Rhynern steht nach 2:4 in Lippstadt auf dem vorletzten Platz

+
Im Kampf um den Ball: Moritz Kickermann und Rhynerns Thanh-Tan Tran.

Lippstadt - Es liegt in der Natur vieler Menschen, auch in überaus negativen Dingen noch etwas Positives zu finden. Björn Mehnert, Trainer des Fußball-Oberligisten SV Westfalia Rhynern, scheint zu diesen Leuten zu gehören. Denn nachdem er mit seinem Team 2:4 (1:2) beim SV Lippstadt 08 verloren hatte und die Gäste auf den vorletzten Platz abgerutscht war, meinte der Coach: „Das ist eine sehr spannende Aufgabe. Ich bin gespannt, wie die Spieler reagieren. Ich stelle mich jedenfalls dieser Aufgabe.“

Doch Mehnert hatte nach der einmal mehr von eklatanten Fehlern geprägten Vorstellung seines Teams auch kein Blatt vor den Mund genommen und erneut harte Kritik an die Adresse seiner Schützlinge gerichtet. „Der eine oder andere Spieler bei uns ist gedanklich einfach zu langsam. Ob es an fehlendem Selbstvetrauen oder nicht vorhandener Qualität liegt, müssen wir jetzt herausfinden. Fakt ist, dass die Niederlage verdient war und wir mindestens bis zur Winterpause im Abstiegskampf sein werden“, stellte der Westfalia-Trainer klar.

Dabei hatten die Rhyneraner gar nicht einmal schlecht in die Partie gefunden, traten den in dieser Spielzeit noch ungeschlagenen Gastgebern auf Augenhöhe gegenüber – und brachten sich nach 25 Minuten selbst um den Lohn ihrer Mühen. Zuerst leistete sich David Schmidt an der Außenlinie ein unnötiges Foul an Ardian Jevric, dann stand Jevric beim anschließenden Freistoß unbedrängt im Strafraum und bugsierte den Ball mit einem eher unfreiwilligen Lupfer über Alexander Hahnemann zum 1:0 ins Netz.

Rhynern hatte aber die passende Anwort parat. Jannik Kastner erkämpfte sich gegen Danilo den Ball, bediente Thanh-Tan Tran, der sofort zu Lennard Kleine weiterleitete. Und der 22-Jährige ließ sich die Chance nicht entgehen, schob zum 1:1 ein (38.). Nur drei Minuten später lagen die Gäste allerdings erneut zurück – wiederum selbst verschuldet. Martin Zakrzewski vertendelte das Spielgerät überaus leichtfertig im Mittelfeld, den langen Ball in den Rhyneraner Strafraum nahm Kevin Holz gegen eine völlig orientierungslose Hintermannschaft der Westfalia auf und markierte unbedrängt das 2:1 (41.).

Doch dies war nicht der letzte Aussetzer im Spiel der Papenloh-Elf. Nach einem Eckball der Gäste schalteten die Lippstädter schnell um, der aufgerückte Moritz Kickermann nutzte einen Stellungsfehler von Dustin Wurst und traf aus 20 Metern zum 3:1 in den Winkel (52.). Und auch beim 4:1 der Platzherren waren die Rhyneraner nur staunendes Beiwerk. Erneut starteten die Lippstädter nach einer Westfalia-Ecke einen Konter, den Holz mit seinem zweiten Treffer an diesem Tag abschloss (84.).

Zwar verkürzte Lennard Kleine per Strafstoß – vorausgegangen war ein Foul von Lennart Büse an Jan Kleine – noch auf 4:2 (89.), doch als Dustin Wurst wegen angeblichen Nachtretens gegen Kickermann noch die Rote Karte von Schiedsrichter Michael Negri sah und mit einer Sperre von vier Begegnungen rechnen muss (90.), war der gebrauchte Tag der Gäste perfekt. „Auf der anderen Seite waren mehr Qualität und Cleverness. Da wurden immer die richtigen Entscheidungen getroffen“, meinte ein ernüchterter Mehnert. „Wir kriegen einfach zu viele Gegentore. So geht es nicht weiter.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare