Fußball

Rhynerns Dreierpacker Gianluca Di Vinti bleibt auf dem Teppich

Mit regulären Mitteln war Gianluca Di Vinti von Rheine – hier Jannis Fraundörfer – kaum zu stoppen.
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Mit regulären Mitteln war Gianluca Di Vinti von Rheine – hier Jannis Fraundörfer – kaum zu stoppen.

Gianluca Di Vinti konnte es selbst nicht erklären. Schon früh war er am Montagmorgen wach geworden, hatte irgendwie keine Ruhe mehr finden können. 

Hamm - „Ich habe an das Spiel gedacht“, sagte der Stürmer des SV Westfalia Rhynern. Dabei hätten ihn die Erinnerungen an die Partie der Fußball-Oberliga beim FC Eintracht Rheine noch voller Glückseligkeit schlummern lassen können – denn der 20-Jährige hatte die Begegnung mit seinen drei Toren im Alleingang für die Elf vom Papenloh entschieden.

Aber letztlich waren es wohl doch zu viele Eindrücke und Erfahrungen, die da am Sonntag auf den jungen Angreifer in seinem erst zweiten Oberliga-Spiel eingeprasselt waren. Zuerst hatte er die Eintracht-Abwehr mit seinen Tempodribblings von einer Verlegenheit in die andere gestürzt, dann durfte er seine ersten drei Treffer in der fünften Liga bejubeln, und zum Schluss gab es noch von allen Seiten eine Menge Lobeshymnen für Di Vinti, der in der vergangenen Saison noch in der Bezirksliga für den TuS Germania Lohauserholz aufgelaufen war. „Er macht es richtig gut. Er traut sich etwas zu. Es ist schwierig, ihn aufzuhalten“, sagte Mittelfeldspieler Hakan Sezer, während Innenverteidiger Marvin Joswig meinte: „Es ist dankbar für jede Mannschaft, wenn man so jemanden wie Gianluca in den eigenen Reihen hat, der Lennard Kleine auf diese Weise im Angriff ersetzen kann. Er ist unbekümmert, ist noch ein unbekannter Name in der Oberliga und ist für die gegnerischen Abwehrspieler schwer zu greifen. Wir sind da vorne mit ihm richtig gut aufgestellt.“ Und auch Trainer Michael Kaminski zeigte sich beeindruckt von der Vorstellung seines Stürmers: „Gianluca hat da mal ein richtiges Ausrufezeichen gesetzt. Er ist selbstbewusst, wendig und schnell, macht sich keinen Kopf und weiß um seine Stärken. Er ist ein Gewinn für uns.“

Kein Anspruch auf den Platz in der Sturmspitze

In der Tat hatte die Westfalia in Rheine neben Linksverteidiger Patrick Franke mit Lennard Kleine auf eine weitere Stammkraft verzichten müssen, die in den vergangenen Jahren im Angriff kaum zu ersetzen war. Doch Di Vinti füllte die Lücke in vorderster Front optimal aus. Ansprüche, jetzt immer in der Sturmspitze aufzulaufen, stellt er allerdings nicht. „Für Lennard mache ich gerne Platz. Vor dem gegnerischen Tor ist er eine Bombe, er zeigt immer Leistung. Ich habe eine Menge Respekt vor ihm“, sagte der pfeilschnelle 20-Jährige, der in der nächsten Partie am Sonntag gegen den ASC 09 Dortmund wohl wieder auf der rechten Offensivseite agieren wird. Denn wegzudenken ist er aus der Rhyneraner Mannschaft derzeit nicht mehr – auch wenn Di Vinti das mit einer angenehmer Zurückhaltung anders sieht: „Jeder aus unserem Kader will spielen. Und am Dienstag geht es im Training im Hinblick auf die nächste Partie wieder bei Null los. Da muss ich mich genauso wie jeder andere auch wieder anbieten.“

So wie beim TuS Lohauserholz

Angeboten hatte er sich dabei am Sonntag in Rheine schon mehr als genug, hatte immer wieder den Ball gefordert, war ein stetiger Unruheherd für die Defensive der Gastgeber. Dabei hat er nach eigener Aussage seine Spielweise im Vergleich zu den Zeiten beim TuS Germania Lohauserholz kaum umgestellt. „Sicherlich habe ich mich im Zweikampf und im Kopfballspiel der Oberliga schon etwas angepasst. Aber ansonsten mache ich das so ähnlich wie in Lohauserholz, spiele mit viel Tempo und suche die 1:1-Situationen“, erklärt er und ist sich darüber im Klaren, dass sich die gegnerischen Mannschaften demnächst nicht ausschließlich mit Lennard Kleine beschäftigen werden, wenn es darum geht, Rhynerns Offensive zu stoppen. Sondern auch um den jungen Neuzugang des SV Westfalia. „Dass die Gegner jetzt auch auf mich aufpassen, ist normal“, betonte er und fügte voller Selbstvertrauen hinzu: „Dann muss ich eben noch mehr machen.“

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