HSV rettet einen Punkt gegen Siegen – Pihl kommt aus Beckum

+
Semih Yigit (links) bescherte der HSV mit seinem herrlichen Treffer zum 3:3 einen Punkt gegen die SF Siegen.

Hamm - Nur 20 Minuten waren noch zu spielen, und es sah nicht so aus, als würden die Oberliga-Fußballer der Hammer SpVg ihren jüngsten zwei Erfolgen einen dritten hinzufügen können. Selbst ein Remis schien in unerreichbarer Ferne. Mit 1:3 (1:2) lagen sie gegen die ambitionieren Sportfreunde Siegen zurück, die das Spiel vor 710 Zuschauern in der Evora Arena im Griff hatten. Bis zur 72. Minute. Dann kam Emre Demir. Sein Geistesblitz ebnete den Weg zum 2:3 durch Hugo Magouhi. Kurze Zeit später wuchtete Semih Yigit den Ball zum 3:3 in Winkel. Dabei blieb es.

„Die Jungs haben nach dem Rückstand tolle Moral gezeigt“, sagte HSV-Trainer Ferhat Cerci, der nach einer höchst unterhaltsamen Partie hin- und hergerissen war. „Schade, dass es nicht zum Sieg gereicht hat, aber gegen ein Team wie die Sportfreunde muss man erstmal drei Tore schießen“, meinte der 34-Jährige. Sein routinierter Siegener Kollege Ottmar Griffel nahm die Punktverluste äußerlich gelassen: „Hamm hat aufgrund des Fights das Unentschieden verdient. Wir haben es nicht geschafft, den Sack zuzumachen.“

Sein Team war an diesem Tag nicht das einzige, das eine gute Ausgangsposition verspielte. Die Hammer SpVg – mit Nils Kisker und überraschend auch Serafettin Sarisoy in der Start-Elf für Serdar Yigit und den gelbgesperrten Yakup Köse – legte ein enormes Tempo vor. Damit überrumpelten sie Siegens Defensive, laut Statistik die beste der Liga, und brachten den Ball fast nach Belieben in den gegnerischen Strafraum. Keine drei Minuten waren gespielt, da zog Magouhi gefährlich ab. SF-Keeper Dominik Poremba hielt, doch den Abpraller schob Demir zum 1:0 in die Maschen.

Bevor die HSVer das beruhigende 2:0 nachlegen konnten, stolperten sie über ihre eigenen Fehler. Nur fünf Minuten nach der Führung ließen sie Mark Zeh unbedrängt das 1:1 köpfen (8.). Die HSV stürmte zunächst weiter, als sei nichts geschehen, erspielte sich weitere Chancen durch Magouhi (9.), Roman Maciejak (20.) und Tayfun Cakiroglu (21.), doch Erfolg hatten vor der Pause nur noch die Gäste. Hamms Rechtsverteidiger Kevin Thume ließ Julian Jakobs über HSV-Keeper Dimitar Nikolov hinweg zum langen Pfosten flanken. Dort stand Manuel Konaté frei, der den Ball zum 1:2 (27.) volley unter das Netzdach hämmerte. Das saß. Bis zur Pause brachte Hamm im Angriff nicht mehr viel zu Stande. Siegen kontrollierte das Geschehen. „Wir haben uns zwei dumme indviduelle Fehler geleistet, schon stand es 1:2. So schnell geht das gegen ein Top-Team“, sagte Cerci.

Seine Laune besserte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht. Im Gegenteil. Seine Spieler standen meist zu weit weg vom Gegner. Die Folge waren Chancen für Siegen – und das 1:3. Ein weiter Pass aus der eigenen Hälfte erreichte Haruk Arslan, der den Ball eiskalt an Nikolov vorbei ins HSV-Tor schob (58.). Die gut 150 lautstarken Siegener Fans feierten bereits, auch wenn Abdelhamid Sabiri (61.) und Philipp Frisch (69.) Chancen zur Entscheidung verpassten. Das rächte sich.

„Das 1:3 war für jeden im Stadion der Knackpunkt, aber nicht für uns. Wir haben nicht aufgehört zu spielen“, sagte Demir. Der 21-Jährige war es, der mit seiner Hackenvorlage vor Magouhis Treffer zum 2:3 (72.) die HSV wachküsste. „Hugo weiß, dass ich ihm die Bälle auflege. Es ist ja nicht das erste Mal“, sagte der formstarke Youngster selbstbewusst mit einem Lächeln. Zehn Minuten später zog Semih Yigit, der als Linksverteidiger seit Wochen seinen Offensivdrang zügeln muss, mit Ball nach innen und mit rechts aus 19 Metern ab. Der Ball schlug zum 3:3 im Netz ein. Danach schrie er seine ganze Erleichterungnach einer bis dahin nicht allzu guten Partie heraus. „Das Tor tat gut“, sagte Yigit.

Auch dem Punktekonto der HSV. Mehr als den einen gab es allerdings nicht. In der Schlussphase wirkten die Gastgeber zwar frischer, doch große Chancen, den entscheidenden Punch zu setzen, hatte keines der beiden Teams mehr.

Mit dem 22-jährigen Mike Pihl steht der erste Neuzugang der Hammer SpVg für die kommende Saison fest. Der offensive Mittelfeldspieler wird vom Ligakonkurrenten SC Roland Beckum in den Hammer Osten wechseln. Der in Datteln geborene Pihl ist beim SC Roland Beckum seit der Saison 2012/2013 Stammspieler, kam dort bisher auf 106 Oberliga-Einsätze und erzielte 16 Tore. Die Hammer SpVg wird damit seine zweite Station im Seniorenbereich sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare