HSV und Rhynern treffen im Pokal aufeinander

HAMM - Innerhalb kürzester Zeit haben sich die Vorzeichen komplett geändert. Während vor zehn Tagen der SV Westfalia Rhynern nach einem 2:1-Sieg über Oberliga-Spitzenreiter RW Ahlen mit breiter Brust und als klarer Favorit zum Meisterschaftsspiel in die Evora Arena gereist war, ist es nun die erneut gastgebende Hammer SpVg, die Mittwoch Abend (Anstoß 18 Uhr) mit großem Selbstvertrauen in das Halbfinale des Kreispokals gegen den Ortsrivalen geht.

Von Patrick Droste

„Wir brennen und wollen alle unbedingt ins Endspiel“, stellt HSV-Trainer Oliver Gottwald unmissverständlich klar. Seit drei Spielen sind die Hammer nun in der Meisterschaft unbesiegt, haben sich ein dickes Polster zu den Abstiegsrängen zugelegt und freuen sich daher, erneut auf die Westfalia zu treffen. „Zum einen hat uns der Derbysieg gegen Rhynern viel Selbstbewusstsein gegeben. Zum anderen hat die Mannschaft bei unserem 4:3-Sieg in Stadtlohn nach einem 0:1, einen 1:2 und dem Gegentreffer zum 3:3 gezeigt, dass sie gewillt ist. Vor ein paar Monaten wäre so etwas doch undenkbar gewesen“, erklärt Gottwald – und fügt hinzu: „Außerdem ist die Mannschaft im Kopf frei geworden. Denn wenn es tatsächlich bei dem Rückzug von Hüls bleibt, haben wir bei noch sieben Spielen 14 Punkte Vorsprung auf Zweckel. Das merkt man, es hat irgendwie klick im Kopf bei den Jungs gemacht. Das hat man in Stadtlohn auch in der ersten Hälfte gesehen, als die Mannschaft richtig guten Fußball gespielt hat.“

Diese neue Leichtigkeit soll auch der SV Westfalia zu spüren bekommen. An die nächste Aufgabe in der Meisterschaft am Sonntag gegen RW Ahlen denkt Gottwald jedenfalls nicht, die komplette Konzentration gilt der Pokalpartie gegen die Elf vom Papenloh. „Es gibt keinen Schongang, wir werden nicht umstellen und auch nicht experimentieren – wir spielen voll auf Sieg. Aber genauso wichtig ist für mich, wie wir uns fußballerisch präsentieren“, meint der Coach, der wieder auf den nach seiner fünften Gelben Karte in Stadtlohn gesperrten Damir Kurtovic zurückgreifen kann. Wie ernst dagegen die Westfalia, die weiter um den Aufstieg in die Regionalliga kämpft, die Partie nehmen wird, kann Gottwald nicht einschätzen. „Ich weiß nicht, wie die Rhyneraner denken und mit der Situation umgehen. Ich kann durchaus nachvollziehen, wenn sie sich auf die Meisterschaft konzentrieren werden. Aber ich denke nicht, dass sie das Spiel bei uns abschenken werden“, sagt der Hammer Trainer.

Westfalia-Coach Björn Mehnert will derweil gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. So hofft er genauso wie Gottwald auf den Finaleinzug. Er wird aber auch einigen Stammspielern eine kleine Pause gönnen, um Kraft zu schöpfen für die Punktespiele. Und er wird einigen Akteuren, die zuletzt eher im zweiten Glied standen, Matchpraxis gönnen. „Die HSV wird unsere Aufstellung nicht voraussehen können“, sagt der Coach, der unter anderem Ersin Kusakci, Tim Neumann, Felix Böhmer, Matteo Fichera, Gerrit Kaiser und Jannik Kastner auflaufen lassen wird. „Ich bin mir bewusst, dass mit diesen Jungs die Automatismen nicht greifen werden, weil sie so noch nie zusammengespielt haben. Aber das ist ein Pokalfight, da kommt es sowieso auf andere Tugenden an“, betont der Trainer des Oberliga-Dritten, der aber nachvollziehen kann, dass die Hammer mit ihrer besten Formation auflaufen werden: „Für die HSV ist das die letzte Chance, den Sprung in den Westfalenpokal zu schaffen. Wir dagegen werden wohl dabei sein, da sich die ersten sechs Teams der Oberliga dafür qualifizieren. Und das sollte machbar sein.“

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