Remis: HSV und TuS Ennepetal trennen sich 2:2

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ENNEPETAL - Eine Revanche für die blamable 0:4-Schlappe im Hinspiel gab es nicht, eine Niederlage allerdings auch nicht: Der Fußball-Oberligist Hammer SpVg trennte sich vom abstiegsbedrohten TuS Ennepetal 2:2 – und durfte das nach einer über weite Strecken dürftigen Leistung als Erfolg werten. Denn bis kurz vor der Pause war die HSV auf eine weitere Demütigung zugesteuert.

„Wir wollten eigentlich drei Punkte mitnehmen. Aber das 2:2 geht in Ordnung“, sagte Hamms Trainer Goran Barjaktarevic, dessen fast chancenloses Team bis zur 42. Minute mit 0:2 zurückgelegen hatte. Kapitän Sebastian Krug war nach der Partie auf dem Kunstrasen-Nebenplatz des schmucken, aber offiziell nicht bespielbaren Bremenstadions durchaus zufrieden: „Hätte mir vor dem Spiel jemand ein 2:2 angeboten; ich hätte es genommen, denn dadurch bleibt Ennepetal in der Tabelle hinter uns.“ Der Oberliga drohen weiterhin bis zu vier Absteiger.

Sollten einige HSV-Spieler nach dem üblen 0:4 in der Hinrunde Rachegelüste gehegt haben – sie versteckten sie gut. Denn das einsatz- und lauffreudigere Team war jenes aus Ennepetal um den angeschlagenen Ex-Profi Giovanni Federico, der sich die Partie meist in großer Ruhe von seiner Sechserposition aus ansah. Auf die ersten großen Chancen seiner Mitspieler gegen pomadige Gäste musste der 33-Jährige nicht allzu lang warten: Evangelos Skraparas (18.) schoss zu hoch, Robin Hoffmann (22.) scheiterte an Torwart Christoph Hunnewinkel. Nur zwei Minuten nach seiner Fußabwehr war der Hammer Keeper machtlos. Der agile Abdulah El Youbari, der sich intensive Zweikämpfe mit Hamms Linksverteidiger Michael Oscislawski lieferte, passte zurück auf Hoffmann, dessen satter Schuss zum verdienten 1:0 im Netz landete. El Youbari, im Hinspiel zweifacher Torschütze, hätte per Kopf fast das 2:0 folgen lassen (26.).

Ein erstes Lebenszeichen der HSV-Offensive sendete ausgerechnet ein Abwehrspieler: Dennis Jungk scheiterte mit einem Volleyschuss nach Vorarbeit von Ferhat Cerci, der den Vorzug vor Marko Martinovic erhalten hatte, am prächtig reagierenden Marvin Weusthoff im Tor der Platzherren (29.). Die machten es kurze Zeit später besser. Innenverteidiger Kai Strohmann traf – erneut nach Vorarbeit von El Youbari – aus zehn Metern zum 2:0 (36.). Yacin Erkaya schloss zwei Minuten später zu überhastet ab, sonst hätte Hamm bereits nach 38 Minuten am Boden gelegen.

Ersin Kusakci weckte noch vor der Pause die Lebensgeister der Gäste. Albert Alex bekam eine hohe Hereingabe des ansonsten wieder blassen Dursun Akdag unter Kontrolle und legte quer auf Kusakci, der aus nächster Nähe wenig Mühe hatte, das Tor zu treffen (42.). Zwei weitere schnelle Angriffe brachten zwar nicht den Ausgleich, zeigten aber deutlich, dass Ennepetals Abwehr verwundbar war. Nur 1:2 hinten – mit einem blauen Auge, aber neuer Hoffnung trotteten die HSV-Spieler in die Kabinen.

Heraus kamen sie nominell unverändert – und doch sah das Spiel jetzt anders aus. Die Gastgeber kamen gegen nun besser stehende Hammer nicht mehr so häufig gefährlich vor das Tor. Einmal schafften sie es zwar, doch Robin Gallus’ herrlichem Volley-Treffer versagte Schiedsrichter Jörn Schäfer die Anerkennung – der Ennepetaler hatte zuvor Akdag zu Boden gerissen (64.). Schäfer tat auch danach herzlich wenig, um sich beim TuS beliebt zu machen. Vor allem die Szene aus der 68. Minute sorgte für Gesprächsstoff: Nach einem Pressschlag zwischen Semih Yigit und Hamms Torjäger Jochen Höfler auf der Torlinie trudelte der Ball ins Netz. Die Gastgeber reklamierten Handspiel, doch das Tor zum 2:2 (68.) zählte. „Ich glaube schon, dass ich den Ball an die Hand gekriegt habe. Aber ich weiß nicht, ob das auf oder hinter der Linie war“, sagte der HSV-Torjäger nach der Partie, die kaum noch nennenswerte Höhepunkte produzierte. Die letzte Chance in einer mäßigen Oberliga-Partie hatte El Youbari in der Nachspielzeit. Sein Schuss wurde abgeblockt. - sst

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