die Halbzeit gegangen wären, dann wäre die Partie sicher ein bisschen anders gelaufen.“

Durch den berufsbedingten Ausfall von Torhüter Timo Tegethoff feierte Neuzugang Joka Ferreira nach seinen ersten Einsätzen in der Bundesliga auch seine internationale Premiere – und machte seine Sache gut. „Er ist ein starker Rückhalt gewesen“, erhielt der Portugiese ein positives Zeugnis von seinem Kapitän. „Er hat uns lange im Spiel gehalten. Dass es am Ende so hoch ausgefallen ist, lag daran, dass wir aufmachen mussten.“

Mit Lucas Karschau, Kevin Karschau, Robin Schulz und Stefan Gürtler vor Ferreira gingen die Herringer, die erst am Freitagabend in Pisa gelandet waren und die 100 Kilometer zum Spielort am Samstag mit dem Bus bewältigen mussten, die Begegnung an – und erwischten einen Traumstart.

Schon nach vier Minuten war Robin Schulz zur Stelle und brachte den SK Germania in Führung. Ein Treffer, der Selbstvertrauen gab und das Gefühl, dass durchaus etwas möglich war. Daran änderte auch der Ausgleich der Italiener (8.) nichts, die eine Minute zuvor bereits ihre erste Auszeit genommen hatten.

Meier, der mit dem Auftritt seiner Mannschaft „sehr zufrieden“ war, wechselte, brachte nach zwölf Minuten Luis Hages für Kevin Karschau, und nachdem Ferreira einen Penalty der Italiener entschärft hatte (14.), jubelte Herringen das zweite Mal, als Stefan Gürtler das 2:1 erzielte (16.). Vielleicht wäre die Partie anders gelaufen, wenn die Gastgeber nicht kurz vor der Pause erneut egalisiert hätten.

Neun Minuten durften die Germanen nach der Pause noch auf die Überraschung hoffen, hatten auch gute Möglichkeiten, erneut in Führung zu gehen, doch als Follonica das 3:2 (34.) und sieben Minuten später das 4:2 gelang, war das Urteil gesprochen. Herringen, das im zweiten Durchgang lange mit der Startaufstellung auf dem Feld stand, musste nun die Deckung öffnen, riskierte viel und verlor alles. Ein Direkter brachte das 5:2 (43.), ehe Schulz per Penalty am italienischen Torhüter scheiterte (45.). Stefan Gürtler machte es eine Minute später besser und brachte sein Team noch einmal auf 5:3 heran, doch nur wenige Sekunden später stellten die Hausherren den alten Abstand wieder her, ehe sie zwei Minuten vor dem Ende nach dem zehnten Herringer Teamfoul für den Endstand sorgten. „Am Ende sind wir denen ins offene Messer gelaufen“, räumte Lucas Karschau ein. „Da hätten wir länger die Ruhe bewahren, ruhiger spielen müssen. Um gegen so eine Mannschaft weiter zu kommen, brauchst du aber auch einfach ein wenig mehr Glück.“

Spätestens beim gemeinsamen Abendessen mit den Italienern überwog aber wieder der Stolz darauf, eine starke Vorstellung abgeliefert zu haben. „Natürlich wollten wir weiter kommen“, sagte Lucas Karschau. „Aber wir hatten halt das Lospech, dass wir gleich einen starken Italiener vekommen haben.“ - güna

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