Fußball-Oberliga

Erstes Pflichtspiel für Rhynern im neuen Jahr: Kaminski fordert Männerfußball

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Wieder mit Jan Kleine (Mitte) kann der SV Westfalia in Erndtebrück auflaufen. Hier eine Szene aus dem Hinspiel, das Rhynern leicht und locker mit 3:0 gewann.

Geisterspiele gehören derzeit leider zum Alltag der Fußball-Welt. Auch den SV Westfalia Rhynern erwartet am Mittwochabend eine Partie fast ohne Zuschauer. Allerdings nicht wegen des Coronavirus.

Hamm – Sondern weil bei den nasskalten Temperaturen wahrscheinlich kaum Fans in das Pulverwaldstadion kommen werden, wenn der TuS Erndtebrück im Nachholspiel der Fußball-Oberliga die Elf vom Papenloh erwartet (Anstoß 19.30 Uhr). „Vielleicht bekommen wir da eine dreistellige Kulisse zusammen“, hofft Rhynerns Trainer Michael Kaminski.

Allzu viele Gedanken über die genaue Anzahl der Zuschauer machen sich die Akteure der Westfalia allerdings nicht. Sie sind einfach nur froh, nach den zahlreichen Spielausfällen der vergangenen Wochen in Erndtebrück ihr erstes Pflichtspiel des Jahres 2020 zu bestreiten.

„Einige unserer Jungs kennen das ja noch aus dem Regionalliga-Jahr, da begann die Rückrunde für Rhynern auch erst im März. Aber für mich war das die längste Vorbereitung meiner 30-jährigen Fußball-Karriere“, betont Kaminski, der mit seinen Schützlingen am 6. Januar mit dem Training in das neue Jahr gestartet war.

Daher weiß der Coach auch nicht, in welcher Verfassung sich seine Mannschaft im Siegerland präsentieren wird. „Die Vorbereitung ist gut verlaufen. Wir haben die Testspiele positiv bestritten, die Jungs sind fit. Aber trotzdem weiß man nicht, wo man nach so einer langen Pause steht“, meint der Coach.

Kaminski hat Gegner schon bestens analysiert

Um bestens vorbereitet in das erste von fünf Nachholspielen zu gehen, hat Kaminski die Erndtebrücker am vergangenen Sonntag bei der knappen 1:2-Niederlage beim ASC 09 Dortmund selbst beobachtet und war anschließend recht angetan von der Vorstellung des Tabellenvorletzten. „Das war eine Partie auf Augenhöhe. Der TuS hat einige robuste Leute in seiner Mannschaft. Wenn wir nicht zu 100 Prozent bereit sind, wird es äußerst schwierig, da was mitzunehmen. Da müssen wir Männerfußball zeigen“, fordert der Trainer vollen Einsatz von seinem Team. „Ich hoffe einfach, dass die Jungs nach der langen Pause brennen und Vollgas geben.“

Allerdings müssen die Rhyneraner aufpassen, dass sie nicht überdrehen, sondern dass sie mit ihren Kräften aushalten. Denn bis zum Saisonende am 24. Mai hat die Westfalia inklusive Kreispokal-Halbfinale 18 Begegnungen zu bestreiten – und das mit einem Kader, der nach den Abgängen in der Winterpause arg zusammen geschrumpft ist.

Für die Partie in Erndtebrück stehen Kaminski nach den Ausfällen von Hakan Sezer (Innenbanddehnung), Leon Müsse (Ferse) und Finn Köhler (Sprunggelenk) lediglich 18 Akteure zur Verfügung. „Angesichts des straffen Programms, das uns in den kommenden zweieinhalb Monaten mit vielen englischen Wochen erwartet, darf da nicht mehr viel passieren“, meint der Trainer, der daher froh ist, dass sein Team in der Hinrunde so stark aufgetrumpft und bereits 25 Punkte auf der Habenseite hat.

Tabellen-Talfahrt wegen Spielabsagen

Zuletzt mussten die Rhyneraner aber tatenlos ansehen, wie sie in der Tabelle immer weiter nach unten durchgereicht wurden. Denn während ein Spiel nach dem anderen für die Westfalia ausfiel, sammelten die anderen Teams fleißig ihre Zähler und klettern an der Papenloh-Elf vorbei. Dadurch ist das Polster auf einen Abstiegsplatz auf elf Punkte zusammengeschmolzen.

„Trotzdem gucken wir mit eineinhalb Augen nach oben und nur mit einem halben nach unten“, sagt der 35-Jährige und hofft, dass der Abstand zu den gefährdeten Regionen mit einem Dreier in Erndtebrück wieder größer wird. „Wenn wir die drei Punkte mitnehmen, dann müssen wir nicht mehr nach unten gucken. Meiner Meinung sind wir stark genug und sollten selbstbewusst genug sein, um nur nach vorne zu schauen. Die Jungs haben es in Erndtebrück mit einer guten Leistung selbst in der Hand.“

Mit von der Partie ist auch wieder Jan Kleine, dessen Lunge Anfang Januar kollabiert war und der anschließend eine längere Zwangspause einlegen musste (der WA berichtete). „Für Jan waren die Spielausfälle zuletzt gut. Er ist wieder hergestellt“, so Kaminski.

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