Pferdesport

Reiterin aus Hamm feiert großen Erfolg in Aachen

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Fehlerfrei in drei Prüfungen: Zoe Osterhoff wurde in Aachen Hallenchampion der Jungen Reiter.

Die Hammer Reiterin Zoe Osterhoff hat sich beim „Aachen Jumping Youngstars – Salut-Festival“ mit ihrer Stute Chacenny den Titel "Hallenchampion der Jungen Reiter“ gesichert - und ist dort jetzt auf einer Tafel verewigt.

Hamm - Der größte Erfolg ihrer Karriere? „Nein, es gab sicherlich andere Sachen, die mir mehr bedeutet haben“, räumt Zoe Osterhoff ein. „Aber das war schon richtig cool. Aachen ist das Weltfest des Pferdesports. Dort auf einer Tafel verewigt zu sein, das ist schon ein besonderes Gefühl.“ Seit Sonntag darf Osterhoff dieses besondere Gefühl für sich konservieren, denn mit ihrer Stute Chacenny sicherte sich die Hammerin in Aachen den Titel „Hallenchampion der Jungen Reiter“ beim „Aachen Jumping Youngstars – Salut-Festival“.

In drei Wertungsprüfungen haben die U21-Reiter ihren Hallenchampion ermittelt. Osterhoff wurde im Einlaufspringen Elfte, im zweiten Siebte und im Finale, dem Großen Preis der Jungen Reiter, Dritte. Das bedeutete 173,25 Punkte für sie in der Gesamtwertung und brachte ihr den Titel. Zwar reichte es in keinem der drei Wertungsspringen für Osterhoff zu Platz eins, doch war die 19-Jährige trotzdem enorm stolz. 

Chacenny einziges fehlerfreies Pferd an den Sprüngen

„Mein Pferd ist das einzige, das es geschafft hat, komplett an den Sprüngen fehlerfrei zu bleiben“, sagt die für den ZRFV Albachten startende Reiterin. Dass sie dennoch die jeweiligen Stechen verpasst hatte, liegt daran, dass sich das Duo jeweils Fehlerpunkte durch Zeitüberschreitungen einhandelte. „Chacenny ist nicht so grundschnell“, räumte Osterhoff ein, nahm ihr Pferd aber in Schutz. „An der einen oder anderen Ecke habe ich selbst ein bisschen Zeit liegen gelassen – das war mit Sicherheit meine Schuld.“

Mit ihrer 11-jährigen Erfolgsstute aus der Oldenburger Zucht von Paul Schockemöhle hat Osterhoff im Mai 2018 immerhin schon ihr erstes Springen in der Drei-Sterne Klasse gewonnen und war darüber hinaus „Null“ und platziert beim Großen Preis von Spangenberg, einer internationalen Vier-Sterne-Prüfung. Erfolge, für die es mittlerweile zwingend notwendig ist, professionell zu arbeiten und die Ernährung entsprechend zu steuern. „Ich habe mittlerweile einen Personal Trainer, halte mich zudem fit“, sagt Osterhoff. „Und man merkt schon im Parcours, dass es anstrengender wird. Da ist es besser, wenn ich nicht direkt vor dem Springen Currywurst esse.“

Beste deutsche Nachwuchsspringreiter beim Aachener Championat

Zu dem Aachener Championat hatten sich die besten Nachwuchsspringreiter aus Deutschland versammelt. Das Festival gilt als Sprungbrett in den großen Sport. In den Siegerlisten des vor 28 Jahren von Willibert Mehlkopf zu Ehren seines Erfolgspferdes „Salut“ aus der Taufe gehobenen Turniers stehen Namen wie Christian Ahlmann, Marcus Ehning, Toni Hassmann oder aus jüngerer Vergangenheit Maurice Tebbel und Laura Klaphake – und jetzt auch Zoe Osterhoff.

Das Finale der Jungen Reiter führte über einen Drei-Sterne-Parcours der Klasse S, die Hindernisse, die es zu meistern galt, waren bis zu 1,55 m hoch und entsprechend breit. Für Osterhoff war es bereits die sechste Teilnahme. Angespannt war die junge Hammerin vor dem Finale allerdings immer noch. 

„Ich war total nervös, bin fast verrückt geworden vor Aufregung“, gibt die hoch talentierte Reiterin gerne zu. „Das hat sich erst im Parcours beruhigt. Und am Ende war ich einfach nur glücklich, dass ich durch und überhaupt fehlerfrei war. Dass dann die Leute, die noch nach mir gestartet sind, alle noch Fehler gemacht haben – damit habe ich nicht mehr gerechnet.“

In Runde eins einziges westfälisches Duo mit einer Nullrunde

In Runde eins, dem Mannschaftsspringen der Landesverbände, ritt das Hammer Duo als einziges aus Westfalen eine Nullrunde – lediglich ein Zeitfehler stand auf dem Zettel, dafür aber 49 von 50 Punkten in der Championatswertung. Am Samstag stand als zweite Wertungsprüfung ein Springen der Klasse S** an. Der Parcoursbauer aus der Aachener Soers baute anspruchsvoll, so dass nur sieben ohne Springfehler durch den Parcours kamen. Osterhoff und ihre Stute hatten erneut lediglich einen Zeitfehler zu verzeichnen und verpassten das Stechen. 

„Ich war eigentlich ganz froh, dass ich am Samstag kein Stechen reiten musste. So konnte mein Pferd besser regenerieren und seine Kraft für das Finale aufsparen“, sagte Osterhoff. „Die Halle in Aachen ist sehr klein, die Zuschauer sitzen direkt an der Bande. Darüber hinaus sind wir in Aachen – anspruchsvoller wird es im Hallensport nicht mehr.“

Die 30 besten Teilnehmer starteten am Finaltag in umgekehrter Reihenfolge. Osterhoff verfehlte nur um drei hundertstel Sekunden den Einzug ins Stechen – was sie dieses Mal enttäuscht registrierte. „Da wäre ich gerne im Stechen gewesen, habe es aber selber verpennt und die Zeit liegen gelassen.“ Ein Wermutstropfen, den Osterhoff, die in Osnabrück lebt und mittlerweile ihre Ausbildung zur Pferdewirtin abgeschlossen hat, schnell verschmerzte. Schließlich hatte sie allen Grund zu Feiern – vielleicht sogar mit einer Currywurst.

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