Rhynern II oder Lohauserholz: Wer verlässt Mallorca vorzeitig?

Hamm - Bei vielen Fußball-Mannschaften ist es gang und gäbe, den Abschluss einer langen Saison auf Mallorca zu feiern. Gleiches haben auch die beiden Bezirksligisten SV Westfalia Rhynern II und TuS Germania Lohauserholz geplant. Und zwar schon seit Monaten. Doch eines der beiden Teams muss seinen Trip in die Sonne Spaniens in der kommenden Woche vorzeitig beenden.

Beide Mannschaften kämpfen am Sonntag um den zweiten Rang in der Staffel 7 und damit um einen Platz in der Aufstiegsrunde zur Landesliga. Und die erste Partie findet bereits am kommenden Donnerstag statt. „Aufgrund der Tabellenkonstellation sehe ich uns nur als Außenseiter“, sagt TuS-Trainer Michael Scheffler, schiebt aber schnell hinterher: „Natürlich haben wir für den Fall der Fälle bereits Plan B ausgearbeitet und würden dann schon am Mittwoch zurückfliegen.“

Wie die Germanen, so bricht auch das Team vom Papenloh am Montag Richtung Spanien auf. Eigentlich war geplant, bis Freitag auf der Balearen-Insel zu bleiben. „Aber wenn wir wirklich Zweiter werden und am Donnerstag spielen müssen, dann werden alle Jungs auch wieder da sein“, sagt Trainer Thomas Schneider. „Das ist echt eine verrückte Geschichte. Denn in all den Jahren, die ich jetzt in Rhynern bin, ist es das erste Mal, dass es die Mannschaft hinbekommen hat, nach Mallorca zu fliegen. Und jetzt steht da möglicherweise diese Partie an. Aber ich kann und will den Jungs diese Fahrt nicht nehmen.“

Bevor die Reisepläne aber über den Haufen geworfen werden, müssen die beiden Mannschaften erst einmal den letzten Spieltag absolvieren. Die Rhyneraner erwarten die Reserve des SV Lippstadt 08 II, die nach einer starken Rückrunde den Klassenerhalt sicher hat. Der TuS Germania, der zwei Punkte weniger auf dem Konto hat als die Westfalia, aber über das bessere Torverhältnis verfügt, reist zu der bereits als Absteiger feststehenden SpVg Bönen. „Lippstadt dürfen wir sicher nicht unterschätzen. Aber meine Jungs brennen und wollen ihre gute Saison mit dem zweiten Rang krönen“, sagt Schneider, wohlwissend, dass ein Unentschieden wohl das Aus im Rennen um den Platz in der Aufstiegsrunde bedeuten würde. „Wir müssen auf Sieg spielen. Und so werden wir das Spiel angehen. Natürlich ist da ein gewisser Druck vorhanden. Und die Jungs beschäftigen sich auch mit der Situation. Aber die Mannschaft will was erreichen und ist bereit dafür.“ Um für ein wenig Lockerheit bei seinen Akteuren zu sorgen, stand Mittwochabend beim Training nicht der Fußball, sondern ein internes Beachvolleyball-Turnier auf dem Programm. „Meine Spieler sollen auf andere Gedanken kommen“, so Schneider.

Scheffler rechnet derweil nicht damit, dass die Rhyneraner am letzten Spieltag noch einmal ins Straucheln kommen und die Aufstiegsmöglichkeit verpassen werden. „Allzu große Hoffnungen haben wir nicht. Die Westfalia wird keine Probleme haben und das Spiel gewinnen, zumal Lippstadt ja durch ist“, sagt der Coach – und fügt hinzu: „Aber sollte es doch passieren, dann wollen wir sofort da sein. Daher müssen wir unsere Hausaufgaben machen und in Bönen drei Zähler mitnehmen. Ein Freundschaftsspiel wird das jedenfalls nicht.“

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