Hammer SpVg startet mit 1:1 in Schermbeck in die Saison

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Emre Demir bereitete den Ausgleichstreffer vor.

Schermbeck - Ein Fehlstart war es nicht. Ein Traumauftakt allerdings auch nicht. Mit einem 1:1 (0:0) beim Aufsteiger SV Schermbeck starteten die Fußballer der Hammer SpVg in die Oberliga-Saison.

Entsprechend durchwachsen fiel das Fazit von HSV-Trainer Oliver Gottwald aus: „Mir wäre ein Sieg im ersten Spiel lieber gewesen, aber nach dem Verlauf der Partie ist das Ergebnis in Ordnung.“ Nicht anders sah es sein bestens gelaunter Schermbecker Kollege Christoph Schlebach. Er sprach von einem „leistungsgerechten Ergebnis“.

Gottwald verzichtete bei tristem Dauerregen auf den Einsatz des angeschlagenen Stürmers Jochen Höfler (Knie), für den Neuzugang Hugo Magouhin in die Start-Elf rückte. In der stand auch der neue Abwehrchef Tayfun Cakiroglu, der seine Spielberechtigung erhalten hatte. Er hatte gleich zu Beginn mehr Arbeit, als ihm lieb war, denn der Aufsteiger dachte gar nicht daran, sich mit einer defensiven Taktik in die Saison zu tasten. Jannis Scheuch köpfte den Ball knapp über das Tor (1.), drei Minuten später zischte ein Eckball unberührt durch den Gäste-Strafraum (4.). Kurz zuvor hatte auf der Gegenseite Hamms Emre Demir das 0:1 verpasst. Sein Schuss aus nächster Nähe wurde zunächst abgefälscht, dann pariert (2.).

Nach dem munteren Auftakt verflachte die Partie. Tempo und Einsatz waren weiterhin hoch, klar vorgetragene Angriffe allerdings eine Seltenheit. Die behäbigen Aufbau-Versuche der Hammer SpVg über Cakiroglu und Yakup Köse, der sich die Bälle weit hinten holte, endeten meist schon Mitte der gegnerischen Hälfte. Da sich auch die bemühteren und beweglicheren Gastgeber immer wieder in der HSV-Defensive verfingen, sahen die 180 Zuschauer außer etlichen Eckbällen auf beiden Seiten nicht allzu viele Höhepunkte vor der Pause. Streng genommen nur noch einen. In der 24. Minute war es wieder Scheuch, der Hamms Probleme nach Standard-Situationen aufdeckte, doch seinen wuchtigen Kopfball klärte Keeper Manuel Lenz reaktionsschnell. „Vor der Pause haben wir körperlos gespielt, hatten kaum Spannung, keinen Mut“, kritisierte Gottwald. „Erst in der zweiten Halbzeit haben wir richtig Druck aufgebaut.“

Und das lag vor allem an Semih Yigit. Dem Antritt des 26-jährigen Flügelspielers, der vor der Pause kaum in Erscheinung getreten war, waren die Schermbecker nicht gewachsen. Mehrfach wirbelte er die rechte Abwehrseite der Gastgeber durcheinander. Kilian Niewerth wusste Yigit in der 54. Minute nur per Foul zu stoppen. Yigit forderte einen Elfmeter, doch Schiedsrichter Philip Dräger entschied auf Freistoß. Danny Radke trat diesen aus spitzem Winkel gegen den kurzen Pfosten. Kurze Zeit später war es wieder Radke, der mit einem Freistoß für Gefahr sorgte. SV-Torwart Tim Krückemeier ließ den Ball prallen, doch Demir brachte ihn beim Nachschuss nicht voll unter Kontrolle (66.).

Von den Gastgebern war in der von vielen Unterbrechungen geprägten zweiten Halbzeit offensiv nicht mehr viel Zwingendes zu sehen – einmal abgesehen von Tim Dosedals Abseitstor (58.). Und doch gingen sie in der 69. Minute durch einen kuriosen Handelfmeter von Tuncay Turgut (siehe Text unten) mit 1:0 in Führung. Die HSV reagierte mit wütenden Angriffen. Einer davon führte sechs Minuten später zum Ausgleich. Magouhin schloss eine traumhafte Blitzkombination zwischen Emre Demir und Semih Yigit zum 1:1 ab. „Semih hat eine Riesenleistung gezeigt. Er hat heute den Unterschied gemacht“, lobte Gottwald. Seine Mannschaft bestimmte zwar die Schlussphase, doch eine Chance spielte sie sich nicht mehr heraus.

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