Fußball

Rhynerns Michael Wiese und Philipp Grodowski von der HSV haben wieder „richtig Bock“

Philipp Grodowski Hammer SpVg Michael Wiese Westfalia Rhynern
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Philipp Grodowski (linkes Bild) führt die Hammer SpVg in der neuen Saison als Nachfolger von Marcel Todte als Kapitän aufs Feld. Rhynerns Michael Wiese ist mit diesem Amt schon deutlich länger vertraut.

Fast zehn Monate lang war der Meisterschaftsbetrieb im Amateur-Fußball wegen der Corona-Pandemie auf Eis gelegt. Am kommenden Wochenende geht es für alle Beteiligten wieder los.

Hamm - Michael Wiese, Kapitän des Oberligisten SV Westfalia Rhynern, und Philipp Grodowski, neuer Mannschaftsführer der Hammer SpVg, sprechen über die lange Auszeit, die Sorgen im Hinblick auf die neue Saison und über die Ziele, die sie mit ihren Teams verfolgen.

Wie waren die ersten Wochen Training nach der langen Corona-Pause für Sie und Ihre Mitspieler?
Wiese: Wir haben uns natürlich alle sehr gefreut, als das Training wieder losging. Jedem von uns hat der Fußball gefehlt, aber auch das Treffen mit den Teamkollegen. Wir sind ja schon Anfang Juni wieder gestartet, zuerst auf freiwilliger Basis. Aber alle hatten so viel Bock, dass eigentlich fast alle immer da waren. Alle hatten Lust auf Fußball und auf die Jungs. Als wir dann mit der richtigen Vorbereitung angefangen haben, dann ist auch schnell der Alltag wieder eingekehrt.
Grodowski: Wir haben uns natürlich alle riesig gefreut, als es wieder losging. Die erste Woche war allerdings recht ungewohnt, denn es war schon eine lange Zeit mit der Pause. Ich habe die Zeit schön genutzt mit meiner Frau und unserem zweieinhalbjährigen Sohn. Er hat jeden Tag nach mir gefragt. Seitdem es mit dem Training wieder losgeht, bin ich wieder öfter weg. Aber Fußball ist nun mal unser Hobby – und auch unser Lebensinhalt.
Wie sehr hat die Regelmäßigkeit mit Training in der Woche und den Spielen am Wochenende gefehlt?
Grodowski: Am Anfang im vergangenen Herbst haben wir ja alle gedacht, dass es bald wieder losgeht. Da habe ich mich auch fit gehalten. Aber irgendwann war ja jedem klar, dass die Saison abgebrochen wird. Ich denke, da wussten einige nicht, was sie machen sollen. Ich glaube, ich bin der Einzige bei uns im Team, der ein Kind hat. Daher war es für mich eine schöne Zeit. Aber natürlich, der Fußball hat schon gefehlt. Ohne Fußball ist das Leben nur schwer vorstellbar.
Wiese: Die hat schon sehr gefehlt. Wir Fußballer kennen das ja nicht anders, als dass wir von kleinauf während der Woche zum Training fahren und am Wochenende Spiele haben. In der ersten Pause im vergangenen Jahr fand ich das anfangs sogar durchaus cool, dass man mal nicht immer los muss und ein bisschen mehr Zeit für sich hat. Aber als im November der zweite Lockdown kam und ein Ende nicht abzusehen war, da war das schon ätzend. Da kann sich ja kein Mensch dran gewöhnen. Von daher bin ich sehr froh, dass jetzt die Regelmäßigkeit und ein gewisser Trott wieder da sind.
Wie sehr kribbelt es, dass es Sonntag wieder losgeht?
Wiese: Alle bei uns haben wieder richtig Bock. Wir sind jetzt seit fast drei Monaten im Training. Aber man trainiert ja nicht, um zu trainieren. Sondern man will spielen. Die Testspiele waren dann auch ganz okay, aber wenn es um nichts geht, ist das irgendwann auch langweilig, da fehlt der Anreiz. Das Spannende ist ja jetzt, dass es bei uns nach der Hinrunde eine Auf- und eine Abstiegsrunde gibt. Das heißt, wir müssen sofort liefern und können nicht sagen, das wird schon irgendwann. Daher sind wir alle noch mehr motiviert und noch mehr fokussiert.
Grodowski: Sobald das Training losgeht, weiß man, dass es lange Wochen werden bis zum Start. Vor allem das Lauftraining mag ja kein Fußballer. Jetzt haben wir das alles überstanden, und wir sind alle heiß darauf, dass es losgeht. Nach zwei Jahren ohne Sieg müssen wir der Stadt Hamm und unseren Fans endlich mal wieder etwas bieten.

Sorgen vor Corona: „Wir müssen von Woche zu Woche schauen“

Wie groß ist die Hoffnung bei Ihnen, die Saison dieses Mal zu Ende spielen zu können?
Grodowski: Ich denke, wenn sich alle an die Regeln halten, dann können wir die Saison auch durchspielen. Aber klar, das ist ein schwieriges Thema, und die Zahlen steigen derzeit – was das heißen kann, wissen wir alle. Letztlich ist am wichtigsten, dass wir alle gesund bleiben.
Wiese: Wenn ich eine Glaskugel hätte, könnte ich das genau beantworten. So bleibt einfach nur die Hoffnung, dass es nicht wieder zu einem Lockdown kommt. Aber im Herbst hatte ich auch viel Hoffnung, dass wir im Frühjahr wieder zocken können. Da bin ich auch eines Besseren belehrt worden. Daher bin ich da jetzt vorsichtig mit meiner Einschätzung. Das ist zwar abgedroschen, aber wir müssen von Woche zu Woche beziehungsweise von Spiel zu Spiel schauen, wie sich das entwickelt.
Was ist anders als sonst in Ihrer Mannschaft?
Wiese: Bei uns hat sich glücklicherweise nicht viel verändert. Zum Glück ist unser Kader fast gleich geblieben, sodass es da kaum personelle Änderungen gegeben hat. Vielleicht schätzen wir es derzeit noch ein bisschen mehr, dass wir wieder zum Training gehen dürfen und sonntags Spiele haben. Aber wir Menschen sind ja so gestrickt, dass auch das schnell wieder als normal empfunden wird. Eine Änderung gibt es doch: Jeder bringt jetzt seine eigene Trinkflasche mit und füllt sich da das Getränk ein. Wir nuckeln also nicht mehr alle an den gleichen Pullen.
Grodowski: Die Hammer SpVg geht ja jetzt einen anderen weg. Das hat sie auch letztes Jahr schon versucht. Aber da hat das nicht geklappt, weil die Zeit zu knapp war, eine gute Mannschaft zusammenzustellen. Jetzt ist das viel früher angegangen worden. Und das merkt man. Wir haben eine guten, ausgeglichen besetzten Kader. Jeder will spielen. da knallt es schon mal im Training. Aber das muss es auch.
Mit welchem Ziel gehen Sie in die Saison?
Grodowski: Wir wollen einen anderen Fußball zeigen, punkten, auf dem Platz in jedem Spiel Vollgas geben und nichts mit dem Abstieg zu tun haben. An einer bestimmten Platzierung will ich das aber nicht festmachen.
Wiese: Ganz klar, wir wollen in die Aufstiegsrunde. Und das am besten so hoch wie möglich. Wenn man da als Neunter oder Zehnter so gerade noch hinein rutscht, dann hat man letztlich wenig Chancen, oben noch ein bisschen mitzumischen. Aber wir müssen erst einmal reinkommen.

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