Top-Spiel zwischen SKG Herringen und ERG Iserlohn

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Der SKG Herringen, hier Lucas Karschau, und die ERG Iserlohn liefern sich stets spannende Duelle.

HAMM - Es gibt zahlreiche Bezeichnungen, die dieses Duell treffend beschreiben. Das westfälische Derby ist es sowieso, ein Prestige-Duell noch dazu, ein Spitzenspiel allemal. Vor allem aber ist das Gipfeltreffen in der Rollhockey-Bundesliga am Samstag (15.30 Uhr) zwischen der ERG Iserlohn und dem SK Germania Herringen das Kräftemessen der zwei derzeit wohl stärksten nationalen Teams. „Das sind die beiden Mannschaften, die da oben hingehören“, meint der SKG-Vorsitzende Michael Brandt.

„Da oben“, das heißt: Der Tabellenerste SKG tritt in einer Neuauflage der letztjährigen Finals um die Deutsche Meisterschaft, die sich Herringen sicherte, und den Pokal, der ins Sauerland ging, bei seinem direkten Verfolger an. Und hält zwei Spieltage vor dem Abschluss der Punkterunde alle Trümpfe im Kampf um die beste Ausgangsposition für die Play-offs in der Hand. Ein Punkt beträgt der Vorsprung der Germanen (40 Zähler) auf den Dauer-Rivalen nach einer bislang makellosen Rückrunde, in der der SKG in allen bisher ausgetragenen sieben Partien als Sieger vom Feld ging. „Wir haben eine gute Ausgangsposition, wir haben es selbst in der Hand“, sagt Brandt. Sollten die Germanen mindestens einen Zähler aus der Hemberghalle mitbringen, wäre ihnen im Falle eines anschließenden Sieges am letzten Spieltag daheim gegen IGR Remscheid Platz eins nicht mehr zu nehmen. Und wie wichtig das Heimrecht in den entscheidenden zweiten beziehungsweise – falls erforderlich – dritten Partien sämtlicher Play-off-Runden sein kann, erlebten die Herringer im Vorjahres-Kampf um die Meisterschaft.

Doch im Duell der beiden Euro-League-Teilnehmer dürfte es wieder sehr eng zugehen. Im Hinspiel deutete zwar lange einiges auf einen deutlichen SKG-Erfolg hin, der zwischenzeitlich gar mit 4:1 führte. Am Ende allerdings stand die erste und bislang einzige Heimniederlage (4:5). „Die wurmt uns immer noch“, gesteht Brandt. „Wir hatten das Spiel in der ersten Halbzeit absolut bestimmt, Iserlohn war fast schon chancenlos. Aber wir haben es nicht konsequent zuende gespielt. Iserlohn wurde stärker, als wir versucht haben, das Geschehen zu kontrollieren.“

Was aber nicht bedeutet, dass der SKG im Sauerland bedingungslos seine offensiven Qualitäten – mit 111 Treffern stellen die Herringer den stärksten Angriff – gegen die beste Defensive der Liga (42 Gegentore) ausspielen wird. Die Ausgangslage erlaubt es der in Bestbesetzung antretenden Mannschaft von Trainer Detlef Schulz, erst einmal abzuwarten, das sonst so aggressive Pressing und schnelle Umschaltspiel ein wenig zu drosseln und „Sicherheit in unsere Aktionen zu bringen“, erklärt Brandt. Doch auch die Gastgeber werden nicht alles auf eine Karte setzen, ERG-Trainer Quim Puigvert gilt als Freund des defensiven Rollhockeys. „Iserlohn ist darauf bedacht, in der Abwehr sicher zu stehen und über einen sicheren Spielaufbau den Weg nach vorne zu suchen“, erklärt Brandt.

Dass die Partien gegen die Iserlohner, bei denen mit den Glowka-Brüdern Patrick und Sebastian zwei Ex-Herringer im Kader stehen, für besondere Motivation bei den Germanen sorgen, hatte der SKG-Chef bereits vor dem Pokalspiel gegen Remscheid (6:2) gemerkt. „Da war es für den einen oder anderen schwerer, sich zu fokussieren, weil er mit seinen Gedanken schon eine Woche weiter war“, so Brandt, der heute eine spannende Auseinandersetzung erwartet. „Das sind zwei Mannschaften auf Augenhöhe“, sagt er. „Am Ende geben Kleinigkeiten den Ausschlag. Die Tagesform wird entscheidend sein – und die der Torhüter.“ - fh

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