Rhynern feiert 5:1-Sieg im Matsch von Zweckel

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Dreifacher Torschütze für Rhynern gegen Zweckel: Joachim Mrowiec (rechts).

Gladbeck - Es hatte etwas von einem so genannten Tough-Mudder-Rennen, bei dem die Teilnehmer durch Schlamm kriechen und über Hindernisse klettern müssen, im Ziel aber gleichermaßen schmutzig wie glücklich sind. So fühlten sich auch die Fußballer des SV Westfalia Rhynern nach ihrem Auswärtsspiel der Oberliga beim SV Zweckel. Nach dem überaus verdienten 5:1 (3:1)-Sieg waren sie mit sich und der Welt mehr als zufrieden.

Sie machten sich kaum Gedanken darüber, dass sie völlig durchnässt und schmierig waren, da sich der Platz an der Dorstener Straße in Gladbeck in einem katastrophalen Zustand präsentiert hatte. „Jeder hat gesehen, dass der Rasen in einem schwierig bis unmöglich zu bespielenden Zustand war. Aber meine Jungs haben den Kampf angenommen und waren spielerisch im Vorteil“, bilanzierte Rhynerns Trainer Björn Mehnert nach einem Fußballspiel der besonderen Art. Denn oftmals erinnerte das Geschehen auf dem Rasen eher an eine Rutsch- denn an eine Oberliga-Partie.

Vor der Begegnung hatten die Verantwortlichen des SV Zweckel noch die Stellen, wo die Pfützen am größten waren, mit Sand aufgefüllt. Dennoch war der Rasen tief, matschig und fast schon morastig. Doch die Rhyneraner machten sich keine Gedanken über die äußeren Bedingungen, übernahmen sofort die Initiative – und wurden schon nach vier Minuten für ihr engagiertes Auftreten belohnt. Nach einem Freistoß von Mathieu Bengsch stand Thanh-Tan Tran am langen Pfosten goldrichtig und köpfte zum 1:0 ein (4.).

Die Rhyneraner, die nur in der sechsten Minuten eine Schrecksekunde zu überstehen hatte, als Dennis Yilmaz an Alexander Hahnemann scheiterte, ließen nicht locker, bestimmten weiter das Geschehen und kamen in der 14. Minute bereits zum 2:0. Nachdem die ersten beiden Schüsse von Joachim Mrowiec noch abgeblockt wurden, behielt er beim dritten Versuch die Ruhe und schob zum 2:0 ein. Dies war für den 24 Jahre alten Angreifer der erste Oberliga-Treffer für die Westfalia. Doch es sollte nicht sein letztes Erfolgserlebnis bleiben. In der 34. Minute nahm er einen langen Pass von Lennard Kleine auf und schoss den Ball von der linken Strafraumkante an Keeper Davids Kulina vorbei zum 3:0 ins SVS-Netz.

Als dann Serkan Köse mit dem Pausenpfiff auf 3:1 verkürzte (45.) und Zweckel nach der Pause mächtig Druck machte, wurde es kurzzeitig spannend. Denn die Gastgeber drängten die Rhyneraner weit in ihre Hälfte, waren im Torabschluss letztlich aber viel zu ungefährlich. „Natürlich gibt es über den Sieg von Rhynern keine zwei Meinungen. Aber in den ersten Minuten nach der Pause hatten wir die Möglichkeit, ins Spiel zurückzukommen“, ärgerte sich SVZ-Trainer Günter Appelt später.

Erneut war es Mrowiec, der die leisen Hoffnungen der Platzherren mit seinem dritten Treffer an diesem Tag zerstörte. Eine Hereingabe von Felix Böhmer nahm er geschickt an, drehte sich um seinen Gegenspieler und schoss unhaltbar zum 4:1 ein (55.). Für den 5:1-Endstand sorgte Christoph Debowiak (85.) nach einer Flanke von Lennard Kleine, so dass die Rhyneraner wenig später glücklich, aber von oben bis unten mit Schlamm beschmutzt den Platz verließen.

Lediglich die Verletzung von Kapitän Dustin Wurst, der sich wahrscheinlich einen Muskelfaserriss zugezogen hat, trübte die Zufriedenheit. „Ich hatte am Ende ein Chancenverhältnis von 12:4 auf meinem Zettel. Daher war der Sieg auch in der Höhe verdient“, sagte Mehnert – fügte aber auch hinzu: „Wir haben nach einem Erfolg in dieser Saison schon oft genug was auf die Mütze bekommen. Wir freuen uns jetzt ein, zwei Tage. Aber dann arbeiten wir hart weiter. In dieser engen Liga bekommt man nichts geschenkt.“

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