Fußball

Derbys schon in beiden Trikots bestritten

Patrick Franke ist der einzige Akteure, der im Derby schon die Trikots beider Hammer Oberligisten getragen hat.
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Patrick Franke ist der einzige Akteure, der im Derby schon die Trikots beider Hammer Oberligisten getragen hat.

Er wird am Sonntag der einzige Akteur sein, der Derbyerfahrung im blauen und im weinroten Trikot sammeln durfte. Patrick Franke, 24 Jahre alter Linksverteidiger des SV Westfalia Rhynern, lief vor seinem Wechsel an den Papenloh von 2017 bis zum Sommer 2020 für die Hammer SpVg auf und kam in dieser Zeit viermal im Ortsduell zum Einsatz.

Hamm – „Einen Sieg durfte ich mit der HSV gegen Rhynern aber nie feiern”, sagt Franke, der dreimal verlor und lediglich im August 2019 zumindest einen Punktgewinn beim torlosen Remis bejubeln durfte. Den Dreier im Ortsduell holte er dann direkt im ersten Derby mit seinem neuen Klub nach, als er im Spätsommer 2020 mit Rhynern im Hammer Osten mit 2:1 triumphierte.

Dies würde Franke mit seinen Teamkollegen am Sonntag (Anstoß 18 Uhr, Viactiv-Arena) nur zu gerne wiederholen. Allerdings hat das durch die 0:5-Pleite in Sprockhövel am vergangenen Wochenende einen derben Dämpfer bekommen. Diesen schwachen Auftritt und die derbe Packung schleppen die Rhyneraner durch diese Trainingswoche und gehen mit diesem Ballast auch in das Prestigeduell gegen den Ortsrivalen. „Unsere Auftritte zuhause gegen Schermbeck, Rheine und im Pokal gegen Wiedenbrück waren richtig, richtig gut. Auswärts war es trotz der beiden 2:3-Niederlagen in Ennepetal okay und in Wattenscheid gut. In Sprockhövel war es das erste Mal in dieser Saison, dass wir unsere Leistung nicht abgerufen haben”, sagt Franke. „Wir haben an dem Tag einfach nicht ins Spiel reingefunden, haben all die Grundtugenden, auf die es im Fußball ankommt, vermissen lassen und müssen nun zusehen, dass wir Sprockhövel schnell vergessen machen.”

Die Pleite wieder gerade biegen

Am liebsten soll dies seiner Meinung nach mit einem Sieg gegen die Hammer SpVg gelingen. Daher ist bei ihm die Vorfreude, die vor einem Derby sowieso schon groß ist, dieses Mal noch ein bisschen größer. „Derbys machen einfach besonders viel Bock. Man trifft auf den Stadtrivalen, es kommen mehr Zuschauer als sonst und man kann zeigen, dass man die Nummer eins in Hamm ist”, sagt Franke – und fügt hinzu: „Und für uns ist es jetzt die große Möglichkeit, diese 0:5-Pleite wieder gerade zu biegen.”

Dass sich seine Teamkollegen und er in Sprockhövel nach den beiden Galavorstellungen gegen den zuvor verlustpunktfreien FC Eintracht Rheine (3:0) und im Westfalenpokal gegen den Regionalligisten SC Wiedenbrück (1:0) zu sicher waren und sie meinten, alles würde jetzt automatisch laufen, streitet Franke vehement ab. Vielmehr wollten sie die gute Woche unbedingt mit einem Sieg bei der TSG krönen und voller Selbstbewusstsein ins Derby gehen. „Wir waren gut vorbereitet, kamen aber überhaupt nicht in die Partie und haben uns mit anderen Dingen wie mit dem Schiedsrichter beschäftigt. Das darf uns nicht wieder passieren”, mahnt der nur 1,69 Meter große Abwehrspieler. „Zumindest wissen wir jetzt aber, was wir Sonntag besser machen müssen.”

Den Heimvorteil nutzen

Und das ist eine ganze Menge. Darüber ist sich auch Franke im Klaren. „In einem Derby geht es nur über den Kampf, über den Willen, über die Bereitschaft. Das alles hat uns in Sprockhövel gefehlt. Das muss gegen die HSV von der ersten Minute an da sein”, stellt er klar und setzt auch auf den Vorteil, dass die Westfalia im heimischen Stadion spielt. Dort haben die Rhyneraner in dieser Saison in drei Pflichtspielen drei Siegen eingefahren und dabei noch kein einziges Gegentor kassiert. „Es macht einfach Spaß, zuhause zu spielen. Da fühlen wir uns wohl. Der Papenloh ist eine Festung und soll das auch bleiben”, betont Franke, der aus der aktuellen HSV-Mannschaft nur noch Halil Dogan aus gemeinsamen Zeiten kennt, zu seinem ehemaligen Mitspieler aber keinen Kontakt mehr hat.

Dennoch weiß Franke, dass sich die Hammer SpVg nach der langen Corona-Zwangspause nicht nur neu, sondern auch besser aufgestellt hat was – was die beiden 4:0-Siege über den TuS Erndtebrück und Westfalia Herne unterstreichen. „Da ist jetzt eine gute Struktur vorhanden. Und die Hammer werden natürlich mit viel Selbstvertrauen zu uns kommen. Da müssen wir denen schnell den Wind aus den Segeln nehmen“, meint der Ex-HSVer, der seinen Mitspielern vor dem Anstoß noch einmal genau eintrichtern will, welche Lehren er aus den bisherigen Derbys im Trikot der Hammer SpVg und im Jersey der Rhyneraner gezogen hat: „Man darf nicht in Schönheit sterben, sondern muss jeden Zweikampf annehmen. Jeder muss für den anderen da sein und helfen, die Fehler auszubügeln. Ich bin zwar ein bisschen angespannt, aber die Freude auf dieses Ortsduell und darauf, dass wir es allen zeigen können, dass wir besser sind als bei der Niederlage in Sprockhövel, überwiegt.“

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