Rhynerns Trainer Mehnert denkt nicht ans Aufhören

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Trainer Björn Mehnert hatte eine kurze Nacht.

Hamm - Es war eine kurze Nacht, die Björn Mehnert von Sonntag auf Montag in seinem Bett verbracht hatte. Lediglich zwei oder drei Stunden hatte der Coach des Fußball-Oberligisten SV Westfalia Rhynern nach der 1:3-Heimniederlage gegen den SC Roland Beckum und seinen vielsagenden Worten („Ich muss erst einmal eine Nacht darüber schlafen, ob das alles noch Sinn macht, so viel Zeit und Leidenschaft zu investieren.“) die Augen schließen können.

„Ich habe mir schon viele Gedanken gemacht, mich beschäftigt das alles sehr“, erklärte der Coach – ehe er klarstellte: „Es gab Fußball am Papenloh vor Björn Mehnert. Und es wird Fußball bei der Westfalia nach Björn Mehnert geben. Aber der Zeitpunkt, in Rhynern aufzuhören, ist noch nicht gekommen. Ich habe weiter Bock auf die Geschichte. Ich bin keiner, der vor einer schwierigen Aufgabe flüchtet.“

Letztlich war es dem 39-Jährigen mit seiner Aussage nach der Partie am Sonntagnachmittag auch nicht darum gegangen, ein mögliches Ende seiner Tätigkeit in Rhynern einzuläuten. Sondern er wollte vielmehr eindringlich darauf hinweisen, dass die Relation zwischen Aufwand und Ertrag nicht stimmt.

„Ich hatte mir diese Worte nach dem Spiel natürlich gut überlegt“, betont er. „Denn es stellt sich schon die Frage, ob es sich lohnt, so viel Zeit zu investieren wie ich es mache. Ich beobachte andere Spiele, gucke mir bestimmte Akteure an, führe Gespräche, bereite das Training vor und vieles mehr. Denn das, was man einbringt, und das, was man zurückbekommt, müssen im Einklang bleiben. Ich gebe definitiv eine Menge. Die Jungs, die unter mir trainieren, sind meine Herzensangelegenheit, für die würde ich durchs Feuer gehen.“

Aber Mehnert zweifelt derzeit daran, ob seine Schützlinge bereit sind, ebenfalls so viel einzubringen wie er. Die bisherigen Leistungen seines Teams liefern ihm dafür mehr als genug „Beweismaterial“. So auch der Auftritt der Westfalia am Sonntag gegen Roland Beckum, als die Mannschaft vor allem im ersten Durchgang all die Tugenden vermissen ließ, die nötig sind, um ein Fußballspiel zu gewinnen.

„Kämpfen und rennen sind dabei eine Grundvoraussetzung, die man einfach erwarten muss. Und wenn es an der Einstellung liegt, dann sollen die Jungs das untereinander bei einem klärenden Gespräch bereden“, erläutert Mehnert.

„Denn wer denkt, dass der Trainer der Hauptmotivator ist, der ist falsch gestrickt und hat auf diesem Niveau nichts zu suchen. Die Spieler sind diesbezüglich für sich selbst verantwortlich. Der Coach kann da höchstens unterstützend eingreifen.“

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