Rhynerns Boss Kleine will wieder nach oben schauen

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Arnulf Kleine

Hamm - Mit dem Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Siegen beginnt für den SV Westfalia Rhynern am Sonntag (Anstoß 15 Uhr) die Rückrunde der Fußball-Oberliga. In einem Gespräch mit Patrick Droste verrät der Vereins-Vorsitzende Arnulf Kleine, welche Erwartungen er an die zweite Halbserie hat, wie es mit Trainer Björn Mehnert weitergeht und welche sportlichen Ziele der Klub vom Papenloh in den kommenden Jahren verfolgt.

Herr Kleine, am Sonntag geht es, wenn das Wetter halbwegs mitspielt, wieder um Meisterschaftspunkte. Freuen Sie sich darauf Oder haben Sie Sorge, dass es so schleppend läuft wie in der Hinrunde?

Kleine: Wir freuen uns, dass der Ball wieder rollt. Wobei wir natürlich gespannt sind, ob in Siegen im Leimbachstadion überhaupt gespielt werden kann. Aber unsere Mannschaft hat eine sehr gute Vorbereitung hinter sich, und von daher denke ich, dass wir in der Tabelle noch ein paar Plätze nach oben klettern können. Wichtig ist einfach, dass das Engagement und die mannschaftliche Geschlossenheit wieder da sind. Taktik oder die Kraft waren nicht das Problem.

Wenn Sie einen kleinen Blick zurück auf das Jahr 2015 werfen, müssen Sie erkennen, dass es sehr abwechslungsreich war: zuerst die erste Hälfte mit den starken Leistungen und der Angst vor dem Aufstieg, dann das zweite Halbjahr mit den schwachen Vorstellungen und der Angst vor dem Abstieg. Wie sehen Sie diese beiden Extreme?

Kleine: Es stimmt, es war sehr, sehr abwechslungsreich. In der ersten Hälfte des Jahres hatten wir tolle sportliche Erfolge, mussten aber auch mit vielen Widrigkeiten kämpfen. Dadurch wurde unsere starke Saison schon arg getrübt. Denn die Gespräche mit dem Verband wegen eines möglichen Regionalliga-Aufstiegs liefen alles andere als gut, wir haben da wenig Kompromissbereitschaft erlebt. Das war schade, denn es kann ja nicht sein, dass man Angst vor einem Aufstieg haben muss. Wir werden daher auch noch einmal das Gespräch mit dem Verband suchen. In der zweiten Jahreshälfte war die sportliche Bilanz dann schon etwas ernüchternd. Sicher haben wir zwei, drei wichtige Stammspieler verloren, aber ich dachte schon, dass wir dennoch eine gute Mannschaft haben, die eine bessere Rolle spielen kann. Allerdings hatten wir viele Verletzte, es gab Sperren nach Roten Karten. Wir hoffen jetzt einfach, dass es wieder besser läuft.

Muss der Verein nach den Gesprächen mit dem Verband und der Erkenntnis, dass die Platzanlage am Papenloh keinen Regionalliga-Fußball zulässt, eingestehen, dass in Rhynern nicht mehr als Oberliga möglich ist?

Kleine: So wie sich die Platzanlage derzeit darstellt, schiebt der Verband da einen Riegel vor.

Wie können dann Spieler und auch Trainer eine Motivation finden, wenn es nicht höher gehen darf als Platz drei in der Oberliga?

Kleine: Na ja, wir haben auch noch einige andere Möglichkeiten im Hinterkopf. Es gibt die Idee, in Hamm ein Stadion zu bauen. Oder die Evora Arena kann Regionalliga-tauglich gemacht werden. Ich denke, wenn man etwas schaffen will, kann man es auch schaffen.

Am Samstag fand die alljährliche Strategiesitzung des Westfalia-Vorstandes statt. Wurde darüber gesprochen, wohin Rhynerns Weg führen soll?

Kleine: Es ist ganz klar so, dass wir ein Ausbildungsverein sind. Und das wollen wir weiter so machen. Wir wollen einerseits junge Talente aus dem eigenen Verein und aus der Region an die Oberliga heranführen, und andererseits sollen Spieler über unser Team den Sprung weiter nach oben schaffen. So wie in den vergangenen Jahren Dennis Buschening, Kevin Hagemann, Stanislav Iljutcenko oder zuletzt Philipp Hanke. Neben der Ausbildung wollen wir aber auch den maximalen sportlichen Erfolg. Und ich denke, dass wir jetzt durch die Winterverpflichtungen von Lucas Arenz sowie Cihad Kücükyagci gut aufgestellt sind. Wenn wir es schaffen, unsere Leistungsträger zu halten und die Mannschaft im Sommer punktuell zu verstärken, dann denke ich, dass wir eine richtig schlagkräftige Truppe haben. Denn wir wollen in der nächsten Saison wieder nach oben schauen.

Es müssen aber nicht nur Leistungsträger gehalten werden, auch der Vertrag von Trainer Björn Mehnert läuft im Sommer aus. Wollen Sie ihn halten?

Kleine: Björn Mehnert hat fünf Jahre lang super Arbeit bei uns geleistet. Am Ende des vergangenen Jahres hat er aber ein paar unglückliche Aussagen getätigt, die seiner Außendarstellung nicht gut getan haben. Er hat sich bei der Hammer SpVg nicht angebiedert, aber in der Öffentlichkeit schien es so. Wir haben jetzt darüber gesprochen, genauso wie über die zwischenmenschlichen Probleme, die es zuletzt gab. Natürlich darf er sich umschauen und prüfen, ob er höherklassig trainieren kann. Das wollen wir ihm nicht verbieten.

In Sachen Mehnert war Westfalia Rhynern in den vergangenen Jahren meist die reagierende Seite, hat gewartet, wie sich der Trainer entscheiden würde. Wird der Verein jetzt das Heft in die Hand nehmen?

Kleine: Ja, wir werden die agierende Seite sein. Mich würde es am Ende jedenfalls nicht wundern, wenn wir weiter mit Björn Mehnert zusammenarbeiten werden. Die Entscheidung fällt aber letztlich unser Team-Management. Ich denke, bis Ende des Monats haben wir in dieser Personalie Klarheit.

In der Oberliga-Tabelle dümpeln sowohl der SV Westfalia Rhynern als auch Ortsrivale Hammer SpVg in der unteren Tabellenhälfte herum. Beide Teams haben aktuell keine Chance, den Sprung in die Regionalliga zu schaffen. Was macht die schon mal ins Gespräch gebrachte Idee, die Kräfte zu bündeln und gemeinsam Richtung Viertklassigkeit zu starten?

Kleine: Derzeit gibt es keine Anstrengungen oder Überlegungen, mit der HSV etwas gemeinsam zu machen. Auf lange Sicht muss man das Thema sicher irgendwann mal wieder aufgreifen.

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