Raus aus dem Keller:

HSV-Trainer Gottwald will mehr taktische Flexibilität

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Raus aus dem Keller: HSV-Trainer Oliver Gottwald.

HAMM - Vor dem Fußball-Oberligisten Hammer SpVg liegen entscheidende Wochen. Nacheinander geht es gegen den VfB Hüls, die TSG Sprockhövel, den SV Zweckel und den SuS Neuenkirchen – allesamt Mannschaften, die wie die HSV im Abstiegskampf stecken.

Von Simon Stock

„Jetzt kommen die Spiele, in denen es schmutzig wird. Sie werden entscheidend sein. Wir müssen die Ärmel hochkrempeln. Jetzt sind Kerle gefragt“, sagt der neue Trainer Oliver Gottwald. Viel Zeit hat der 45-jährige Wittener nicht, die Mannschaft aus dem Tief zu holen, in der sie nicht erst seit der 1:2-Heimniederlage am Sonntag gegen den ASC 09 Dortmund steckt. „Die Leistung war mit nichts zu entschuldigen. Da kommen über 600 neugierige Zuschauer. Die wollen sehen, dass die Mannschaft kämpft.“

Die Zwischenbilanz:

Die Hammer SpVg blieb in dieser Saison mit einem neu zusammengestellten Kader bislang weit hinter den Erwartungen – von Verantwortlichen, Fans und neutralen Beobachtern – zurück. Und auch hinter der eigenen Bilanz zum Vorjahreszeitpunkt. In der vergangenen Saison stand die HSV nach 20 Spieltagen mit 28 Punkten auf Platz zehn der Tabelle, aktuell steckt sie als 16. mit 19 Zählern nur einen Rang vor der Abstiegszone. „Das sind Fakten. Da unten wollen und müssen wir raus“, sagt Gottwald.

Die Gründe:

Ein kleiner Kader und etliche Verletzungen führten in der Hinrunde zu ständig wechselnden Formationen. Die Mannschaft ist individuell stark besetzt, doch im Zusammenspiel schaffte sie es auch in guter Besetzung selten, defensiv eingestellte Gegner zu knacken. In den ersten Partien des neuen Jahres machte sich besonders das Fehlen des gesperrten Wirbelwindes Semih Yigit bemerkbar, der mit seinen Soli über links für Unordnung in der Abwehr des Gegners sorgte.

Lesen Sie HIER alles zu der Zwischenbilanz, den Gründen und Aussichten bei Westfalia Rhynern.

Die Schwäche schlägt sich vor allem in der miserablen Heimbilanz mit nur einem Sieg aus zehn Begegnungen nieder. Mitspielende Gegner, die der flinken HSV-Offensive größere Räume lassen, liegen den Hammern dagegen. Das zeigte nicht nur der 1:0-Sieg beim heimstarken Aufstiegskandidaten TuS Erndtebrück. Die Auswärtsstatistik führt die HSV auf Platz drei. „Wir werden in dieser Woche auch an taktischen Dingen arbeiten. Es hat sich in der Liga herumgesprochen, wie die HSV spielt. Wenn wir damit nicht durchkommen, brauchen wir einen Plan B und C. Wir müssen flexibler werden, vielleicht auch mal mit langen Bällen operieren“, sagt Gottwald, der vor allem die erfahrenen Spieler in der Pflicht sieht: „Von den jungen kann man nicht erwarten, dass sie in so einer Situation Führungsaufgaben übernehmen.“ 

Die Aussichten:

Bleibt die HSV einerseits in den Auswärtsspielen gefährlich und schafft es andererseits, die Leistungen auf eigenem Platz zumindest halbwegs in Einklang mit den Erwartungen zu bringen, dürfte sie bald in der Tabelle klettern, zumal die HSV nicht das einzige Team der Liga ist, das sich mit Sorgen herumschlägt. Gelingt der HSV das nicht schon in den nächsten Partien, wird es eng. Die personelle Lage sollte dem nicht im Wege stehen, denn die ist so gut wie lange nicht mehr. Gottwald: „Wenn wir es schaffen, wie in Erndtebrück individuelle Klasse im mannschaftlichen Kollektiv zu zeigen, werden wir das hinkriegen.“

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