Rhynern enttäuscht im Heimspiel gegen Rheine

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Eine überraschende 1:3-Heimniederlage kassierte Westfalia Rhynern mit Gerrit Kaiser (links) gegen Rheine.

Hamm - In der vergangenen Saison waren sie die Überflieger gewesen, eilten von Erfolg zu Erfolg und verpassten erst am letzten Spieltag den Aufstieg in die Regionalliga. Jetzt aber ist der SV Westfalia Rhynern böse abgestürzt, hat nach der 1:3 (0:1)-Heimniederlage gegen den FC Eintracht Rheine erst einen Sieg auf dem Konto und rangieren auf Tabellenplatz 15.

„Ich habe immer gesagt, dass es ein extrem schwieriges Jahr werden wird. Aber einige wollen das nicht glauben“, sagte Trainer Björn Mehnert. Und der Coach der Rhyneraner ließ nach der Schmach gegen die Münsterländer kaum ein gutes Haar an seiner Mannschaft, sparte nicht mit deutlicher Kritik. „Es ist einfacher hochzukommen als die Position zu halten. Wenn man etwas erreicht hat, muss man umso mehr investieren. Aber das scheint der eine oder andere nicht begriffen zu haben“, schimpfte Mehnert. „Einige wollen hier mit dem minimalen Aufwand das Maximale erreichen. Das geht nicht. Aber meine Spieler sind ja noch jung, das werden sie auch noch lernen und verstehen.“

Vor allem mit dem Auftritt in den ersten 45 Minuten war der Coach überhaupt nicht einverstanden. Denn die Rhyneraner hatten Glück, dass sie lediglich mit einem 0:1-Rückstand in die Pause gingen. Rheine hatte leichtes Spiel, gegen eine leblose, lethargisch wirkende und ideenlos agierende Heimmannschaft zu besten Torchancen zu kommen. Allerdings nutzte nur Nils Woltering einer der vielen Möglichkeiten, als er mit einem Heber den in dieser Situation unglücklich aussehenden Christoph Hunnewinkel zum 0:1 überwand (23.).

Dafür parierte der Westfalia-Keeper in der 36. Minute bravourös gegen Timo Scherping und hatte viel Dusel, als der Nachschuss von Rafael Figueiredo an die Latte klatschte. Zu allem Überfluss musste dann auch noch Lennard Kleine mit einer dicken Platzwunde den Platz verlassen – und machte damit den trostlosen Auftritt der Rhyneraner perfekt. „Wir hatten in der ersten Hälfte eine Fehlpassquote von 80 Prozent und haben dem Gegner viel zu viele Chancen geschenkt“, wetterte Mehnert später.

Nach dem Wechsel kamen die Gastgeber, die bereits nach der Auswechslung von Kleine ihr im Derby gegen die Hammer SpVg noch erfolgreich praktiziertes System mit zwei flexibel agierenden Außenverteidigern wieder zu den Akten legten und in der gewohnten Taktik mit einer Vierer-Abwehrkette operierten, dann deutlich besser ins Spiel – benötigten zum Ausgleich aber bezeichnenderweise eine Standardsituation. Nach einer Ecke von Christoph Debowiak schraubte sich Innenverteidiger Tim Neumann in die Höhe und markierte per Kopf das 1:1 (50.).

Anschließend übernahmen die Platzherren endgültig das Kommando auf dem Platz, verpassten aber in der 64. Minute die große Chance zum 2:1. Nach einem Foul von Emanuel Beckmann-Smith an Thanh-Tan Tran entschied Schiedsrichter Armin Hurek zurecht auf Elfmeter, den Dustin Wurst aber vergab, weil Rheines Torwart Nils Wiedenhöft in die richtige Ecke tauchte und den Schuss parierte. Dennoch gaben die Rhyneraner nicht nach, hatten Pech, als ein Kopfball des frei stehenden David Schmidt knapp am Pfosten vorbeiflog (73.). Und auch als Rheine erneut in Führung ging, als Scherping nach einem Durcheinander in der Westfalia-Abwehr am schnellsten schaltete und zum 1:2 traf, gab sich der SV Westfalia nicht geschlagen. Aber Debowiak rutschte an einer Hereingabe von Jannick Kastner vorbei (81.). Und Kastner köpfte zuerst freistehend über das Tor (88.), dann traf er mit seinem Schuss nur die Oberkante der Latte (89.). Als dann Hunnewinkel ein folgenschwerer Aussetzer unterlief und er als letzter Mann den Ball an Dominic Schmidt verlor, der zum 1:3 ins leere Tor einschob (90.+1), war die kuriose Partie endgültig entschieden. „Alle drei Gegentore dürfen niemals fallen“, echauffierte sich Wurst nach dem Abpfiff. Und Mehnert fügte ernüchtert hinzu: „Man hat gesehen, dass bei uns viel Übungsbedarf besteht. Wir werden noch mehr an unserer Passgenauigkeit arbeiten. Und wir müssen mit mehr Konsequenz nach vorne spielen. Es gibt viel zu tun.“

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