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Riesige Vorfreude: Sophie Leube startet erneut beim CHIO in Aachen

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Von: Rainer Gudra

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Sophie Leube und Jadore Moi im vergangenen Jahr bei ihrer Premiere in der Aachener Soers.
Sophie Leube und Jadore Moi im vergangenen Jahr bei ihrer Premiere in der Aachener Soers. © imago

Die Hammer Vielseitigkeitsreiterin Sophie Leube hat wie erwartet einen Startplatz für den „Concours Hippique International Officiel“ in Aachen erhalten.

Hamm - Schließlich gehört die 35-Jährige seit März mit ihrem Spitzenpferd Jadore Moi zum Olympiakader. Für die besten deutschen Buschreiter ist der CHIO eine weitere wegweisende Station auf dem Weg zur Weltmeisterschaft, die im September in Pratoni del Vivaro (Italien) stattfinden wird.

„Mein Gefühl ist sehr gut und ich freue mich riesig darauf, durch die Soers reiten zu dürfen. Ich kenne das Gefühl ja schon vom letzten Jahr“, meinte Leube, die bereits seit Mittwoch in Aachen ist, wo neben zehn deutschen Paaren fast die komplette Weltelite starten wird.

Auf zwei Tage verkürzt

Die Wettbewerbe werden am Freitag, 1. Juli, um 8.30 Uhr mit der Dressur eröffnet, am frühen Abend ab 17.45 Uhr mit dem Springen fortgesetzt und bereits am Samstag, 2. Juli, ab 9.30 Uhr mit dem Geländeritt beendet.

Im Gegensatz zu 2021, als die Tribünen wegen der Corona-Beschränkungen nur spärlich gefüllt waren, erwartet die „Buschreiter“ dieses Mal wieder eine ganz andere Atmosphäre und ein volles Haus beim Springen und auch auf der Geländestrecke. „Nervös macht mich das aber nicht. Im Gegenteil. Das beflügelt mich eher, und meine Stute lässt sich davon auch nicht beirren“, sagt Leube.

Platz acht bei der Premiere

2021, bei ihrer Premiere beim Weltfest des Pferdesports, lag sie mit Jadore Moi nach der Dressur in Führung, vergab dann mit zwei Abwürfen im Springparcours ihre Chancen auf den Gesamtsieg, sicherte sich aber mit einem bärenstarken Geländeritt als Gesamt-Achte noch eine viel beachtete Top-Platzierung.

Am Ende reichte es nicht für einen Platz im Kader für die Olympischen Spiele in Tokio, doch der ganz große internationale Durchbruch gelang doch noch: Zum Saisonabschluss siegte Leube beim offiziellen Nationenpreis der Niederlande in Boekelo.

Erster Versuch mit fünf Sternen

Auf die Deutsche Meisterschaft hatte sie jüngst verzichtet, dafür aber parallel ihre Premierenvorstellung in der Königsklasse gegeben. Beim Fünfsterne-Event in Luhmühlen – noch einmal eine Kategorie schwerer als DM, EM, WM oder Olympische Spiele – startete sie mit ihrer 12-jährigen Erfolgsstute als Siebte in der Dressur sehr vielversprechend, auch wenn sie nicht ganz zufrieden war. Ein versprungener Galoppwechsel hatte Punkte gekostet. Ein Vorbeiläufer am ersten Wasserhindernis beendete am Tag darauf im Gelände den Auftritt nach Absprache mit dem Bundestrainer. „Sophie hat nach einem frühen Fehler wie vereinbart aufgegeben und kann nun in Aachen beweisen, dass das einfach Pech war“, sagte Thomsen.

„Die Stute war übermotiviert. Wir haben beim Wassereinsprung einen mächtigen Satz gemacht und deshalb die Linie nicht mehr geschafft. Der Sprung kam einfach zu schnell und es war eng zu wenden“, erläuterte die Reiterin das Problem, war aber trotz des Ausstiegs nicht unzufrieden. „Das ist noch einmal so ein nächster Schritt. Ein großes Ziel, das ich immer erreichen wollte – und ein bisschen unglaublich auch, das jetzt erreicht zu haben.“

Entscheidung in Haras de Pin

Ein Rückschlag im Kampf um ein WM-Ticket sei das nicht gewesen. Und dass sie dafür auf die Deutsche Meisterschaft verzichtet hat, ärgere sie auch nicht: „Ich wollte diese Herausforderung unbedingt annehmen. Das war nun einmal der gewählte Sichtungsweg für Pratoni.“ Dort hatte sie im Frühjahr bei der WM-Generalprobe bereits den Nationenpreis bestritten und war dabei mit sich und der Leistung ihrer Stute zufrieden gewesen.

Aachen wird die vorletzte Sichtung auf dem Weg zur Weltmeisterschaft sein. Wer mitreisen darf, entscheidet sich vom 11. bis zum 14. August im französischen Haras de Pin. Dort wird, gut vier Wochen vor der WM, die Shortlist erstellt. „Alles ist offen“, sagt Leube. Sollte sie das große Ziel nicht erreichen, bliebe immer noch ein Restprogramm, zu dessen Inhalt durchaus ein zweiter Anlauf bei einem Fünfsterne-Event gehören kann. „Ja“, sagt Sophie Leube, „das wäre durchaus ein Plan B.“

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