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Rechtsaußen Jan Pretzewofsky verlängert beim ASV bis 2023

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Von: Günter Thomas

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Bis mindestens 2023 für den ASV Hamm-Westfalen am Ball: Rechtsaußen Jan Pretzewofsky.
Bis mindestens 2023 für den ASV Hamm-Westfalen am Ball: Rechtsaußen Jan Pretzewofsky. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Seit der B-Jugend spielt Jan Pretzewofsky für den ASV Hamm-Westfalen. Jetzt hat der Rechtsaußen der Zweitliga-Mannschaft seine Zusage für eine weitere Saison bis Mitte 2023 gegeben.

Hamm - Als der 23-Jährige im Sommer 2014 als 15-Jähriger mit seiner fast kompletten Mannschaft des TuS Eintracht Overberge in den Hammer Osten gewechselt war, hätte er es sich nicht träumen lassen, dass er im Spätherbst 2021 zum wiederholten Mal seine Unterschrift unter ein Arbeitspapier setzen würde, das ihn als Spieler des Hammer Zweitliga-Kaders ausweist. Für mindestens eine weitere Spielzeit (bis Sommer 2023) wird der gebürtige Kamener damit eine der beiden Planstellen auf Rechtsaußen besetzen.

Ganz auf Handball konzentrieren

Vor ein par Wochen gab es erste Gespräche mit Geschäftsführer Thomas Lammers, jetzt folgte die Unterschrift. „Der Verein wollte gerne verlängern, ich auch im richtigen Rahmen“, erklärt Pretzewofsky. „Danach hat es sich zwei Wochen hingezogen, dann habe ich für ein Jahr verlängert. Ich mache in meinem Studium im nächsten Sommer den Bachelor und kann mich dann ganz auf Handball konzentrieren“, sagt Pretzewofsky.

An den Aufgaben, die der mittlerweile 23-Jährige innerhalb der Mannschaft übernehmen muss, hat sich in den vergangenen Jahren nicht viel geändert. Die Rote Laterne in Sachen „jüngster Spieler des Kaders“ hat er in dieser Saison an den 20 Jahre alten Alexander Reimann weitergegeben. Und wenn Lars Kooij, Noah Moussa und Jan Wesemann beim Training sind, kann er sogar schon froh sein, dass er beim Fußball noch zu Team jung gehört. Doch: „Ich darf mich immer noch um die Wäsche kümmern“, sagt er. „Wir haben aber jetzt in der Halle einen Trockner bekommen – das macht die Sache einfacher.“

Gut 80 Prozent Trefferquote

Trocken hinter den Ohren ist Pretzewofsky mittlerweile auch handballerisch auf der Platte geworden. Denn während er als Jugendlicher nur gelegentliche Schnupperkurse im Team bekam und später meist als Spieler zwischen erster und zweiter Mannschaft pendelte, hat er sich mittlerweile zum vollwertigen Mitglied des Kaders hochgespielt. In dieser Saison liegt er, sowohl die Spielanteile als auch die Effektivität betreffend, gleichauf mit Neuzugang Tim Wieling. Der erzielte 34 Tore (davon acht Siebenmeter), Pretzewofsky nur eins weniger. Beide liegen bei gut 80 Prozent Trefferquote. Keine schlechte Bilanz. „Es lief natürlich auch glücklich für mich, dass Tim zwischenzeitlich ausgefallen ist“, gibt der Linkshänder zu. „Aber die Chance muss man dann ja auch erst einmal nutzen, wenn sie sich bietet.“

Lerscht hat die Qual der Wahl

„Pretze“ nutzte sie, überzeugte seinen Trainer auf der ganzen Linie. Und der weiß es sehr zu schätzen, dass er auf beide Rechtsaußen zu 100 Prozent bauen kann. „Das ist außergewöhnlich gut, dass wir auf der Position zwei solche Spieler haben, zwischen denen wir switchen können“, freut sich Michael Lerscht darüber, jede Woche die Qual der Wahl zu haben, wen von beiden er aufstellen wird. „Das sind zwei Spielertypen, die in ein paar Momenten einfach anders sind, mit denen man bestimmte Dinge provozieren kann.“

