Hammer Talentschmiede

Ramazan Korkut aus Rhynerns U19 feilt an seiner Schnelligkeit

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In der U19 des SV Westfalia Rhynern eine feste Größe: Ramazan Korkut.

Dass die A-Junioren des SV Westfalia Rhynern auf Platz drei der Landesliga-Tabelle liegen, hat die Mannschaft vom Papenloh auch ihrem besten Torjäger zu verdanken.

Hamm - Ramazan Korkut steuerte in der laufenden Saison zehn Treffer bei, vier davon gelangen ihm beim Kräftemessen mit dem SC Verl II (4:0).

Daran erinnert sich der Vierfachtorschütze gerne, auch wenn der Kantersieg noch nicht lange zurückliegt. „Ich denke, das Toreschießen liegt mir“, sagt Korkut, wohl wissend um seine eigenen Stärken. „Ich kann mich im Zweikampf gut behaupten. Vor dem Tor bin ich dann eiskalt.“, bemerkt der 18-Jährige selbstsicher.

Er ist also ein Angreifer durch und durch, „ein geborener Stürmer“, wie sein Coach Jan Mance es beschreibt. Dabei ist dieser erst seit der Winterpause Übungsleiter in Rhynern und hatte dementsprechend wenig Zeit, sich einen Eindruck von seinen Schützlingen zu verschaffen. Einer ragt trotzdem heraus, ist schon besonders weit, wie es scheint. „Ramazan ist ein kompletter Spieler“, lobt Mance insbesondere die spielerische Stärke des Altjahrgangs. „Er kann Bälle festmachen, dient im Aufbau immer wieder als Zielspieler.“

Dass selbst ein kompletter Spieler noch an sich arbeiten muss, daran hat Korkut keine Zweifel. Seine vielleicht größte Schwäche hat er längst ausgemacht. „Das ist die Spritzigkeit. Ich muss an meinem Antritt arbeiten“, gesteht er. Der Trainer unterschreibt das, hat seinem Torjäger längst einen Laufplan an die Hand gegeben, mit dessen Hilfe Korkut an seiner Schnelligkeit feilen kann.

Training in Zeiten von Corona

Auch in Zeiten von Corona übrigens. „Ich versuche mich, so weit es möglich ist, fit zu halten“, betont der angehende Fachabiturient. Die Joggingstrecke durch den Wald ist da gewiss nicht die einzige Option: „Ich gehe zum Bolzplatz nebenan.“ Allerdings nicht, um unerlaubt den so stark vermissten Teamsport aufleben zu lassen. „Ich stelle Hütchen auf und dribble mit dem Ball hindurch“, erzählt Korkut, wie er den Umgang mit dem runden Spielgerät auch ohne Mannschaftskollegen nicht verlernt. Hinzu kommen Tempoübungen und natürlich darf zum Abschluss das Torschusstraining nicht fehlen. „Es soll ja auch Spaß machen. Ich setze dann gerne noch einmal zu Freistößen an.“ In seiner Stimme klingt die Begeisterung eines Vollblutstürmers an, der daran denkt einen Distanzschuss im Winkel zu versenken.

Nichtsdestotrotz bleibt das individuelle Training nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Denn die Saison, der Teamsport, der Wettkampf sind auf unbestimmte Zeit angehalten. Die Zwangspause schmeckt Korkut gar nicht, hatte er mit den A-Junioren doch noch große Ziele in dieser Spielzeit: „Wir wollen unbedingt Meister werden“, so der Angreifer, dessen Mannschaft noch die beiden Spitzenspiele gegen Eintracht Rheine und den Delbrücker SC vor der Brust hat. Ob jene Kracher im Kampf um die Landesliga-Krone jemals ausgetragen werden, bleibt ungewiss. Umso günstiger, dass sich Korkuts Ziele im Verein nicht nur auf die Gegenwart beschränken. Für die A-Junioren ist er ab der kommenden Saison ohnehin nicht mehr spielberechtigt, stattdessen soll der Schritt in den Seniorensport erfolgen. Dort sammelte der Deutsch-Türke bereits erste Erfahrungen. Im Wintervorbereitungsspiel beim FC Iserlohn kam Korkut zum Zuge und markierte gegen den Westfalenligisten das Tor zum 3:0-Enstand. „Das war ein unglaubliches Gefühl“, beschreibt der Offensivmann sein erfolgreiches Debüt.

Das Ziel: Stammspieler im Oberliga-Team

Die erste Hürde ist geschafft, doch Korkut träumt davon, „Stammspieler in Rhynerns erster Mannschaft“ zu werden. Diesen Traum verfolgt er, seit er sich vor fünfeinhalb Jahren zum ersten Mal das blaue Trikot überzog. Seither hat er keinen Gedanken an einen Vereinswechsel verschwendet. „Hier in Rhynern sind wir wie eine kleine Familie. Das macht uns auch so stark“, erläutert Korkut.

Auch der Teamchef der A-Junioren ist davon überzeugt, dass in seinem Schützling genug Potenzial schlummert, um in der Oberliga zu bestehen. „Dafür muss er weiter arbeiten, aber er bringt definitiv die Anlagen und den Ehrgeiz mit“, findet Mance. Und reicht es vielleicht auch für mehr? „Das wird die Zeit zeigen“, sagt der Coach, während Korkut selbst die Regionalliga als optimistisches wie realistisches Ziel ausgibt.

Wenngleich es aber vermutlich nicht für die ganz große, europäische Bühne reicht, so bleibt dem Fußball-Fanatiker noch immer die Leidenschaft als Fan. „Meine Lieblingsmannschaft in Deutschland ist Borussia Dortmund. Und darüber hinaus der FC Barcelona“, outet sich Korkut als Befürworter des Tiki-Taka-Fußballs. Und wenn die beiden gegeneinanderspielen? „Dann bin ich für ein Unentschieden.“ In der Gruppenphase der Uefa Champions League hat sich das ja zumindest einmal bewahrheitet.

Die Serie: Hammer Talentschmiede

Der Schritt in den Seniorensport ist häufig der, bei dem sich die Spreu vom Weizen trennt. Denn eine hohe Begabung reicht alleine nicht aus. In unserer Serie „Hammer Talentschmiede“ stellen wir Nachwuchshoffnungen vor, die sich aktuell noch unter dem Radar bewegen, aber große Ziele vor Augen haben und in Begriff sind, zu festen Größen in ihren Klubs heranzureifen. Wie groß die Bühne ist, für die es irgendwann einmal reichen soll, das wissen sie und ihre Trainer am Besten.

1. Teil: Lennart Möllenhoff und Joshua Kiemann (ASV)

2. Teil: Mika Oxe (Hammer SpVg)

3. Teil: Justus Berg (SC Rote Erde Hamm)

4. Teil: Ramazan Korkut (Westfalia Rhynern)

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