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Rhynerns Torjäger Eduard Probst träumt von der Profi-Karriere

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Von: Patrick Droste

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Ein Mann mit Torriecher: Eduard Probst hat sich bei Westfalia Rhynern durchgesetzt.
Ein Mann mit Torriecher: Eduard Probst hat sich bei Westfalia Rhynern durchgesetzt. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Vor der Saison war Eduard Probst nur wenigen Experten bekannt. Doch der 20 Jahre alte Stürmer des Oberligisten SV Westfalia Rhynern hat sich innerhalb kürzester Zeit in der westfälischen Fußball-Szene einen Namen gemacht. Mit 14 Treffern belegt der Angreifer hinter seinem Teamkollegen Hakan Sezer Platz zwei in der Torschützenliste – und hat nun große Ziele vor Augen.

Hamm – „Mit Rhynern will ich Oberliga-Meister werden“, sagt Probst und verrät auch gleich, wohin ihn seine Karriere noch führen soll: „Welcher kleine Fußballjunge träumt nicht davon, Fußball-Profi zu werden. Ich bin noch jung und will das mit Fleiß und Gottes Hilfe schaffen.“

Dass er mit der Westfalia zum Jahresende auf dem sechsten Tabellenplatz steht und die Rhyneraner damit in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen sind, hat Probst nicht sonderlich überrascht. „Wenn man sich die vergangenen Jahre anschaut, dann sieht man, dass Rhynern immer oben dabei war, einmal sogar den Aufstieg in die Regionalliga geschafft hat“, sagt er und erklärt auch gleich, warum die Elf vom Papenloh jede Saison konstant gute Leistungen abruft: „Mit Alexander Hahnemann, Tim Neumann, Michael Wiese und den Kleine-Brüdern ist schon länger ein guter Stamm da. Und dann kommen immer wieder frische Leute dazu – und in dieser Kombination klappt das.“ Probst selbst kam im Sommer 2020 aus der Jugend von Preußen Münster nach Rhynern.

Probst übernimmt auf Anhieb das Toreschießen

Allerdings lief es bei der Mannschaft von Trainer Michael Kaminski Anfang der Saison nur bedingt rund, vor allem in den Auswärtsspielen hatte das Team einige überraschende Punktverluste hinnehmen müssen. Erst am siebten Spieltag gelang am 10. Oktober mit dem 3:0-Erfolg in Siegen der erster Dreier in der Fremde, anschließend robbte sich Rhynern immer näher an die oberen Plätze heran. „Trotzdem fällt es uns zuhause leichter, die Punkte einzufahren. Da sind wir deutlich selbstbewusster. Und die Gegner haben Schwierigkeiten, am Papenloh zu spielen“, erklärt Probst, der selbst einen großen Teil zur guten Platzierung beigetragen hat.

Denn nach der schweren Verletzung von Lennard Kleine, der sich am dritten Spieltag in Wattenscheid die Patellasehne gerissen hatte, wurde der 20-Jährige von Kaminski ins kalte Wasser geschmissen und war im Angriff von heute auf morgen für das Toreschießen verantwortlich. Probst löst diese Aufgabe bisher mit Bravour und zeigt, dass die Westfalia auf ihn zählen kann. Er selbst ist davon nicht sonderlich überrascht. „Als Lennard plötzlich ausfiel, habe ich mir keine großen Sorgen gemacht, wie der eine oder andere. Ich habe unser Hinrundenziel, unter die ersten fünf zu kommen, nicht in Gefahr gesehen“, betont er. „Natürlich war das eine krasse Schwächung. Aber eine Person alleine kann das Ziel sowieso nicht erreichen. Und ich wusste, dass ich ihn auf eine andere Weise ersetzen kann.“

Im Lockdown mit dem besten Freund mitgehalten

Probst hatte sich nämlich während des Corona-Lockdowns, als von November 2020 bis zum Frühjahr 2021 der Spiel- und Trainingsbetrieb ausgesetzt waren, individuell fit gehalten. Er hatte viel Krafttraining absolviert und mit seinem besten Freund, Dario Markovski, der neulich für die Nordmazedonische U19-Nationalmannschaft debütierte, auf dem Fußballplatz einige Einheiten absolviert. „Ich hatte mir vorgenommen, in dieser Oberliga-Saison den Durchbruch zu schaffen“, betont er.

Als er gegen Wattenscheid schon früh Lennard Kleine ersetzen musste, hatte er noch einige gute Chancen liegen gelassen. Anschließend aber traf er mit einer beeindruckenden Regelmäßig- und Selbstverständlichkeit und schoss die Westfalia zusammen mit Hakan Sezer weit nach oben in der Oberliga. „Ich habe natürlich auch das Glück, dass ich mit Michael Kaminski einen sehr guten Trainer habe, der jungen Spielern eine Chance gibt, wenn sie fleißig sind und immer Vollgas geben“, sagt Probst, der mit jedem Treffer mehr Selbstvertrauen sammelte und dadurch immer ehrgeiziger wurde. „Wenn man merkt, dass es läuft, arbeitet man noch härter an sich.“

Tore ein „Verdienst der ganzen Mannschaft“

Diesen Instinkt, im richtigen Moment in die Tiefe zu starten und auch goldrichtig zu stehen, um den Ball per Abstauber oder nach einem Querpass über die Linie zu schieben, hatte er schon als Kind. „Das kann man nicht trainieren. Wichtig ist aber, dass das Timing passt, die Pässe von den Mitspielern genau im richtigen Moment kommen. Denn ohne die anderen Jungs könnte ich wenig ausrichten“, sagt er. „Letztlich ist das alles ein Verdienst der ganzen Mannschaft. Und ich freue mich, dass ich der Mannschaft helfen kann.“

Und so ist er zuversichtlich, dass er mit der Westfalia, bei der er einen Vertrag bis 2023 besitzt, noch einiges erreichen kann. Zuerst einmal will er mit Rhynern nach Abschluss der Hinrunde unter den ersten fünf Teams stehen. „Dann haben wir noch neun Spiele, da ist alles möglich. Ich will auf jeden Fall den Aufstieg schaffen“, sagt er. Und anschließend träumt er davon, dass es für ihn noch weiter nach oben geht und er sich seinen Traum vom Fußball-Profi erfüllen kann.

Vorbild Iljutcenko?

So wie es zum Beispiel Stanislav Iljutcenko geschafft hat, der über Westfalia Rhynern zuerst zum VfL Osnabrück und dann zum MSV Duisburg gewechselt ist, ehe er jetzt beim südkoreanischen Meister Jeonbuk Hyundai unter Vertrag steht und dessen Marktwert laut transfermarkt.de derzeit bei zwei Millionen Euro liegt. „Von ihm haben mir die anderen Jungs in Rhynern schon erzählt“, sagt Probst.

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