Rhynern feiert Derby-Sieg – Katerstimmung bei der HSV

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Im Duell: Rhynerns Robin Hoffmann und Damir Kurtovic von der Hammer SpVg.

Hamm - Am Ende gab es beim SV Westfalia Rhynern doch noch einen Verlierer. Markus Maier, aufgrund seiner Schambeinverletzung seit Wochen außer Gefecht, war von der Mannschaft zum Bierholen abkommandiert worden und musste die Spieler des Fußball-Oberligisten nach dem 2:0 (1:0)-Sieg im Ortsduell bei der Hammer SpVg mit frisch Gezapftem versorgen. „Er war der einzige, der angezogen war“, erklärte Mannschaftskapitän Dustin Wurst – und fügte hinzu: „Am Ende war mir ein bisschen schwindelig.“

Ausgelassen hatten die Rhyneraner zuerst auf dem Platz, später dann in der Kabine den Triumph beim wenig geliebten Nachbarn gefeiert. Denn es war nicht nur der erste Erfolg nach zuletzt drei Niederlagen im direkten Aufeinandertreffen, sondern für die Westfalia auch der erste Dreier in der noch jungen Saison. „Das Spiel war einfach etwas Besonderes“, erklärte Wurst. „In einem Derby ist immer viel Brisanz, dann war es wieder eine tolle Kulisse, vor der man sich beweisen will. Und auch wenn es heißt, es gibt nur drei Punkte: Es geht in so einem Duell für beide Mannschaften um mehr.“

Dass der Sieg der Rhyneraner am Ende verdient war, darüber waren sich nach dem Abpfiff alle Beteiligten einig. Denn die HSVer hatten über die komplette Spielzeit keine Idee gehabt, wie sie den variablen Gäste-Abwehrriegel knacken können. „Wir waren gut eingestellt auf diese Partie“, betonte Wurst. „Wir haben versucht, Semih Yigit, der ja bekanntermaßenrecht ordentlich zu Fuß ist, aus dem Spiel zu nehmen. Das ist uns ganz gut gelungen. Im Defensivzentrum haben wir einen klasse Job gemacht.“

Die Rhyneraner hoffen nun, dass dieser Sieg das Startsignal war, um das Feld von hinten aufzurollen und in die vorderen Regionen aufzurücken. „Ob der Knoten nun geplatzt ist, weiß ich nicht“, sagte Wurst. „Aber der Sieg wird unserer jungen Mannschaft einen ordentlichen Schub geben. In der nächsten Partie am Sonntag zuhause gegen Rheine werden wir sicher mit breiterer Brust auflaufen.“ Und Lennard Kleine fügte hinzu: „Es könnte für uns jetzt vielleicht ein bisschen einfacher laufen.“

Rhynern gewinnt Oberliga-Derby bei der HSV mit 2:0

Rhynerns Trainer Björn Mehnert, der sich mit seinen Sticheleien in den vergangenen Jahren oft genug den Unmut der HSVer zugezogen hatte, zeigte sich nach der Partie übrigens sehr generös. „Wir haben bei einer sehr guten Oberliga-Mannschaft mit 2:0 gewonnen. Ich denke, dass am Ende der Saison beide Teams weit oben stehen werden. Und vielleicht schafft es ja einer der beiden Vereine mal, in die Regionalliga zu kommen. Eine Stadt wie Hamm hätte das auf jeden Fall verdient“, meinte der Westfalia-Coach.

Weit weniger erbaut war HSV-Trainer Oliver Gottwald von der Leistung seiner Elf. „Die Rhyneraner waren jetzt nicht in der Form, dass man Angst vor ihnen haben musste. Deshalb haben sie so tief gestanden. Was sie gut gemacht haben. Wir haben den Dosenöffner nicht gefunden“, sagte der 45-Jährige, nachdem er die Partie über Nacht hatte sacken lassen.

Seiner Abwehr samt Torwart Manuel Lenz wollte Gottwald keinen Vorwurf machen, doch im Spiel nach vorn gab es noch viel Luft nach oben. Und auch bei der Einsatzfreude der Spieler. Die Partie war zwar intensiver als die vorangegangen Duelle im Pokal, hitzig jedoch nicht – was auch am guten Zweitliga-Schiedsrichter Thorben Siewer (Drolshagen) lag, der mit zwei Gelben Karten gegen Marcel Ramsey (HSV/11.) und David Schmidt (Rhynern/14.) früh Zeichen setzte. „Insgesamt hätten wir mehr Derby-Mentalität zeigen müssen. Wir haben fast körperlos gespielt. Gegen Neuenkirchen muss eine ganz andere Körpersprache her“, sagte Gottwald und kündigte eine Aufarbeitung des Geschehens beziehungsweise Nicht-Geschehens im Training an. „Da sollen sich die Jungs auch mal selbst Gedanken machen.“

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