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Rhein-Neckar Löwen für ASV-Trainer Lerscht im „besten Ist-Zustand“

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Von: Rainer Gudra

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Rhein-Neckar Löwen - MT Melsungen
Zum Start gegen MT Melsungen zeigten Uwe Gensheimer und die Rhein-Neckar Löwen gleich, in welche Richtung es in dieser Saison gehen soll: nach oben. © Uwe Anspach

Das Bundesliga-Comeback in Magdeburg ist Geschichte, nun wartet auf die Handballer des ASV Hamm-Westfalen die Heimpremiere.

Hamm - Am Donnerstag (19.05 Uhr/Sky) empfangen die Mannen von Michael Lerscht die Rhein-Neckar Löwen in der Westpress Arena – und stehen vor einer ebenso schweren Aufgabe wie bei der 23:31-Niederlage am vergangenen Sonntag beim Deutschen Meister.

Den Stempel aufgedrückt

„Wenn man die Vorbereitung und den ersten Spieltag betrachtet, dann ist das die Mannschaft mit dem wohl besten Ist-Zustand von allen“, sagt Lerscht über die Mannheimer und lobt seinen Kollegen Sebastian Hinze. „Er hat ihnen von Beginn an seinen Stempel aufgedrückt. Sie spielen eine sehr gute, aktive Verteidigung und ein starkes und schnelles Umschalten. Es ist offensichtlich, dass er Wert darauf legt.“

Mit diesem Spielstil legten die Löwen einen blitzsauberen Saisonstart hin und überrannten MT Melsungen mit 36:25 – vor allerdings nur 4 166 Fans in der 13 000 Zuschauer fassenden SAP-Arena. Neuzugang Halil Jaganjac gelang ein super Einstand. Sein Debüt krönte der Kroate mit sieben Toren und der Auszeichnung zum besten Torschützen der Partie.

Eine gesunde Mischung

Der 43-Jährige Hinze hatte den Deutschen Meister der Jahre 2016 und 2017 im Sommer übernommen. Es gab nur eine geringe Fluktuation, und mit dem Kroaten Jaganjac und dem Schweden Olle Forsell Schefvert kamen nur zwei relative junge Spieler hinzu, die für eine gesunde Mischung sorgen. Das Gerüst bilden Top-Leute wie Torhüter Mikael Appelgren, Juri Knorr in der Rückraum-Mitte, Kreisläufer Jannik Kohlbacher oder die beiden Außen, Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki – alles prägende Gesichter der Bundesliga.

Video schneiden auf der Rückfahrt

Da zwischen Ligaauftakt und Heimpremiere keine 100 Stunden liegen, begann für ASV-Trainer Michael Lerscht die Vorbereitung schon auf der Rückfahrt aus Magdeburg: „Für den Trainer ist Busfahren Arbeitszeit, da war ich direkt wieder am Video schneiden“, berichtet Lerscht. Deshalb habe er die Stimmungslage bei seinen Spielern gar nicht so richtig mitbekommen. „Aber das war, glaube ich, ganz normal wie sonst auch – weder überschwänglich, weil wir in Magdeburg gespielt haben, noch sonderlich deprimiert, weil wir verloren haben.“ Einzig ungewöhnlich: „Es war untypisch, dass wir zu so früher Anwurfzeit unterwegs waren. Das letzte Mal, dass ich um 14 Uhr ein Pflichtspiel hatte, ist schon lange her.“

Die Nachbetrachtung fiel ebenfalls sehr sachlich aus. „Die Jungs können das schon gut einordnen. Wir wissen, dass wir Phasen im Spiel hatten, in denen wir uns sehr gut verkauft haben, aber auch, dass wir noch Luft nach oben haben und unser Entwicklungspotenzial jetzt nach und nach abrufen müssen.

Huesmann bester Ligatorschütze

Dass Linksaußen Fabian Huesmann mit zehn Toren nach dem ersten Spieltag die Torschützenliste der Bundesliga vor dem Leipziger Sime Ivic (9) anführt und in die Mannschaft der Woche berufen wurde, sei „eine schöne Randnotiz“, zumal – so Lerscht – „für Fabi die Vorbereitung ja nicht ideal verlaufen ist.“ Einen darauf ausgeben musste der Kapitän übrigens nicht.

Nur Zintel fehlt dem ASV

Der Kader des ASV für das Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen wird gegenüber dem Magdeburg-Spiel unverändert bleiben. Spielmacher Björn Zintel befindet sich weiter in der Reha und wird auf der Tribüne die Daumen drücken. Die Vorfreude auf den ersten Bundesliga-Auftritt sei sehr groß, berichtet Lerscht: „Das erste Heimspiel ist immer ein besonders, jetzt natürlich noch ein Fünkchen mehr. Ich freue mich, dass die Hammer das jetzt auch annehmen und in die Halle kommen. Wir brauchen den vollen Support über 60 Minuten.“

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