Ein Ring Vorsprung – SGH zittert sich zum Ligaerhalt

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Gut in Form: Julia Budde.

HANNOVER - Hochmotiviert und mit einer sehr optimistischen Einstellung war die Schießgesellschaft Hamm die Relegation im Landesleistungszentrum in Hannover angegangen, um sich in den zwei anstehenden Wertungsdurchgängen endgültig den Klassenerhalt für die Bundesliga Nord zu sichern.

Die vorherrschende Zuversicht schlug aber sehr schnell – noch während des laufenden ersten Qualifikationswettkampfes – in ein allgemeines Bangen und Hoffen um. Am Ende aber zitterten sich die Hammer zum Ligaerhalt.

Das Trainergespann Andreas Send und Pierre-Edmond Piasecki vertraute nach den Trainingseindrücken auf Julia Budde, Melanie Pinto Coelho, Dana Prüfe, Anna Steinhoff und Piasecki. Während bei dem französischen Olympiasechsten (395 Ringe) sowie Budde (391) alles nach Plan lief, mussten Pinto Coelho (389) und Prüfe (389) sehr kämpfen, um annähernd an ihre Bundesliga-Resultate heranzukommen. Doch große Sorgen bereitete dem mitgereisten SGH-Vorstand diesmal Anna Steinhoff. Die junge Akteurin, die nie ihren Rhythmus fand, brach Mitte des Wettkampfes völlig ein und beendete den Durchgang mit für sie indiskutablen 377 Ringen. Mit einem Gesamt-Ergebnis von lediglich 1941 Ringen fand sich die SG Hamm als einer der beiden Topfavoriten der Relegation nur auf Rang vier des Klassements mit neun Zählern Rückstand auf den erstrebenswerten zweiten Platz wieder. In Führung lag die SGi Mengshausen (1958 Ringe) vor dem SV Gölzau (1950) und dem SSV Baunatal (1949). Direkt hinter der SGH, ringgleich auf Rang fünf, machte sich auch noch die Giebichensteiner SGi Halle Hoffnungen auf die Bundesliga.

Für die völlig aufgelöste und von sich enttäuschte Steinhoff kam im zweiten, alles entscheidenden Durchgang Moritz Brunnenberg zum Einsatz. Sollte der Klassenerhalt noch geschafft werden, musste nicht nur eine Spitzenleistung von der SGH erbracht, sondern auch ein wenig auf die ein oder andere Schwäche der Konkurrenz gehofft werden. Aber schon zu Beginn des Wettkampfes zeigten die SGH-Akteure ein ganz anderes Gesicht.

Budde steigerte sich um fünf Zähler auf erstklassige 396, Trainer Piasecki hielt dagegen und beendete seinen Wettkampf ebenfalls mit 396 Ringen. Auch Pinto Coelho verbesserte sich um fünf Ringe (394), Prüfe um drei auf gute 392. Etwas bangen mussten die SGH-Verantwortlichen nur bei Brunnenberg. Der deutsche Juniorenmeister hatte beim Start sowie in der letzten Serie zu kämpfen, hielt dem Druck aber stand und steuerte am Ende 385 Ringe zum Gesamtresultat zu. 1963 Zähler, das geforderte Spitzenresultat – das beste der Relegation – war erbracht, und insgesamt wurden 3 904 Ringe erzielt. Aber was hatte die Konkurrenz geschossen?

Das große Zittern begann – und dann kam der Aufschrei der Erleichterung. Mit einem Ring Vorsprung auf den Vizemeister der 2. Bundesliga-Ost, SV Gölzau (3 903), machte die Schießgesellschaft Hamm den fast schon verlorenen Klassenerhalt tatsächlich noch perfekt.

Sieger der Relegation wurde die SGi Mengshausen (3 917) und gehört damit nach nur einjähriger Abwesenheit wieder der Bundesliga Nord an. Bei den Akteuren der Schießgesellschaft dürfte erst einmal pure Erleichterung und Freude herrschen. Dem Vorstand mit Wolfgang Tönjann und Uwe Nedza sowie dem SGH-Trainerstab steht allerdings mit der Relegation der Bundesligareserve am 16. Februar in Bad Homburg bereits die nächste Herausforderung bevor.

Die Verantwortlichen hoffen nun, dass die Reserve es dort nicht auch zu einer so nervenaufreibenden Zitterpartie wie die erste Mannschaft in Hannover kommen lässt. - gg

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