Das sieht auch Pretzewofsky so, der betont, sich persönlich gut mit dem Konkurrenten auf der eigenen Position zu verstehen. „Ein Unterschied liegt allein schon im Körperlichen. Tim ist ein bisschen kleiner. Und ich denke, dass er von den Wurfvarianten her anders ist. Ich würde mich als geradlinigen Werfer betiteln, er hat ein größeres Portfolio – und unsere Deckungsarbeit unterscheidet uns.“

Unabhängig davon versuchen beide, sich gegenseitig zu pushen und zu unterstützen. „Tim ist ein lockerer Typ. Wir versuchen uns gegenseitig zu helfen – im Spiel, im Training. Und wir reden viel darüber, was man abwehrtechnisch besser machen kann“, sagt Pretzewofsky. „Micha erwartet viel von seinen Außen – auch im Deckungsverbund in Sachen Konzentration und Mitarbeit.“

Richtige Trainer zum richtigen Zeitpunkt

Überhaupt hatte der Kamener nach eigener Aussage das Glück, dass er stets den richtigen Trainer zum richtigen Zeitpunkt bekommen hat. Angefangen in der Jugend, wo neben dem früheren ASV-Spielmacher Stephan Just auch sein jetziger Kapitän Fabian Huesmann in der A-Jugend sein Coach war. „In der zweiten Mannschaft hat mich dann Christian Feldmann gefördert, in der ersten Kay Rothenpieler, der mich als zweiten Mann mit reingenommen hat, als Lukas Blohme und Lars Gudat gegangen sind“, zählt Pretzewofsky auf. „Und jetzt ist es Micha Lerscht, bei dem es mir in den letzten eineinhalb Jahren sehr gut getan hat, fest im Kader dabei zu sein.“

Der lange Atem, sich in Ruhe entwickeln zu können, ohne vorschnell anderswo seine Chance zu suchen, hat sich gelohnt. „Pretze“ ist zu einem vollwertigen Zweitligaspieler gereift. „Und dazu braucht es eben Geduld und Fleiß“, sagt der 23-Jährige, der zwar auch andere Angebote hatte, die aber im Moment nicht für ihn infrage kamen. „Es war schon so, dass Vereine Interesse gezeigt haben“, sagt er. „Ich möchte aber nicht unbedingt hier aus der Region wegziehen. Ich bin hier familiär gebunden, meine Eltern wohnen in Kamen, ich spiele seit acht Jahren in Hamm – deswegen war es keine sehr große Überlegung.“

Großartige Ziele nicht gesetzt

Großartige Ziele für die Zukunft hat er sich nicht gesetzt. „Erstmal bin ich sehr froh, noch ein weiteres Jahr in Hamm spielen zu können“, sagt er. „Ich habe jetzt gesehen, wie gut ich in der Liga mithalten kann, dass ich Spielanteile sammeln und der Mannschaft helfen kann, Spiele zu gewinnen. Das ist wohl das Ziel: an dieser Entwicklung dranzubleiben.“

Dass er im Gegensatz zu seiner Zeit in der zweiten Mannschaft und in der Jugend nicht mehr als Siebenmeterschütze vorgesehen ist, kann der Kamener, der früher auch im Rückraum gespielt hat, gut verschmerzen. „Dadurch, dass Fabi Huesmann, Marian Orlowski und Tim werfen, habe ich mir darüber keine Gedanken mehr gemacht“, sagt er. „Ich will da auch keinen Anspruch stellen. Die drei machen es gut.“

Immer eine aufgeladene Stimmung

Nach so langer Zeit im ASV-Trikot weiß der Linkshänder um die Bedeutung der Partien gegen den TV Emsdetten – auch wenn nicht für jeden nachvollziehbar ist, warum dieses Spiel, das sich am Samstag (19.15 Uhr/Westpress Arena) jährt, als Derby gilt, wo doch immerhin rund 80 Kilometer zwischen beiden Städten liegen. „Für mich ist es schon eins, weil ich es acht Jahre lang so mitgekriegt habe“, betont „Pretze“. „Ich hatte das Vergnügen, seit der A-Jugend immer dabei zu sein, weil immer auf meiner Position ein Spieler verletzt gewesen ist. In diesen Begegnungen herrscht einfach eine aufgeladene Stimmung. Jeder von uns hat Lust, am Samstag vor einer guten Kulisse zu spielen.“ Und mit einem Sieg würde sich die Wäsche hinterher fast von selbst waschen.

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