Rhynern holt Cieslak und Bonk – Mehnert fordert weitere Verstärkungen

+
Trainer Björn Mehnert präsentiert die Neuzugänge des SV Westfalia Rhynern (oben, von rechts): Aaron Vasiliou, Simon Bonk, Alexander Hahnemann, Robin Hoffmann sowie (unten von rechts) Mergim Deljiu, Kevin Messner, Jan Kleine und Adrian Cieslak. Es fehlt Andrei Lorengel.

Hamm - Nicht einmal drei Wochen ist es her, dass die Aufstiegsträume des Fußball-Oberligisten SV Westfalia Rhynern geplatzt sind. Doch für Björn Mehnert gehört der letzte Spieltag der vergangenen Saison bereits zur grauen Vergangenheit. „Das ist komplett abgehakt. Es geht wieder bei Null los. Wir haben viel zu tun“, sagte der Coach beim offiziellen Trainingsauftakt am Freitagabend.

Es gibt angenehmere Temperaturen für die fußballerische Grundlagenarbeit als die derzeit herrschenden. Christoph Debowiak hielt erst einmal sein Gesicht in den Strahl des Rasensprenklers, bevor Mehnert den Mittelfeldspieler und seine Teamkollegen auf die Laufrunde mitnahm. „Die Jungs ziehen trotz der Hitze voll mit. Eis essen und Schwimmen gehen bringen uns auch nicht in die Form, die wir für die nächste Saison brauchen. Und die wird extrem hart“, sagte Mehnert, der in der ersten Trainingswoche und zum Teil darüber hinaus auf einige Akteure verzichten muss – unter ihnen die angeschlagenen Matthieu Bengsch, Felix Böhmer, Markus Maier und Thanh-Tan Tran.

24 Namen umfasst Rhynerns Oberliga-Kader zurzeit. So viele soll er auch zum Saisonstart (16. August) zählen. Ob es dieselben wie jetzt sind, ist ungewiss. Denn Mehnert fordert mit klaren Worten Verstärkungen. „Ich bin nicht wunschlos glücklich. Wir wollen nicht stehen bleiben, sondern uns weiterentwickeln. Dafür fehlen uns zwei, drei Mosaiksteine, mit denen wir den Qualitätsverlust durch die Abgänge auffangen“, sagte Mehnert. Bedarf sieht er vor allem auf der rechten Offensivseite – dort also, wo in der vergangenen Saison Philipp Hanke, jetzt BVB II, wirbelte.

Sportdirektor Andreas Kersting sah Mehnerts Wünsche entspannt: „Dass Björn gern noch Verstärkungen hätte, ist völlig legitim. Wir sind uns auch darin einig, dass wir für einige Positionen noch nach Spielern Ausschau halten. Da wird wohl noch was kommen. Aber unser aktueller Kader ist schon gut, es besteht überhaupt kein Grund zur Hektik“, so der 46-Jährige. „Wir orientieren uns nicht an der Vorsaison. Niemand erwartet, dass wir wieder Dritter werden. Wir wollen – wie immer – mit unseren Mitteln das Optimale rausholen.“

Neun Neue sind im Kader, dem bereits am Sonntag (15 Uhr) beim Landesligisten SV Hohenlimburg das erste Testspiel bevorsteht. Darunter ist das Quartett Jan Kleine, Kevin Messner, Andrei Lorengel und Mergim Deljiu aus der eigenen U 23. Hinzu kommen fünf Externe: Nach Torwart Alexander Hahnemann (SC Wiedenbrück), Mittelfeldspieler Robin Hoffmann (TuS Ennepetal) und Stürmer Aaron Vasiliou (RW Ahlen), der bereits mit Torben Menne in Erkenschwicks Jugend spielte, vermeldete der Club am Freitag zwei weitere Neuzugänge: Simon Bonk (19) und Adrian Cieslak (22).

Bonk kommt vom SV Westfalia Soest. Dort war er bereits in seinem letzten Jugendjahr fester Bestandteil des Bezirksliga-Herrenteams, bis er sich im Winter eine langwierige Schulterverletzung zuzog. Er wird erst in zwei Wochen voll ins Training einsteigen können. „Wir halten viel von dem Jungen. Er ist ein guter Fußballer mit Zug zum Tor, im offensiven Mittelfeld flexibel einsetzbar und für sein Alter physisch sehr stark. Wir werden ihn allerdings nicht unter Druck setzen“, sagte Mehnert.

Cieslak, der in seiner polnischen Heimat zuletzt für den Zweitligisten Jarota Jarocin spielte, bevor er aus beruflichen Gründen nach Dortmund zog, soll die Lücke schließen, die Rechtsverteidiger Michael Wiese durch seinen Wechsel nach Ahlen hinterlassen hat. „Er kann diese Position und auch andere in der Abwehr spielen“, sagte Mehnert. „Er hat einige Male bei uns mittrainiert und uns überzeugt“, so der Coach.

Den Kontakt zu Cieslak stellte Rafal Krumpietz her. Der 39-Jährige ist Rhynerns neuer Co-Trainer. „Wir kennen Rafal schon länger. Er ist ein Typ, der ähnlich tickt wie ich, der die Liga kennt und einen guten Draht zu den Jungs hat“, meinte Mehnert. Krumpietz, der am Dienstag zum Team stößt, trug in der Saison 2005/06 das Rhyneraner Trikot und wechselte über Davaria Davensberg zum SC Roland Beckum, wo er 2013 seine Karriere als Spieler beendete und die als Trainer begann.

Die Testspiele: SV Hohenlimburg (5. Juli, 15 Uhr/Auswärts), TSG Herdecke (11. Juli, 15 Uhr/A), SC Wiedenbrück (17. Juli, 19 Uhr/Heim), Kirchhörder SC (19. Juli, 15 Uhr/A), Preußen Münster U 19 (22. Juli, 19.30 Uhr/A), Wuppertaler SV (1. August, 11 Uhr/A)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare