Fußball

Rhynerns Eduard Probst nutzt seine Chance(n)

Plötzlich im Fokus: Rhynerns Stürmer Eduard Probst (Dritter von links).
+
Plötzlich im Fokus: Rhynerns Stürmer Eduard Probst (Dritter von links).

Er wurde ins kalte Wasser geschmissen. Und musste sich von einer Minute auf die andere freischwimmen. Doch das hat Eduard Probst auf beachtliche Weise geschafft.

Hamm - Zwei Tore in zwei Spielen sind die Bilanz, die der 20 Jahre alte Stürmer des SV Westfalia Rhynern vorzuweisen hat, nachdem er im Sturmzentrum des Fußball-Oberligisten vor zwei Wochen die Rolle des verletzten Lennard Kleine übernommen hat. „Das tut natürlich gut und gibt einem Selbstvertrauen“, sagt Probst. „Zumal es mit Rheine und Wiedenbrück auch zwei starke Gegner waren, gegen die wir gewonnen und ich getroffen habe.“

In seiner Jugend war der Stürmer ein kleiner Wandervogel gewesen. Zuerst beim VfB Homberg, dann nach dem Umzug nach Bönen beim TV Germania Flierich-Lenningsen hatte er seine ersten Schritte in der Fußball-Welt gewagt.

Weitere Stationen waren Westfalia Rhynern, TSC Eintracht Dortmund, die Hammer SpVg und im letzten A-Jugendjahr SC Preußen Münster. „Ich hatte in der Jugend einige gute Vereine, denn man muss sich immer wieder größere Herausforderungen suchen und sich weiterentwickeln. Am besten lief es bei mir, als ich als Jungjahrgang in der A-Junioren-Westfalenliga bei der HSV mit 19 Toren Torschützenkönig geworden bin und ich danach einige Angebote aus der A-Junioren-Bundesliga bekam“, erinnert er sich.

Von Münster an den Papenloh

Nach seinem Fußball-Jahr in der A-Junioren-Bundesliga beim SC Preußen Münster zog es ihn zurück an den Papenloh. Doch als er gerade seine ersten Schritte im Seniorenbereich gemacht hatte, erlitt er im Sommer 2020 in der Vorbereitung einen Außenbandriss im Sprunggelenk und war für mehrere Wochen außer Gefecht gesetzt. „Ich war da auf einem guten Weg. Aber dann kam die Verletzungssituation, dann die Diagnose und dann die Zwangspause“, sagt er, nutzte aber die Zeit, um in anderen Bereichen Defizite aufzuholen. „Ich habe viel für den Oberkörper getan und bin dann noch bis zum Abbruch Ende Oktober zu drei Kurzeinsätzen in der Oberliga gekommen. Ich hatte da ein gutes Gefühl.“

Umso motivierter war er in die aktuelle Saison gestartet, hatte in der Vorbereitung viel Spielzeit erhalten, war sich aber auch darüber im Klaren, dass im Rhyneraner Angriffszentrum Lennard Kleine die unumstrittene Nummer eins ist. „Das war mir auch vor meinem Wechsel zu Rhynern bewusst, aber ich wollte von dem Starstürmer der Oberliga Westfalen viel Positives abgucken und lernen. Außerdem kann ich auch neben ihm als zweite Spitze oder Außen im offensiven Mittelfeld auflaufen“, erklärt Probst, der in den ersten beiden Spielen in Ennepetal und zuhause gegen SV Schermbeck in der Schlussphase eingewechselt wurde.

Frecher Auftritt in Wattenscheid

Als sich dann aber Lennard Kleine bei der SG Wattenscheid 09 bereits nach 15 Spielminuten die Patellasehne riss, musste der junge Stürmer seinen Mann stehen. „Ich wusste erst gar nicht, was los ist. Aber als er da lag und alle zu ihm eilten, haben wir auf der Bank schon geahnt, dass da was nicht korrekt sein kann“, sagt Probst. „Ich musste mich schnell warm machen und auf Temperatur kommen.“

Doch das bereitete ihm keine Probleme, denn er agierte im Lohrheidestadion vor rund 1000 Zuschauern sehr mutig und frech, erarbeitete sich einige Torchancen, hatte aber Pech im Abschluss. „Auch wenn ich auf der Bank sitze, bin ich heiß und zu 100 Prozent für einen Einsatz bereit. Wir als Mannschaft haben an dem Tag in dem Spiel die Verletzung von Lennard ausgeblendet, haben vielmehr für ihn gekämpft.“ Dennoch stand am Ende eine unglückliche 2:3-Niederlage, die die Rhyneraner am vergangenen Sonntag wieder wettmachten, als sie gegen die mit neun Punkten aus drei Spielen angereisten Gäste vom FC Eintracht Rheine mit 3:0 die Oberhand behielten – dank des vorentscheidenden Treffers in der Schlussphase zum 2:0 durch Probst. „Das war meine Chance, abzuliefern“, betont er.

Probst fühlt sich wohl in der Mannschaft

Und auch im Westfalenpokal gegen den Regionalligisten aus Wiedenbrück lieferte Probst wieder ab, erzielte den entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg. „Das war eine tolle Mannschaftsleistung, unter Flutlicht, vor vielen Zuschauern, Regionalligisten rausgeschmissen und dann noch das Siegtor – so und nicht anders“, sagt Probst, der seit seiner Einwechslung in Wattenscheid von Minute zu Minute an und mit seiner Aufgabe als Mittelstürmer des SV Westfalia Rhynern gewachsen ist. „Ich fühle mich in der Mannschaft einfach sehr wohl. Wir haben einen hohen Konkurrenzkampf und dadurch richtig viel Qualität im Team. Dadurch können wir auch derzeit die vielen Ausfälle kompensieren. Jeder, der reinkommt, ist heiß zu spielen und zu zeigen, was er kann.“

Das möchte Probst auch nur zu gerne am Sonntag in Sprockhövel (15 Uhr) und seinen Teil dazu beitragen, dass die Rhyneraner den ersten Auswärtssieg der Saison einfahren.

„Wenn mir da wieder ein Treffer gelingt, hätte ich nichts dagegen. Wichtiger ist aber, dass ich der Mannschaft helfe, indem ich vorne die Bälle festmache, verteile und viel Laufarbeit verrichte, damit wir die drei Punkte mitnehmen“, stellt er klar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare